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Hofgemeinschaft mit grünem Daumen

Das Projekt „100 Pflanzoasen für Freital“ wächst. 68 Pflanzkübel stehen schon im Stadtgebiet, weitere Paten sind willkommen.

Ricarda Liebsch (links) freut sich, dass Heike Morgenstern mit ihrer Hausgemeinschaft die Patenschaft für einen Pflanzkübel übernommen hat.
Ricarda Liebsch (links) freut sich, dass Heike Morgenstern mit ihrer Hausgemeinschaft die Patenschaft für einen Pflanzkübel übernommen hat. © Egbert Kamprath

Schwungvoll geht Heike Morgenstern auf den kleinen Platz an der Ecke Goethestraße/ Dresdner Straße zu. Mit ihrem farbenfrohen Shirt hebt sich die 43-Jährige vom Straßenverkehr ab, der hier in der Nähe des Freitaler Stadtkulturhauses vorbeizieht. Vor zwei hohen Pflanzkübeln aus Stahl macht sie halt. Gelbe Krokusse leuchten an den Rändern. In der Mitte stehen kräftige Tulpenpflanzen, die bald aufblühen werden. Weidenzweige sind darüber zu einem großen Ei gebunden, das bunt dekoriert ist.

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Anlässlich des 100. Stadtgeburtstages am 1. Oktober 2021 läuft seit vorigem Herbst die Aktion „100 Pflanzoasen für lebendiges Stadtgrün“. Das Projekt wird von der Stadtverwaltung mitfinanziert und -organisiert, lebt aber vom Engagement der Pflanzpaten vor Ort. „Wir sind ein Hoftreff. Zu uns gehören Mieter von der Dresdner Straße 119 und ringsum, dazu die Motorradfreunde Freital. Wegen der Corona-Situation können wir uns leider nur eingeschränkt treffen“, erklärt Heike Morgenstern. Dana Graf vom Hoftreff habe den Kontakt zur Projektleitung aber gleich im Herbst aufgenommen. Die Kübel tragen die Nummern 22 und 23. „Für die 23 haben die Motorradfreunde sogar die Patenschaft übernommen. Wir betreuen ihren Pflanzkübel mit.“

Österlicher Schmuck im Pflanzkübel an der Dresdner Straße in Freital anlässlich des 100. Stadtgeburtstages.
Österlicher Schmuck im Pflanzkübel an der Dresdner Straße in Freital anlässlich des 100. Stadtgeburtstages. © Egbert Kamprath

Katrin Jäpelt vom Sachgebiet Grünflächen und Umwelt der Stadt Freital sagt: „So haben wir es uns vorgestellt, dass sich ganz unterschiedliche Paten für dieses Projekt zusammenschließen.“ Angesprochen seien Privatpersonen, Vereine, Initiativen oder Unternehmen. 68 Pflanzkübel sind im Stadtgebiet schon aufgestellt. Mehr als ein Drittel der Pflanzoasen haben bereits Paten. „Es gibt weitere Interessenten, denen noch ein fester Standort zugewiesen wird“, sagt Katrin Jäpelt. Doch die genaue Standortwahl müsse vorher auch mit dem Sachgebiet Straßen und Tiefbau abgestimmt werden.

Mit-Initiatorin Ricarda Liebsch aus Pesterwitz verteilt derzeit weiter Flyer, um Pflanzpaten zu gewinnen. Sie schaut sie sich vor Ort oder auf eingesandten Fotos auch mit an, wie die Pflanzoasen gedeihen. Als Mitglied der AG Geschichte Pesterwitz hat sie schon die 950-Jahrfeier in ihrem Stadtteil mit vorbereitet. Begeistert berichtet sie nun von der Gestaltung der Pflanzoasen in Saalhausen: „Dort steht gerade die stählerne Hundert, die zur Einstimmung des Jubiläums von Freital durch die Stadtteile wandert. Dazu haben die Saalhausener einen kleinen Osterbaum mit 100 Eiern geschmückt. Auf ihnen stehen Rätsel zu Freital.“

Erinnerung an die Tradition als Stahlwerkerstadt

Die Kübel für die Pflanzoasen werden von der Freitaler Metallbaufirma Zeiss aus Cortenstahl, einem wetterfesten Baustahl, hergestellt. „Das Material ist langlebig und erinnert an die Tradition als Stahlwerkerstadt“, sagt Katrin Jäpelt.

Unterstützt vom Bauhof füllt der Verein Biotec, der Pflanzpate am Bürgerbüro ist, die Jubiläums-Kübel. Die unterste Schicht ist ein Ton-Granulat als Wasserspeicher. Es wird mit einem Flies abgedeckt, darauf kommt die Erde. Die Innenseiten der Kübel sind isoliert, damit sie sich im Sommer nicht so aufheizen.

Die Freitaler Außenstelle der Ausbildungsgesellschaft für Metalltechnik und Schweißer GmbH aus Heidenau hilft bei der Beschriftung der Kübel. „Jetzt, im Frühling, wird die Aktion an Dynamik gewinnen. Bald werden die Pflanzoasen stärker auffallen“, kündigt Ricarda Liebsch an. An den Stadteingängen stehen oft die ersten, wie vorm Einnehmerhaus in Potschappel oder auch einer in Birkigt.

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„Wenn unsere Tulpen und Krokusse verblüht sind, geht es bei uns weiter mit der Sommerbepflanzung“, sagt Heike Morgenstern an der Dresdner Straße. Vieles ist möglich: Blumen, Gräser, Kräuter und sogar kleine Obstbäume. Nur eines nicht: Keine Oase wird der anderen gleichen. Jede ist einzigartig.

Kontakt für Interessenten: E-Mail oder Telefon

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