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Kreischa plant die Super-Schule

Bisher war der neue Campus nur ein Traum, jetzt vergibt der Gemeinderat die Planung für Gebäude und Außenanlagen. Wie geht es nun weiter?

Die Grund- und Oberschule Kreischa ist sanierungsbedürftig und zu klein - hier soll sich alles ändern.
Die Grund- und Oberschule Kreischa ist sanierungsbedürftig und zu klein - hier soll sich alles ändern. © Andreas Weihs

Endlich scheint nach all dem spätwinterlichen Schmuddelwetter mal wieder die Sonne über Kreischas Schule. Doch das Licht offenbart umso mehr, wie hier im Laufe der Jahre der Lack abgeblättert ist. Keine Frage: Das Gebäude einschließlich Hof und Turnhalle ist nicht mehr sonderlich zeitgemäß.

Das wird umso deutlicher, schaut man in die Nachbargemeinden. Freital hat inzwischen alle Schulen nach der Wende einmal durchsaniert. Derzeit läuft das letzte große Erneuerungsprojekt: Der Um- und Ausbau der Oberschule Hainsberg. Auch in Bannewitz wurde viel Geld in die Grund- und Oberschulen investiert. In Wilsdruff sind ebenfalls alle Schulen saniert und ein neues Gymnasium errichtet.

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In Reinhardtsgrimma und Glashütte sind beide Grundschulen in einem Top-Zustand. In Kreischa, wo vor allem der Erhalt des Oberschulstandortes lange auf der Kippe stand, agierte man deutlich zurückhaltender.

Was hat Kreischa mit der Schule vor?

Zwar hat die Gemeinde bei laufendem Betrieb immer wieder Geld in Umbau, Reparaturen und Modernisierung gesteckt, aber eine Generalsanierung ist nun unumgänglich. Dazu kommt, dass die Schule, unter deren Dach Grund- und Oberschüler lernen, zu klein geworden ist.

Kreischa plant deshalb den ganz großen Schlag. Anstelle der heutigen Schule soll ein richtiger Campus mit einem neuen Grundschulgebäude, neuer Turnhalle, Außensportanlagen und einem völlig anderen Schulhof entstehen. Das Bestandgebäude, in den Siebzigerjahren errichtet, wird saniert und erweitert.

Dafür machte der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend den Weg frei und vergab erste Planungsaufträge.

Wer plant den Schulneubau?

Das Büro Wittfoht Architekten Planung aus Stuttgart erhielt den Zuschlag. Die Schwaben hatten sich im Vorjahr an einem Planungswettbewerb, den Kreischa ausgeschrieben hatte, beteiligt und mit ihrem Vorschlag den ersten Platz belegt. Mit den Wettbewerbsbedingungen hatte sich die Gemeinde verpflichtet, mit dem Preisträger mit einen Planungsvertrag abzuschließen.

Nun sollen die Stuttgarter einen konkreten Entwurf für alle Gebäudeteile und eine Baukostenberechnung vorlegen. Sie haben dafür ein Jahr Zeit. Gleichzeitig vergab der Gemeinderat einen weiteren Planungsauftrag. Gemeinsam mit den Gebäude-Architekten hatte die das Büro Jörg Stötzer Landschaftsarchitektur, ebenfalls aus Stuttgart, den ersten Platz eingenommen. Inzwischen firmiert das Unternehmen unter dem Namen ah Landschaftsarchitekten Anderson & Hinterkopf und wird alle Außenanlagen des Campus planen.

Dazu kommt dann noch eine Fachplanung für die gesamte Gebäudetechnik, also Heizung, Klima, Lüftung, Wasser, Sanitär, Medien. Die Ausschreibung dafür läuft. Bürgermeister Frank Schöning rechnet damit, dass dieser Auftrag noch vor der Sommerpause vergeben wird.

So sieht der grobe Entwurff aus: Im Vordergrund der Altbau, hinten rechts die Grundschule und links davon die Sporthalle mit Spielfläche auf dem Dach. Daneben kommt noch ein Sportplatz.
So sieht der grobe Entwurff aus: Im Vordergrund der Altbau, hinten rechts die Grundschule und links davon die Sporthalle mit Spielfläche auf dem Dach. Daneben kommt noch ein Sportplatz. © Egbert Kamprath

Was kostet der Schulcampus?

Noch völlig unklar ist, wie hoch die Investitionssumme in den Schulcampus sein wird. Erst wenn in einem Jahr die Entwürfe vorliegen, kann man dazu Genaueres sagen. "Ziel der Planung ist es, auch eine Kostenberechnung durchzuführen", sagte Schöning im Gemeinderat. Diese sowie alle Planungsunterlagen sind Voraussetzung für Fördermittelanträge und Kreditaufnahmen.

Schöning geht davon aus, dass der Bau von Grundschule, Sportanlagen, Schulhof, Spielplätzen und der Sanierung des Altbaus über einen Zeitraum von etwa 15 Jahren gestreckt und finanziert werden muss. Nichtdestotrotz dürfte die Gesamtsumme deutlich über 20 Millionen Euro liegen.

Zum Vergleich: Der Neubau des Gymnasiums mit Turnhalle in Wilsdruff belief sich einschließlich Planungsleitungen und kompletter Einrichtung auf 26,6 Millionen Euro.

Warum muss ein Bebauungsplan gemacht werden?

Um die Schule überhaupt erweitern zu dürfen, braucht es als Grundlage einen sogenannten Bebauungsplan. In diesem werden zum Beispiel Lage der Gebäude und Außenanlagen, die Gebäudegrößen, architektonische Gestaltungsmerkmale, aber auch die Anordnung von Zufahrten und Parkplätzen festgelegt.

Zudem wird im Bebauungsplan geregelt, welche naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen für die Versiegelung von Boden durchgeführt werden müssen.

Einen solchen Bebauungsplan muss die Gemeinde nun aufstellen. Damit wurde bereits im Januar ein Ingenieurbüro aus Radebeul beauftragt. Ist der Entwurf fertig, wird er öffentlich ausgelegt. Die Bürger haben dann die Gelegenheit, Einwände oder Hinweise anzuzeigen, bevor die endgültige Fassung des Bebauungsplanes angefertigt und vom Gemeinderat beschlossen wird.

Blick vom Innenhof auf den Grundschulneubau - so könnte der Campus aussehen.
Blick vom Innenhof auf den Grundschulneubau - so könnte der Campus aussehen. © wittfoht architekten bda

Wann ist Baustart?

Die Frage ist völlig offen. Sind die Pläne fertig, beginnt der wahrscheinlich schwierigste Teil des Vorhabens: die Finanzierung. Fakt ist: Kreischa muss nicht die komplette Bausumme auf einmal aufbringen.

Die Gemeinde wird in Etappen bauen, als erstes eine neue Sporthalle jenseits der Hermsdorfer Straße. Dann wird im zweiten Schritt die jetzige Sporthalle abgerissen, um an der Stelle das Grundschulgebäude zu errichten. Es soll ein in die Landschaft eingefügter Bau werden, dessen einzelne Etagen sich treppenförmig den Hang hochziehen.

Erst im dritten Schritt erfolgt dann die Generalsanierung des Altbaus und zuletzt der Bau eines neuen Sportplatzes.

Wie wird das Schulhaus jetzt entlastet?

Weil schon jetzt viel zu wenige Platz in der Schule für alle Klassen gibt, möchte die Gemeinde als Interim einen Containerbau mit mit drei Klassenzimmern, einem Flur, Garderobe und Sanitäranlagen aufstellen.

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Moderne Grundschule, unterirdische Sporthalle, neuer Fußballplatz - die Gemeinde hat große Pläne. Doch es gibt ein gewaltiges Problem.

Das sollte eigentlich schon im vergangenen Herbst geschehen, aber es hat erhebliche Verzögerungen gegeben. Der Auftrag ist inzwischen vergeben. "In der kommenden Woche bekommen wir den genauen Termin für den Aufbau genannt", sagt der Bürgermeister. Mit einigen Tagen Vorlauf werden dann der Untergrund vorbereitet und Versorgungsleitungen gelegt, bevor die Container gesetzt werden.

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