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Kreischa bekommt neues Seniorenheim

Der Grundstein für das Objekt mit 70 Wohnungen ist gelegt. Bis die ersten Mieter einziehen, vergehen aber noch einige Monate.

Jetzt wird gebaut: Bürgermeister Frank Schöning (links) und Bauherr Matthias Faensen beim symbolischen Hammerschlag.
Jetzt wird gebaut: Bürgermeister Frank Schöning (links) und Bauherr Matthias Faensen beim symbolischen Hammerschlag. © Daniel Schäfer

Der Sandsteinblock wiegt locker ein Zentner, obwohl er eine Aushöhlung hat. In diese schiebt Matthias Faensen die Kupferhülse mit Bauzeichnungen, zwei aktuellen Zeitungen und einem Satz Euromünzen. "Das Projekt ist durchfinanziert, insofern können wir uns das leisten", sagt er.

Faensen ist Geschäftsführer der Senioren-Wohnen Holding, einem Unternehmen, welches in Kreischas Mitte in den nächsten Monaten eine neue Wohnanlage bauen wird. Der schwere Block vor ihm wird dann später als Grundstein eine Mauer zieren. Extra dafür wurden auch die Daten und der Name des Projektes eingemeißelt.

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Das Advita-Haus Kreischa am Mühlgraben wurde seit Jahren geplant, umgeplant und vorbereitet. Im Frühsommer war Baustart. Zunächst musste das Gelände vorbereitet und der Hang in Richtung Kita gesichert werden. Am Mittwochnachmittag erfolgte die feierliche Grundsteinlegung für das Millionenprojekt.

70 seniorengerechte Mietwohnungen

Geplant ist ein vierstöckiges Gebäude mit 70 Mietwohnungen, zwischen einem und drei Zimmern groß. Dazu kommen zwei Bereiche für Demenzkranke mit insgesamt 24 Plätzen. Zudem wird eine Tagespflege eingerichtet. Dort können Personen, die pflegebedürftig sind, aber noch zu Hause bei Angehörigen wohnen, tagsüber als Gäste ihre Zeit verbringen.

Im Außenbereich entstehen Garten- und Freiflächen zum Verweilen, vor dem Haus ein platzähnlicher Eingangsbereich mit Bäumen.

Gebaut wird auf dem Gelände der ehemaligen Hutfabrik, welches später zum Sachsenwerk gehörte. Bürgermeister Frank Schöning erinnerte daran, dass bereits Anfang der neunziger Jahre Pläne für das Areal gemacht wurden.

Es gab mehrere Investoren und Bebauungspläne, aber die Ideen wurden nie umgesetzt. "Im Gespräch war schon damals etwas aus dem Bereich Wohnen, Soziales, Bildung. Ich freue mich, dass es nun endlich wird."

Probleme mit dem Baugrund

Betrieben werden soll das Haus vom Pflegedienst Advita. Das Unternehmen hat bereits 25 Häuser in Sachsen, zum Beispiel in Altenberg und zwei Objekte in Freital. In Kesselsdorf am Markt entsteht derzeit ein weiteres Wohnprojekt, dort sind die Arbeiten schon weit fortgeschritten.

Auch in Kreischa wollte man längst weiter sein. Der Start für das Vorhaben verlief auch verheißungsvoll. 2016 nahm die Holding Kontakt nach Kreischa auf. Die Gemeinde wollte das Gelände am Mühlgraben, mitten im Ort gelegen, gerne an einen Investor verkaufen. Faensen stellte die Idee persönlich im Gemeinderat vor.

Bereits 2017 war der Kaufvertrag unterzeichnet. "Eigentlich ging das alles sehr schnell", bestätigt auch Bürgermeister Frank Schöning.

Doch als die ersten Pläne fertig waren, traf der Investor auf ungeahnte Probleme. Der Bauuntergrund ließ die vorgesehene Tiefgarage nicht zu. Es musste aufwendig umgeplant - beauftragt ist das Architekturbüro Schindler aus Waldkirch bei Freiburg - werden. Monate vergingen.

So soll die neue Wohnanlage im Herzen von Kreischa aussehen, wenn die ersten Mieter Ende 2022 einziehen.
So soll die neue Wohnanlage im Herzen von Kreischa aussehen, wenn die ersten Mieter Ende 2022 einziehen. © Schindler Architekten

Einzug Ende 2022

Nun soll alles ganz schnell gehen. Gebaut wird zeitversetzt in vier Gebäudeabschnitten und zuletzt an den Außenanlagen. Der Rohbau solle spätestens im Frühjahr stehen, versichert der Geschäftsführer des beauftragten Unternehmens, die Firma Hoch- und Ingenieurbau Wilsdruff.

Parallel zu den letzten Arbeiten am Rohbau startet dann schon der Innenausbau. Ende 2022 können die ersten Mieter einziehen.

Die Advita legt Wert darauf, dass das Haus nicht als Pflegeheim bezeichnet wird. Vielmehr ist es vor allem ein betreutes Wohnen. Das heißt, die älteren Damen und Herren mieten sich ein und können dann je nach Bedarf Hilfsangebote buchen. Das können Reinigungsdienstleistungen sein, Speiseversorgung oder eben auch Pflege.

Die Wohnungen werden barrierefrei und seniorengerecht ausgestattet.

Hohe Nachfrage nach betreutem Wohnen

Wie viel das alles kostet, möchte Matthias Faensen nicht kommentieren. Fakt ist: Die Wohnart ist gefragt, der Markt trotz inzwischen zahlreicher Einrichtungen in der Region noch nicht gesättigt. "Es gibt immer mehr Pflegebedürftige und immer mehr Ein-Personen-Haushalte", sagt Faensen.

Wo beides zusammentrifft, ist das betreute Wohnen eine gute Alternative zum Pflegeheim.

Deshalb ziehen ins betreute Wohnen auch gerne Menschen, die noch relativ fit sind, aber eben Hilfe im Alltag brauchen oder aber schon angekommen sein wollen, wenn sie ihr Leben nicht mehr allein bewältigen können.

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