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Kreischaer Ortsteil bekommt neuen Dorfplatz spendiert

Der alte Rundling in Sobrigau soll attraktiver werden. Dafür will die Gemeinde tief in die Tasche greifen.

Bürgermeister Frank Schöning erläutert SZ-Reporterin Annett Heyse die Baupläne für den Rundling in Sobrigau.
Bürgermeister Frank Schöning erläutert SZ-Reporterin Annett Heyse die Baupläne für den Rundling in Sobrigau. © Daniel Schäfer

Eine Libelle schwirrt über das Wasser, ein riesiges Exemplar mit leuchtendem zweifarbigen Körper. Doch nicht nur für die Insekten ist der Dorfteich von Sobrigau wichtig. "Hier nisten viele Schwalben, die brauchen das Wasser", erläutert Frank Schöning. Schöning ist kein Biologe, sondern Kreischas Bürgermeister. Unterm Arm hat er eine Mappe mit viel Papier - die Pläne für die Ortsmitte von Sobrigau.

Das Dorf, 75 Meter über dem Lockwitztal gelegen, besteht nur aus wenigen Häusern. Ortsbildprägend ist noch heute der Rundling, ein Dorfplatz mit Teich, um den herum sie die ehemaligen Bauerngehöfte gruppieren.

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Die Platzmitte besteht aus einer kleinen Parkanlage, neben dem Teich gibt es einige Bänke, ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, viel Schotter und einige Rasenflächen - und das alles schon etwas in die Jahre gekommen.

Teich wird naturnah gestaltet

Nun plant die Gemeinde Kreischa, den Sobrigauer Ortskern umzugestalten. Die ersten Ideen dazu wurden bereits 2019 gesammelt. In mehreren Beratungen sammelte die Traditionsgruppe Sobrigau gemeinsam mit dem Dresdner Planungsbüro Agentur.fnp Anregungen und Vorschläge. Nun gibt es ein konkretes Konzept.

Es sieht vor, den Teich als zentrales Element zu erhalten. Er ist bereits auf Karten von 1780 auszumachen. Das Gewässer, das zuletzt auch als Löschwasserreservoir diente, hat weder einen Zu- noch einen Ablauf. Es dümpelt in einem künstlichen Becken und wird jedes Jahr befüllt. Ein paar Goldfische schwimmen im Wasser, das alte Entenhaus ist unbewohnt.

"Wir wollen den Teich natürlicher gestalten. Er wird etwas flacher, nur noch zwischen 20 und 40 Zentimeter tief. Dafür bekommt er einen Schilfgürtel und eine Wasseraufbereitung", erläutert der Bürgermeister. Gespeist werden soll der Teich übers Niederschlagswasser. Auf ähnliche Art und Weise wurde bereits vor Jahren der Weiher in Kleincarsdorf umgebaut.

Der Dorfteich ist heute ein unansehnliches Betonbecken ohne Zu- und Ablauf. Es wird naturnah gestaltet und erhält eine Wasseraufbereitung.
Der Dorfteich ist heute ein unansehnliches Betonbecken ohne Zu- und Ablauf. Es wird naturnah gestaltet und erhält eine Wasseraufbereitung. © Daniel Schäfer

Schotterwege werden asphaltiert

Um den Teich herum wird die kleine Grünanlage mit dem Kriegerdenkmal neu gestaltet. Es werden gut begehbare Wege angelegt und neue Bänke aufgestellt. Die drei Blaufichten werden gefällt. An ihrer Stelle werden zwei einheimische Laubbäume sowie eine Serbische Fichte als zukünftiger Weihnachtsbaum gepflanzt.

Am Teich soll zudem ein Holzplateau gebaut werden, ähnlich einem Steg. Auch die um den kleinen Park verlaufenden Fahrwege werden umgebaut. "Wir legen einen asphaltierten Wendeplatz an, die Zufahrten zu den Höfen werden neu geordnet und die Glascontainer rücken hinter das alte Feuerwehrgerätehaus", beschriebt Schöning die Baupläne.

Mit dem Wendeplatz behalte man sich die Möglichkeit offen, die Fläche auch für einen Linienverkehr zu verwenden, sollte Sobrigau irgendwann direkt an den Nahverkehr angeschlossen werden.

Außerdem ist geplant, einige Pkw-Stellplätze zu schaffen und eine Rampe für Verkaufswagen, wie rollende Bäcker oder Fleischer, anzulegen. "Über die Rampe können die Kunden bequem an die Fahrzeuge herantreten", sagt Schöning.

2022 soll gebaut werden

Auch für die Grünflächen vor den Häusern gibt es einen Plan. Im Augenblick sind es Wiesen, das Land gehört der Gemeinde, wird aber von den Anwohnern gepflegt. In Zukunft sollen die Rasenflächen bepflanzt werden, beispielsweise mit blühenden Stauden oder insektenfreundlichen Blumenmischungen.

So gut die Pläne aussehen, so teuer wird es auch. Im Kreischaer Rathaus rechnet man mit etwa 600.000 Euro Kosten. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung im August bereits beschlossen, dafür außerplanmäßig Geld bereitzustellen.

Um Fördermittel zu bekommen, hatte sich die Gemeinde bereits im Frühjahr am Wettbewerb "Vitale Dorfkerne und Ortszentren im ländlichen Raum" beteiligt und sich qualifiziert. In einem nächsten Schritt soll nun der Fördermittelantrag beim Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gestellt werden. Schöning rechnet mit einem Zuschuss von etwa 445.000 Euro.

Der Bürgermeister hofft, den Bescheid bereits im Oktober in den Händen zu halten. Dann könne man mit der Ausführungsplanung starten und im nächsten Jahr bauen.

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