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Platzt der Karneval?

Wird der Faschingsauftakt am 11.11. in diesem Jahr in Bannewitz und Possendorf stattfinden können? Die Vereine wollen jedenfalls an der Tradition festhalten.

Ob Straßenfasching  - hier der Karnevalsumzug in Geising - 2021 stattfinden darf, ist derzeit unklar.
Ob Straßenfasching - hier der Karnevalsumzug in Geising - 2021 stattfinden darf, ist derzeit unklar. © Daniel Förster

Die Narren und Jecken in Bannewitz tüfteln derzeit - wie überall in Deutschland - an Konzepten, um ihre traditionellen Auftaktveranstaltungen zum Start in die fünfte Jahreszeit durchführen zu können. Richtig fröhlich sind die meisten dabei nicht - den Karnevalsvereinen ist eher nach Galgenhumor.

Auch in Bannewitz stehen die Veranstalter zwar in den Startlöchern, um die beliebten Büttenreden und Funkengarde-Tänze vor Publikum aufführen zu können, doch 2020 ist wegen Corona Bedacht angesagt. "Es wird sicher etwas anders sein als früher, aber wir gucken, was wir machen können," sagt zum Beispiel Jens Wappler vom Karnevalsklub Bannewitz. Sein Verein mit reichlich 60 Mitgliedern hat neben dem Kompressorenbau auf der Horkenstraße seit 20 Jahren eine Halle angemietet. Die Ausgaben laufen weiter, trotz fehlender Einnahmen. 

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Jetzt hofft der Klub, dass er am 11.11. mit Publikum in die Saison starten darf und erarbeitet derzeit ein Hygienekonzept. "Die Gesundheit der Gäste ist uns wichtig. Mitte Oktober treffen wir uns nochmals bei einer Mitgliederversammlung und besprechen die Möglichkeiten", erklärt Jens Wappler. Das Programm werde bereits einstudiert, und auch die Februar-Veranstaltungen würden mit geplant, in der Hoffnung, dass das Landratsamt ihr Konzept genehmigt. 

Dieses sieht unter anderem vor, dass weniger Besucher in den Saal gelassen werden. Immerhin erhielt der Verein zwischenzeitlich Fördermittel und konnte die laufenden Ausgaben somit abdecken. "Sollten wir aber keine Einnahmen durch Veranstaltungen haben, müssen wir sehen, wie wir dann unsere Kosten decken können", erklärt Wappler.

Hoffen auf neue Hygieneregeln

Finanziell geht es dem Possendorfer Karnevalsverein mit rund 20 Mitgliedern besser. Er mietet sich nur während er fünften Jahreszeit im Golfclub ein. Somit entfallen die laufenden Kosten für Miete, aber: "Wenn wir nicht tanzen und singen dürfen, ist es schwierig, eine fröhliche Veranstaltung durchzuführen. Immerhin lebt der Fasching vom Lachen, Singen und Tanzen", sagt Rene Hähnel vom Karnevalsverein Possendorf. 

Er habe bereits ein Hygienekonzept für den 11. November beim Landratsamt eingereicht und hofft, dass dieses in zwei Wochen genehmigt wird. "Natürlich wird es schwierig, wenn wir die Besucherzahl auf vielleicht 60 begrenzen müssen. Wir bereiten uns aber vor, und die Schlüsselübergabe am Rathaus wird auf jeden Fall stattfinden. Vielleicht auch mit einer kleineren Open-Air-Feier", deutet der Karnevalist an.

Beide Vereine warten nun auch gespannt auf die neue Corona-Schutzverordnung des Freistaates Sachsen. Diese soll am 2. November veröffentlicht werden. In der derzeit gültigen sächsischen Fassung  mit der "Anordnung von Hygieneauflagen zur Verhinderung der Verbreitung des Corona-Virus" steht unter anderem, dass der Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten werden muss, sonst  ist eine Mund-Nasen-Abdeckung zu tragen. Das Führen einer Besucherliste  wird empfohlen und auch das gemeinsame Singen, so die Karnevalisten, sei demnach nur mit Mindestabstand umsetzbar.

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