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Wo das Patenkind der Kaiserin aufwuchs

Zum 100. Geburtstag des vorletzten Besitzers öffnet Jan Horsky die Türen von Schloss Nöthnitz. Und er hat noch etwas vor.

Jan Horsky, Besitzer von Schloss Nöthnitz, mit dem Plakat für den Tag der offenen Tür.
Jan Horsky, Besitzer von Schloss Nöthnitz, mit dem Plakat für den Tag der offenen Tür. © Egbert Kamprath

Einmal in dem Raum stehen, in dem schon der russische Zar Alexander II. stand? Das geht, denn am 10. Oktober wird das Schloss Nöthnitz in Bannewitz für Gäste offen stehen. 

Zwischen 10 und 15 Uhr können Besucher das Museum besuchen und 11 Uhr lädt der Eigentümer Jan Horsky zu einer persönlichen Führung ein: "Dabei werde ich nicht nur etwas zur Geschichte des Anwesens aus dem 17. Jahrhundert erzählen sondern auch über die Menschen, die dort gelebt haben, und über meine persönlichen Erfahrungen, die ich beim Umbau des Schlosses gesammelt habe", sagt der 24-jährige. Wegen der Corona-Verordnung sei eine Voranmeldung für die Führung auf der Homepage des Schlossvereins allerdings nötig. Zudem müsse eine Mund-Nasen-Bedeckung mitgebracht werden. Erwachsene zahlen für die Führung sieben Euro Eintritt, der alleinige Museumsbesuch kostet fünf Euro. Im Schlosshof soll zudem für alle Gäste ein Oldtimer von 1932 stehen, in dem Fotos gemacht werden könnten, verspricht Horsky.

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Ab 17 Uhr sei am 10. Oktober eine geschlossene Veranstaltung mit rund 40 geladenen Gästen in Erinnerung an den vorletzten Schlosseigentümer Viktor Freiherr von Finck geplant, der am 22. Oktober 1920 geborenen wurde. Dazu seien einige Freunde, die ihm damals beim Aufbau des Schlosses geholfen haben eingeladen, sagt Jan Horsky, der das Schloss Nöthnitz von seinem Vater erbte und Viktor von Finck ein Jahr vor dessen Tod kennenlernte: "Er hat mir sehr viel von seiner Kindheit und Jugend erzählt und wie er in Nöthnitz aufgewachsen ist. Es war für mich als junger Mensch eine Verbindung zu den alten Zeiten, die nicht mehr greifbar für mich waren.  Viktor von Finck hatte einen überaus interessanten Familienstammbaum. Er war sogar ein Nachfahre von Wilhelm von Humboldt", sagt der 24-jährige jetzige Schlosseigentümer. Und Viktor Freiherr von Finck war das letzte Patenkind von Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg, der Gemahlin von Kaiser Wilhelm II., also der letzten deutschen Kaiserin und Königin von Preußen. Er verstarb am 27. April 2010. 

Der junge Schlosseigentümer Horsky plant auch weitere Veranstaltungen. Am 16. Oktober sie ein Vortrag zu dem Thema "General Jean-Victor-Marie Moreau" geplant. Den Vortrag über den französischen General, dessen Beine im Schloss Nöthnitz amputiert wurden, hält Christian Girbig aus Dresden. Die 90-minütige Veranstaltung soll 18 Uhr im Schloss-Saal beginnen, für ein Eintrittsgeld von acht Euro. 

Im kommenden Jahr würde dann etwas ganz großes stattfinden. Dafür bräuchte Jan Horsky allerdings Unterstützung, sagt er Sächsische.de: "Am 27. August wollen wir einen Moreau-Tag durchführen, in der Kleidung der damaligen Zeit, Anfang des 19. Jahrhunderts. Dafür suchen wir Menschen, die Empire-Mode oder napoleonische Uniformen  besitzen und sich selbst in diesen bei uns präsentieren wollen." Horsky fügt hinzu: "Wenn alles klappt, könnten wir in dieser Mode auch einen richtigen Ball hier machen. Mal sehen wie wir das umsetzen können." Menschen, die mitmachen wollen, mögen sich bitte beim Schloss-Verein melden.

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