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Schwerter in der Grundschule

Der Projektcircus Andre Sperlich erfüllt Kinderträume in Oelsa. Die Schüler lernen Akrobatik, jonglieren oder Clownerie. Aber auch so manchen atemberaubenden Trick.

Scott von den Jungs der Zirkus-Piraten-Gruppe schiebt sein spitzes Schwert in das Fass, in dem sich ein Junge versteckt, der die Schatztruhe gestohlen hat.
Scott von den Jungs der Zirkus-Piraten-Gruppe schiebt sein spitzes Schwert in das Fass, in dem sich ein Junge versteckt, der die Schatztruhe gestohlen hat. © Egbert Kamprath

"Nein, ich verrate den Trick nicht", sagt der neunjährige Scott, der gerade sein Schwert von der Seite durch ein großes Fass schiebt. In dem Fass sitzt ein Schulkamerad, der natürlich am Leben bleiben soll. Ob's klappt? 

Wie im ganz großen Zirkus geht es bei der Generalprobe im roten Zirkuszelt am Mittwochmittag auf dem Sportplatz in Oelsa an der Possendorfer Straße zu. Scott lacht und sagt: "Das macht richtig Spaß, aber ich bin ganz schön aufgeregt." 

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Der Viertklässler nimmt an der Projektwoche der Grundschule Oelsa teil. Mit den 163 anderen Kindern dieser Schule und den Mädchen und Jungen der beiden Kindergärten aus Oelsa und Rabenau dürfen sich alle aussuchen, in welche Zirkusrolle sie schlüpfen wollen. 

Der Viertklässler Clown Janik schwebt über den anderen Kindern in der Manege.
Der Viertklässler Clown Janik schwebt über den anderen Kindern in der Manege. © Egbert Kamprath

Geprobt wird zweimal zweieinhalb Stunden zu Beginn der Woche und dann folgen die insgesamt sechs Aufführungen für Familien und Freunde, erklärt der Junior-Zirkusdirektor Patrick Sperlich. "Wir teilen die Kinder in Gruppen ein, je nachdem was sie lernen wollen. Es gibt Clowns, Fakire, Akrobaten, Zauberer, Trapezkünstler, Piraten Jongleure und eine Taubenshow." 

Neun Trainer bringen den Kindern kleine Kunststücke bei und stehen während der Show helfend neben ihnen, eingegriffen werde aber nur, wenn es nötig wird, betont Sperlich.

Zirkusdirektor Andre Sperlich zeigt, dass er es auch selber kann.
Zirkusdirektor Andre Sperlich zeigt, dass er es auch selber kann. © Egbert Kamprath

Zwölf Programmpunkte gibt es insgesamt. Die Vorstellung dauert etwa zwei Stunden. Wegen der Corona-Hygienemaßnahmen könnten in diesem Jahr aber weniger Zuschauer kommen, da die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände eingehalten werden müssen. "Deshalb sind die sechs Vorführungen hauptsächlich mit Eltern und Freunden bereits ausgebucht", sagt der Junior-Zirkusdirektor. 

Nur vereinzelt gebe es noch Karten am hübsch mit Blumen dekorierten Kassenwagen für 10 Euro beziehungsweise drei Euro für Kinder, die sich die einmalige Kinderzirkus-Show anschauen wollen. Geplant sind die Vorführungen am Donnerstag 15 und 18 Uhr sowie am Freitag um 10, 15 und 18 Uhr.

Geglückte Generalprobe mit viel Applaus

Zur Generalprobe am Mittwoch gab es schon den ersten großen Applaus für die kleinen Künstler. In den vom Zirkus gestellten Kostümen treten sie aber erst zu den Aufführungen in die Manege.

Für Schulleiterin Kerstin Rossin und ihre zehn Lehrer hieß es bereits im Vorfeld viel zu organisieren: "Zweieinhalb Wochen haben wir bereits alles vorbereitet und mit den Kindern das Projekt besprochen. Für uns war es wichtig, dass sie nach dem halben Jahr Pause durch Corona endlich mal wieder ein Highlight erleben können", betont die Grundschulleiterin aus Oelsa. 

Da die Kinder in Zirkusgruppen unterteilt werden, seien sie nicht nur mit gleichaltrigen zusammen sondern die Großen könnten den Kleinen helfen und somit auch für die Schulzeit Kontakte über ihre eigene Klasse hinaus pflegen. Zudem würden Kinder, deren schulische Leistungen nicht immer ganz so gut sind, hier im Zirkus ganz andere Fähigkeiten an sich entdecken und lernen, dass man in allen Lebenslagen weiter dazulernen muss, sagt Rossin.

Die Cowboys aus der ersten Klasse galoppieren mit ihren Pferchen durch die Zirkusmanege.
Die Cowboys aus der ersten Klasse galoppieren mit ihren Pferchen durch die Zirkusmanege. © Egbert Kamprath

Der "1. Ostdeutsche Projektcircus Andre Sperlich" tourt seit 16 Jahren durch Städte und Dörfer. Zuletzt war er in Kurort Hartha. Dort durften 137 Kinder ab vier Jahren Zirkusluft schnuppern. Nächster Stopp sei ab kommender Woche Claußnitz bei Chemnitz, so Sperlich. 

Um die Teilnahme am Zirkusprojekt müssen sich die Schulen selber kümmern. "Wir bewerben das nicht", sagt der Junior-Zirkusdirektor. "Die Wartezeit liegt im Schnitt bei vier Jahren, doch durch Corona ist in diesem Jahr alles etwas anders." Eltern zahlen für die Teilnahme ihres Kindes 24 Euro, erhalten aber im Gegenzug einen Rabatt an der Kasse für die Vorstellungen.

Scott ist nach seinem Schwertauftritt sichtlich erleichtert, dass es geklappt hat und sein Mitschüler noch lebt. Er sagt: "Also Schule ist auch schön. Ich kann nicht sagen, was mir besser gefällt, aber mitgemacht habe ich gerne beim Projektzirkus." Und nein, er bleibt dabei: Den Trick mit den Schwertern verrät er nicht. Das verbiete die Magier-Ehre.

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