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Sommertheater mit der Spielbühne Freital

Mario Grünewald inszeniert die Krimikomödie „Die gestohlene Miniatur“ nach Erich Kästner. Am Sonnabend ist Premiere in Döhlen.

Falk Hochmuth gibt den Fleischermeister Oskar Külz im neuen Stück der Spielbühne Freital.
Falk Hochmuth gibt den Fleischermeister Oskar Külz im neuen Stück der Spielbühne Freital. © Thomas Morgenroth

Fleischermeister Oskar Külz aus Berlin hat etwas getan, was er noch nie getan hat: Er ist ohne seine Frau Emilie verreist, und zwar nach Kopenhagen. Weil „die Amsel gesungen hat“, wie er ihr auf einer Postkarte mitteilen will. Unglücklicherweise vergisst er diese im Hotel, was bei zwei zwielichtigen Gestalten für Verwirrung sorgt – sie vermuten Absicht dahinter. Die Ganoven Storm und Achtel sind von ihrem Chef beauftragt, ein Fräulein Trübner im Auge zu behalten. Das ist die Assistentin des Berliner Kunstsammlers Steinhövel. Und da kommt plötzlich Herr Külz ins Spiel, den Irene Trübner zum Transport eines wertvollen Kunstwerkes überredet.

Unverhofft findet sich Oskar Külz mitten in einem Kriminalfall wieder. Seine Reise nach Brüssel mit dem Zug und dem Schiff wird für den bodenständigen und trinkfesten Külz zum Abenteuer seines Lebens. Er gerät in den Fokus einer Bande deutscher Kunsträuber und verschiedener Personen, deren Identitäten nicht ganz klar sind. Immerhin geht es um ein Gemälde von Hans Holbein dem Jüngeren, das so klein ist, dass es in eine Handtasche passt.

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1935 als Roman erschienen

„Die verschwundene Miniatur“ ist eine höchst amüsante und turbulente Geschichte von Erich Kästner. Der Roman ist 1935 in der Schweiz erschienen, wurde in 22 Sprachen übersetzt, zweimal verfilmt und immer wieder fürs Theater adaptiert. Nun kommt die Krimikomödie in einer Bearbeitung von Stefan Schroeder in Freital auf die Bühne, als Sommertheater der Spielbühne an ihrem neuen Domizil in Döhlen. Die Premiere ist diesen Sonnabend.

Die Inszenierung besorgt der Freitaler Schauspieler Mario Grünewald, der seit fünfzehn Jahren mit dem Amateurtheater arbeitet. Der 53-Jährige, der gerade am Schloss Übigau in „Alice im Wunderland“ als Minister für Ordnung und Ewiggestriger zu erleben ist, probt seit Wochen mit einem zehnköpfigen Ensemble, in dem sich einige Debütanten befinden.

Debütanten auf der Bühne

Wie der Musiklehrer Alexander Martin, der als Musiker mit Geige, als Schaffner, Kellner oder Ganove auftritt, und Robert Lipkin als undurchsichtiger Herr Struve, Wachtmeister und Pianist. Auch Falk Hochmuth ist zum ersten Mal bei einer Inszenierung der Spielbühne dabei. Der 52-jährige Religionspädagoge übernimmt mit dem Fleischermeister Külz gleich eine der Hauptrollen. So ganz unbeleckt ist der Neuling freilich nicht: Hochmuth, der wie Regisseur Grünewald im ersten Beruf Schlosser ist, arbeitet in der Kirchgemeinde Dresden-Plauen und leitet dort ein Kinder- und Jugendtheater. Ansonsten ist er auch als Sänger zu erleben, zum Beispiel mit Liedern von Schumann und Schubert.

Die Stammgäste der Spielbühne dürfen sich zudem auf ein Wiedersehen mit wohlbekannten Darstellern freuen, wie Anne Konstanze Lahr als Irene Trübner, Thomas Morgenroth und Charlotte Fenzel als Gaunerpärchen Storm und Achtel, Carolin Hasselbusch als rechte Hand des Chefs, sowie Matthias Hofmann, Andrea Kempe und Christoph Röber in wechselnden Rollen.

Nach einem Dreivierteljahr Zwangspause lädt die Spielbühne Freital nun zu den „Abenteuern eines empfindsamen Fleischermeisters“ ein, wie Kästners Roman im Untertitel heißt. Oskar Külz, das Sensibelchen – das kann ja nur lustig werden.

Premiere am 10. Juli (ausverkauft), außerdem am 11. Juli, 19 Uhr, 16., 17. Juli, je 20 Uhr, 18. Juli, 19 Uhr und vom 24. bis 26. September, Tickets: Telefon 0351 6521955.

http://www.spielbuehne-freital.de/

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