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Buchpremiere in Tharandt

Nach langer Zwangspause lädt die Buchhandlung wieder zu einer Lesung ein – unter freiem Himmel. Zu Gast ist Titus Müller.

Der Schriftsteller Titus Müller kommt zu einer Lesung nach Tharandt.
Der Schriftsteller Titus Müller kommt zu einer Lesung nach Tharandt. © Julius Erler

Buchhändlerin Annaluise Erler will es jetzt wissen. „Die schon lange angekündigte Lesung von Titus Müller soll nun endlich stattfinden“, sagt die Inhaberin der Buchhandlung Findus. Namhafte Autoren stellen dort seit dreißig Jahren regelmäßig ihre Bücher vor, und auch sonst lädt Annaluise Erler immer gern zu Veranstaltungen ein. Die aber waren seit Monaten untersagt, eine der Folgen der staatlichen Restriktionen im Zuge der Corona-Pandemie.

So fiel auch die geplante Lesung mit Titus Müller aus. Der in Leipzig aufgewachsene Autor, der jetzt mit seiner Familie in Landshut in Bayern lebt, wollte im vergangenen Jahr seinen Roman „Franz Tausend“ vorstellen. Franz Tausend ist eine historische Figur, ein Scharlatan, der behauptete, Gold machen zu können. In dem Buch wird auch Tharandt erwähnt: Der Hochstapler residierte in den Zwanzigerjahren im Schloss neben der Burgruine.

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Beginn einer Trilogie

Weil von Titus Müller am 14. Juni aber bereits sein neuer, sein dreizehnter Roman „Die fremde Spionin“ erscheint, hat sich Annaluise Erler nun für eine Buchpremiere entschieden. Die soll am 26. Juni nachmittags stattfinden, allerdings nicht im Laden, sondern draußen, hinter dem Haus im Hof, um eventuellen Hygienevorgaben entsprechen zu können. „Wir wissen noch nicht, welche Regeln dann gelten werden, deshalb bitte ich alle Interessenten um eine Anmeldung per Telefon oder E-Mail“, sagt die Buchhändlerin. „Unangemeldete Gäste kann ich leider noch nicht zulassen.“

„Die fremde Spionin“, erschienen im Heyne-Verlag, ist der erste Band einer Trilogie, die drei schicksalhafte Momente in der DDR-Geschichte beleuchten wird. Ria ist zehn Jahre alt, als ihre Eltern von der Staatssicherheit abgeholt werden. Getrennt von ihrer kleinen Schwester, wächst sie in einer regimetreuen Adoptivfamilie auf. Fragen nach den Eltern oder der Schwester werden bestraft, sie soll sie vergessen. Seither führt Ria ein scheinbar angepasstes Leben in Ostberlin, sie geht zur Schule, macht eine Ausbildung.

Im Fokus des Geheimdienstes

Als sie eine Stelle als Sekretärin im Ministerium für Außenhandel der DDR antritt, versucht der Bundesnachrichtendienst (BND), sie als Informantin zu rekrutieren. Ria sieht ihre Chance gekommen: Mithilfe des westlichen Geheimdienstes will sie sich an der DDR rächen und endlich ihre Schwester wiederfinden. Doch dann, im Sommer 1961, erfährt sie von einem ungeheuerlichen Plan, der das Schicksal ihrer Familie und die Zukunft beider deutscher Staaten für immer verändern könnte. Die Gegenseite bekommt mit, dass es ein Leck gibt im Ministerium und schickt ihren besten Mann, den KGB-Agenten Sorokin, er soll Ria zum Schweigen bringen.

„An der Geschichte ist mehr Wahres, als mancher glaubt“, sagt Titus Müller. Eine Spionin habe es wirklich gegeben, wie auch den KGB-Killer, der eigentlich Bogdan Staschinski hieß. „Auch die Familie von Ria hat ein historisches Vorbild“, sagt der Schriftsteller, der mit Vorliebe tatsächliche Begebenheiten aller Epochen in seinen Romanen und Erzählungen verarbeitet.

„Ich freue mich auf den Autor und das Buch und natürlich auf mein Publikum, das ich schon lange vermisse“, sagt Annaluise Erler. Die Lesung kostet keinen Eintritt: „Das ist mein Dank an meine Kunden für ihre Treue in dieser schwierigen Zeit.“

Lesung am 26. Juni, 16 Uhr, am Findus; Telefon 035203 30101

E-Mail: [email protected]

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