merken
PLUS Freital

Freitaler Eventfirma bangt um Aufträge

Während der Corona-Krise kämpft vor allem die Veranstaltungsbranche ums Überleben. Stageport hofft nun auf eine Chance in Dresden.

Torsten Hausdorf von der Veranstaltungsfirma Stageport aus Freital mit einer Lichterkette für Weihnachtsveranstaltungen.
Torsten Hausdorf von der Veranstaltungsfirma Stageport aus Freital mit einer Lichterkette für Weihnachtsveranstaltungen. © Egbert Kamprath

"Wenn heute plötzlich alles wieder normal wäre, würden wir im Sommer 2021 wieder Kostendeckend wirtschaften", sagt Torsten Hausdorf, der Freitaler Geschäftsführer von Stageport und bringt mit dieser Aussage auf den Punkt, wie es der Veranstaltungsbranche durch die Corona-Beschränkungen geht. Stageport verleiht Veranstaltungstechnik und baut zudem komplette Bühnen für Konzerte auf. Zu den Partnern gehören ganz Große wie Rammstein und Depeche Mode.

Jetzt erwirtschaftet seine Firma etwa 20 Prozent des Umsatzes, der zu dieser Jahreszeit normal wäre. Aufträge fehlen. "Jetzt ist es so, dass spontan Anrufe kommen. Entweder ich springe sofort oder bekomme gar keinen Auftrag", sagt Hausdorf. 

Anzeige
Tipps für die Herbstferien in Sachsen
Tipps für die Herbstferien in Sachsen

Vom 19. bis 30. Oktober sind Herbstferien in Sachsen: zwei Wochen voller Möglichkeiten, die Region zu erkunden und tolle Abenteuer zu erleben.

Wie arbeitet die Veranstaltungsbranche derzeit?

Die Menschen seien verunsichert. Veranstaltungen würden kurzfristig mit Blick auf verschärfte Corona-Maßnahmen abgesagt. So geschah es auch in der letzten Woche, erzählt der Geschäftsführer: "Wir hatten, wie wir es seit drei Jahren tun, den VIP-Bereich im Dynamostadion hergerichtet. 11.000 Zuschauer waren genehmigt für das Fußballspiel am Samstag, 10. Oktober. Am Freitag hieß es dann plötzlich: Stopp. Es durften nur noch 999 Leute ins Stadion. Somit war diese Arbeit mindestens für unseren Auftraggeber völlig umsonst", erklärt Hausdorf die Situation der Veranstaltungsbranche.

Sein Umsatz sei im März und April um 95 Prozent eingebrochen. Die sogenannte Corona-Überbrückungshilfe für Unternehmen der Bundesregierung sei trotzdem bei ihm nicht genehmigt worden, da er knapp unter der vorgegebenen 60-Prozent-Grenze lag. "Die Unternehmen mussten in den Monaten April und Mai mehr als 60 Prozent Minus gegenüber dem üblichen Umsatz vorweisen. Hätten wir die Hilfe erhalten, hätten wir rund 25.000 Euro für laufende Kosten erhalten", sagt der Stageport-Chef. Um zu Überleben hätte seine Firma aber genau in diesen beiden Monaten betriebsfremde Arbeiten erledigt und sich mit Aufträgen in der Elektroinstallation über Wasser gehalten. Als aber die Grenzen zu den osteuropäischen Ländern wieder geöffnet wurden, brach dieses Geschäftsmodell schlagartig wieder ein, da die Handwerker aus dem Ausland zurück nach Deutschland kamen, erklärt er weiter.

Könnten die Politiker helfen?

Nun hofft Torsten Hausdorf darauf, dass der historische Weihnachtsmarkt rund um die Frauenkirche in Dresden stattfinden darf, denn seine Firma kümmert sich um den Aufbau, die Infrastruktur des Marktes  sowie die technische Betreuung. Dieser Dresdner Weihnachtsmarkt ist derzeit vom 25. November bis zum 3. Januar geplant. Ob er wegen Corona mit einem Einbahnstraßensystem oder einer Umzäunung funktionieren wird, ist noch unklar.

Hausdorf appelliert auch im Namen seiner Kollegen an die Politiker von Bund und Land und wünscht sich mehr Vertrauen: "Wir wollen Zeichen setzten, dass wir die Hygienemaßnahmen einhalten können. Veranstaltungen sollten wieder stattfinden und finanzielle, einfache Unterstützung durch die Politik würde der Veranstaltungsbranche, die am meisten gebeutelt ist, etwas aus dem Desaster helfen."

Als Beispiel nennt Hausdorf die Veranstaltung Mitte August auf der Festung Königstein. Am 15. August spielte Gerhard Gundermanns Band "Seilschaft" vor rund 600 Gästen. Die Betreuung des Konzertes übernahm Stageport: "Es gab eine Kontaktverfolgung, eine Bestuhlung und es galt teilweise Maskenpflicht", sagt Hausmann. "Dieses Konzert hat doch gezeigt, dass Veranstaltungen unter gewissen Regeln auch während Corona stattfinden können, denn meines Wissens nach gab es danach keine erhöhte Anzahl an positiv auf Corona getesteter Menschen."

Nun hofft er, dass zumindest die bestehenden Aufträge bleiben. Neben dem Weihnachtsmarkt stehen aktuell noch die Live- TV-Produktion mit Florian Silbereisen in Leipzig und das für den 17. Dezember geplante Konzert des Dresdner Kreuzchores in der Jungen Garde an. "Ich hoffe, wir können diese Events betreuen," so Torsten Hausdorf, dessen Firma seit 2012 besteht.

Mehr Nachrichten aus Freital und Umgebung lesen Sie hier.

Den täglichen kostenlosen Newsletter können Sie hier bestellen. 

Mehr zum Thema Freital