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Heimspiel mit Lift-Klassikern in Freital

Rocksänger Werther Lohse überzeugt bei seinem Konzert in der Christuskirche Deuben – und frischt einige Erinnerungen auf.

Werther Lohse singt mit Alexander Deke, Elias Riemenschneider, Vincent Hoppe und Moritz Schlenstedt (v.l.) in der Christuskirche Freital-Deuben.
Werther Lohse singt mit Alexander Deke, Elias Riemenschneider, Vincent Hoppe und Moritz Schlenstedt (v.l.) in der Christuskirche Freital-Deuben. © Thomas Morgenroth

Mit einem Lied von der zweiten Langspielplatte der Gruppe Lift geht Rocksänger Werther Lohse am Sonnabendabend in der Christuskirche Deuben auf große Fahrt. Er steht allein im rot ausgeleuchteten Altarraum und reist „Nach Süden“. André Jolig spielt unsichtbar die Jehmlich-Orgel, und vier ehemalige Kruzianer singen auf der Empore. Was für ein furioser Start für eines der ungewöhnlichsten Konzerte, die Kantor Gottfried Nestler je veranstaltet hat.

Für Lohse, im Mai 71 geworden, ist es der erste öffentliche Auftritt seit einem Jahr – und das ausgerechnet an einem Ort, mit dem er viele Erinnerungen verbindet. Er ist in Freital aufgewachsen, bis 1982 hat er im Pfarramt gegenüber der Kirche gewohnt. „Das habe ich mir noch mal angesehen und mein ehemaliges Wohnzimmer fotografiert“, sagt er. „Aber das ist jetzt ein Büro.“ Lohse hatte seine Töchter Kathrin und Sylvia sowie seine Schwester Waltraud und seinen Schwager Thomas mitgebracht. Nach dem Konzert kam es zudem zu Begegnungen mit ehemaligen Schulfreunden und Musikerkollegen.

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Erstes neues Werk seit 1987

Lohse, der noch immer ausgezeichnet bei Stimme ist, hangelt sich in der unter Corona-Bedingungen ausverkauften Kirche durch die Klassiker der Bandgeschichte, von „Ach du falsche Schöne“, ein Lied, das er im Pfarramt komponiert hat, über „Vincent van Gogh“ und „Am Abend mancher Tage“ bis zum Finale „Wasser und Wein“, wo er einen hundertstimmigen Chor in der Kirche dirigiert. Auch das 2020 veröffentlichte Lied „Der Admiral“, das erste neue Werk seit 1987, passt in diesen Kanon.

Auch wenn es gelegentlich etwas holpert, was nach so langer Pause verständlich ist, weiß Lohse in der akustisch nicht einfachen Christuskirche zu überzeugen. Er lässt André Jolig an der großen und kleinen elektrischen Orgel und den jungen Männern mit ihrem feinen Satzgesang viel Raum. Die neuen Arrangements adeln die Lieder der 1973 gegründeten Band, machen aus Art-Rock moderne Choräle, die perfekt in den sakralen Raum passen.

Werther Lohse ist noch lange nicht am Ende seiner Karriere als Rockmusiker angekommen, die Reise geht auf hohem Niveau weiter. Vielleicht auch mal nach Süden, mit Band und Kirchenkonzerten vor allem aber durch den Osten der Republik.

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