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Alice reist in Freital in das Wunderland

Das Tanzstudio bringt die Geschichte mit 35 Mitwirkenden auf die große Bühne des Stadtkulturhauses. Ein aufwendiges Unterfangen. Premiere ist diesen Sonntag.

Alice (Enya, links), nimmt dem Kaninchen (Carolin) tänzerisch die Uhr weg.
Alice (Enya, links), nimmt dem Kaninchen (Carolin) tänzerisch die Uhr weg. © Thomas Morgenroth

Während ihr zwei Mädchen aus einem Buch vorlesen, liegt Alice auf der Wiese und beobachtet ein weißes Kaninchen, das an ihr vorbei hoppelt. Das Tier mit den rosa Ohren, das auf zwei Beinen geht, schaut andauernd auf eine Taschenuhr. Alsbald verschwindet es in einem Loch im Fußboden des großen Saals des Stadtkulturhauses Freital. Zum Abschied winkt es Alice freundlich zu. Das neugierige Mädchen, das sich gerade zu Tode langweilt, will wissen, wo das Kaninchen abgeblieben ist und springt ihm flugs hinterher.

So beginnen die mitunter haarsträubenden Abenteuer von „Alice im Wunderland“, das sich in diesen Tagen an der Weißeritz befindet. Das Tanzstudio Freital inszeniert die 155 Jahre alte Geschichte von Lewis Carroll in einer getanzten Version, die sich inhaltlich an dem Disney-Zeichentrickfilm von 1951 orientiert. Es ist aber kein fertiges Stück, das so schon einmal auf der Bühne zu sehen war, sondern eine Uraufführung mit bunt gemischter Musik.

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Klassisches Ballett wird in Freitals „Alice im Wunderland“ um moderne Elemente wie Stepptanz oder Modern Dance ergänzt. „Die Bewegungen sind freier“, sagt die französische Tänzerin und Choreographin Aurélie Lafaye. Sie hat die Einstudierung gemeinsam mit Cornelia Pritzl, der langjährigen Balletttrainerin und ehemaligen Vorsitzenden des Vereins, übernommen. Premiere ist diesen Sonntag, eine weitere Vorstellung gibt es am Montag.

Hinter den Kulissen helfen die erwachsenen Mitglieder, oft Eltern oder Großeltern der Akteure, beim Gelingen des aufwendigen Unterfangens. Allen voran die Vorsitzende Anja El Hachadi, die im Januar dieses Ehrenamt übernommen hat. Die 35-Jährige, die als Erzieherin im Kindergarten Schachtstraße in Freital arbeitet, ist seit acht Jahren Mitglied im Verein, so lange, wie ihre Tochter Enya dort tanzt. Zuvor war sie schon die Stellvertreterin. Nun ist sie an die Spitze des Tanzstudios gerückt, das 1991 aus der Tanzgruppe des Edelstahlwerkes Freital hervorgegangen ist.

Unterstützt wird sie maßgeblich von ihrer Mutter Birgit Pietzsch, die seit drei Jahren für das Bühnenbild und die Kostüme zuständig ist. Bei den Proben taucht sie auch mal unter: Sie öffnet die Luke, in der das Kaninchen und Alice verschwinden werden. Birgit Pietzsch schaut kurz aus dem Loch und beobachtet dabei ihre Enkelin. Die 13-jährige Enya tanzt die kleine Alice. Es gibt sie noch in einer größeren Version, getanzt von Julia und von Annabell, die sich in die beiden Aufführungen teilen.

Nur ein Junge dabei

Tanzen ist in Freital eine weibliche Domäne: 34 Mädchen und Frauen im Alter zwischen sechs bis zwanzig Jahren wirken beim diesjährigen Aufführungsabend mit, aber nur ein einziger junger Mann, Paul Thimm aus Freital. Der 17-jährige Schüler des Weißeritzgymnasiums tanzt seit anderthalb Jahren im Verein. „Schuld“ daran sei Annabell, sagt er. Sie und Paul kennen sich schon seit der ersten Klasse. Sie fragte ihn, ob er nicht mal mitkommen will. Ihm gefiel es und tanzt nun in „Alice“ den Hutmacher und den Herzbuben.

Das Tanzen soll für ihn ein Hobby bleiben und kein Beruf werden, wie für die meisten der Kinder und jungen Leute im Tanzstudio. Wobei die Jüngsten, wie die neunjährige Alexa, die als Schmetterling und Spielkarte auftritt, noch eher von einer solchen Bühnenkarriere träumen: „Ich wollte schon immer tanzen und möchte auf die Palucca-Schule gehen.“

„Es macht mir viel Spaß, aber ich will keine Tänzerin werden“, sagt hingegen Loreena. Die 13-Jährige wird auf der Bühne zum Märzhasen. An ihrer Seite tanzt die Haselmaus, gespielt von der zwölfjährigen Zita. Sie hat ebenfalls keine beruflichen Ambitionen in Richtung Tanz, sie will lieber Innenarchitektin werden. Ihre Urgroßtante, die Tänzerin war, sei ihr ein warnendes Beispiel, sagt das Mädchen: „Sie musste das Tanzen schon in jungen Jahren aufgeben und sich einen neuen Job suchen.“

„Für mich ist es ein Hobby“, sagt die zwölfjährige Carolin, die als Kaninchen immer Angst hat, zu spät zu kommen. Enya hingegen hat es schon an der Palucca-Schule versucht, wurde aber bisher nicht angenommen. „Ich gebe meinen Berufswunsch deshalb nicht auf“, sagt sie und verschwindet als Alice im Kaninchenloch.

„Alice im Wunderland“, Aufführungsabend des Tanzstudios Freital im Stadtkulturhaus, am 11.10., 15 Uhr, 12.10., 9.30 Uhr; Tickets unter Telefon  0351 65261822.

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