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Abschied von Schloss Burgk

Mit Ilka Melzer geht zum Monatsende eine langjährige Mitarbeiterin der Städtischen Sammlungen. Eine Veranstaltung lag ihr besonders am Herzen.

Ilka Melzer in der Sammlung Friedrich Pappermann auf Schloss Burgk. Seit zehn Jahren ist sie Mitglied des Kuratoriums der Stiftung.
Ilka Melzer in der Sammlung Friedrich Pappermann auf Schloss Burgk. Seit zehn Jahren ist sie Mitglied des Kuratoriums der Stiftung. © Thomas Morgenroth

Anfang Oktober schenkte Rolf Günther seiner langjährigen Mitarbeiterin Ilka Melzer zum Abschied einen Besen. In aller Öffentlichkeit an einem prominenten Ort, nämlich im Rahmen der Reihe Musecco in der Hoffnungskirche Hainsberg.

Der scheidende Direktor der Städtischen Sammlungen Freital erinnerte mit seiner launigen Geste an den Beginn seiner gemeinsamen Tätigkeit mit Ilka Melzer auf Schloss Burgk. Rolf Günther leistete sich dabei einen ordentlichen Fauxpas, der noch heute regelmäßig für Lacher in den Reihen der Mitarbeiter sorgt. Dabei ist das schon zwanzig Jahre her, und nun wird die Anekdote erstmals öffentlich erzählt.

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Zwanzig Jahre auf Schloss Burgk

Ilka Melzer kam im Mai 2000 zu den Städtischen Sammlungen, auf die Stelle von Holger Fischer, der in den Ruhestand ging. Wenige Wochen nach ihrem Dienstantritt sollte eine Ausstellung eröffnet werden, und Ilka Melzer fand, dass der Fußboden „schmuddelig“ aussah, wie sie sich erinnert. Sie fragte ihren Chef: „Habt ihr auch einen Besen?“ Rolf Günther schaute sie an und antwortete: „Ja, seit Mai.“ Und dann mussten sie beide lachen.

Daraus ist nicht nur eine gegenseitig befruchtende Zusammenarbeit geworden, sondern eine Freundschaft, die darin gipfelte, dass Rolf Günther seinen eigenen Ruhestand um ein Jahr nach hinten verschob, um Ilka Melzer „nicht alleine zu lassen“, wie er sagt. Nun nehmen sie zum Ende des Monats gemeinsam ihren Hut. Ilka Melzer, 62, geht in den Vorruhestand. Noch anderthalb Jahre lang bleibt sie Angestellte der Stadt Freital, befindet sich jedoch in der Ruhephase der Altersteilzeit.

In Schellerhau aufgewachsen

Ilka Melzer ist in Schellerhau aufgewachsen, mit fünf Geschwistern. Sie war genau in der Mitte, was bei sechs Kindern tatsächlich geht, weil die ersten Zwillinge waren. Ihr Vater war Zimmermann, ihre Mutter arbeitete im Oberen Gasthof und vermietete Zimmer an den FDGB-Feriendienst. Ilka ging drei Jahre in Schellerhau und dann in Kipsdorf zur Schule.

Bei der Staatsbank in Dresden wurde sie zum Finanzkaufmann ausgebildet und startete in der Wechselstube in Altenberg und in der Sparkasse in Kipsdorf in das Arbeitsleben. 1978 kam sie der Liebe wegen nach Rabenau, ihr Mann Wilfried Melzer stammt aus Lübau. Sie heirateten, bekamen zwei Söhne und bauten ein Haus.

1984, genau am 26. März, dem Hochzeitstag ihrer Eltern, wurde Ilka Melzer Angestellte der Stadt Freital. Zunächst arbeitete sie im Büro der Krippenvereinigung, dann im Lohnbüro der Stadtverwaltung und absolvierte berufsbegleitend eine Ausbildung zur Verwaltungsangestellten.

Reihe Musecco am Ende?

Mit Kunst hatte sie bis zu ihrem Wechsel nach Burgk wenig zu tun. Interessiert indes war sie, half Rolf Günther beim Hängen der Ausstellungen, gab Hinweise, die ihr Chef dankbar aufgriff. Auf ihre Initiative geht zum Beispiel der Kontakt mit der Dresdner Künstlerin Herta Günther zurück. Ansonsten war Ilka Melzer „die Mutter des Regiments“, wie es Rolf Günther sagt. Sie kümmerte sich um die Finanzen, die Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen wie Ausstellungseröffnungen.

Die Reihe Musecco lag ihr besonders am Herzen. Insofern passte ihre öffentliche Verabschiedung auf diesem Podium. Vielleicht war es sogar die letzte Veranstaltung dieser Art. Momentan jedenfalls ist offen, ob es Musecco ohne Rolf Günther und Ilka Melzer weiterhin geben wird.

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