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Rabenauerin öffnet „Blüten-Schatzkammer“

Ritterschlag für Angela Straßberger aus Rabenau: Ihre Werke sind im Europa-Rosarium und damit bei der Buga zu sehen.

Angela Straßberger gestaltet in ihrem Arbeitszimmer in Rabenau prachtvolle Blütenbilder, die auf bedeutenden Events gezeigt werden.
Angela Straßberger gestaltet in ihrem Arbeitszimmer in Rabenau prachtvolle Blütenbilder, die auf bedeutenden Events gezeigt werden. © Karl-Ludwig Oberthür

Von Peter Salzmann

Solche Sätze gehen Angela Straßberger während ihrer Arbeit durch den Kopf: „Es wäre ein großes Glück, wenn unsere Gedanken und Worte so formenreich und farbenprächtig sein könnten wie die Vielfalt der Blumen.“ Die gelernte Gebrauchswerberin hat sich seit 2006 mit ihren Blumen-Collagen längst einen Namen gemacht – in allen Teilen Deutschlands sowie in Vietnam, Russland, Österreich, Australien, der Schweiz, auch Polen, Frankreich und auf der legendären Blumeninsel Madeira.

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Demnächst werden ihre Blumen-Kompositionen im Rahmen der Bundesgartenschau in Thüringen präsent sein. Auch auf Landesschauen war sie vertreten. Nicht von ungefähr ehrte die Hannover-Messe – größte deutsche Industriemesse – Straßbergers künstlerisches Engagement mit einer Urkunde, ausgewählt aus 7.000 Produkten als „Good Practic“-Beispiel“. „Rose trifft Kunst“ heißt es ab Juli dieses Jahres im Europa-Rosarium Sangerhausen. Dort befindet sich nicht nur die größte Rosensammlung der Welt, sondern das Rosarium ist Außenstandort der Bundesgartenschau, die kürzlich in Erfurt eröffnet wurde. Das ist der Ritterschlag für Angela Straßberger, die zehn ihrer Blumenbilder für die Outdoor-Kunstausstellung ausgewählt hat.

Ausstellung bei der Bundesgartenschau

In den Formaten 50 mal 70 Zentimeter präsentiert die Floristin auf Staffeleien eine „fröhliche Spielerei“, die „lieblichen Drei Schwestern“, „Florale Romantik“, das „Pure Gartenglück“, die „Verliebte Nixe“, „zauberhafte Märchenfee“ und die „Tränenprinzessin“. Einen besonderen Reiz bieten die „Bildschönen vier Jahreszeiten“, weil die Rabenauerin mehrere hübsche Gesichter in den Fokus rückt. Dabei hat die Künstlerin Wilde Möhren, Waldrebe, Narzissen, Hornveilchen, Rittersporn und bunte Herbstblätter verarbeitet. Die Künstlerin bringt ihre Werke selbst nach Sangerhausen und arrangiert sie im Gelände. Die Bilder sind wetterfest und werden auf Staffeleien aufgestellt.

Wenn die 70-Jährige durch Wald, Feld und Flur streift, denkt und sucht sie mit dem Herzen. Denn sie sieht sich nach Blättern und Blüten, Stängel, Zweigen und Halmen um – oft um Rabenau. Die Pflanzen werden 14 Tage einer Formpresse anvertraut, bevor sie sorgsam getrocknet werden. „Dabei dürfen Farbe und Form nicht verlorengehen“, gibt Straßberger Einblick in ihr Handwerk.

Motiv für Stoffhersteller geliefert

Mit Schere und Pinzette, Messer und Latexleim, Spray und Lack formt die professionelle Künstlerin ihre Motive, um die Gaben der Natur auf 190-Gramm-Karton oder Leinwand zu postieren. Kindergesichter haben Vorrang, „denn meine vier Enkel erinnern mich, dass Natur und Kinder unsere Zuneigung brauchen“, sagt sie. Mit Gräsern und Stielen formt sie Mund, Nase und Augenbrauen – für die Bildnerin keine Petitessen, sondern Details fröhlichen Lebens. Seit 2007 fanden die einmaligen Blumenbilder aus Rabenau viele Bewunderer auf Sonderausstellungen in 30 Städten, darunter in Erfurt und Dresden, Premnitz, Havelberg, Goslar und Frankenberg. Für die Logistik ist dann auch Ehemann Dieter mit aktiv. „Mein Wunsch wäre es, mal in München, Hamburg oder Berlin ausstellen zu können“, sagt Straßberger.

Drei dicke Gästebücher und ein großer Karton voller Dankesworte haben sich inzwischen angesammelt. „Es ist faszinierend, was Sie aus Naturmaterial schaffen“, schrieb beispielsweise Marion Knuth aus Neubrandenburg. Erika Köhler aus Berlin: „Haben Sie Dank für Ihre lieblichen Blumenkinder!“ Anonym ist zu lesen: „Schönheit fragt nicht nach Aufmerksamkeit.“ Sabine aus der Schweiz bekennt: „So eine Kunst habe ich noch nie gesehen.

“Die vogtländischen Firmen „plus H“ und „Hanabi“ waren zur Landesgartenschau in Frankenberg auf Straßbergers Kunst aufmerksam geworden. Simon Schier ist begeistert: „Wir haben wunderbare Motive auf Textilien gedruckt und in einer sehr erfolgreichen Erstauflage auf den europäischen Markt gebracht.“ Tischdecken, Gardinen, Kissen, Vorhänge und T-Shirts fanden guten Absatz.

Dank Angela Straßberger hat sich Mutter Erdes „Blüten-Schatzkammer“ für jedermann geöffnet. Die Rabenauerin plant bereits eine Schau für die Landesgartenschau in Torgau 2022, und der Monatskalender „Gesichter der Natur“ ist bereits gedruckt.

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