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Zuschuss für Brunnengrundstücke

Wilsdruff unterstützt den Anschluss an das zentrale Trinkwassernetz. Dafür stehen 120.000 Euro bereit. Alle Fragen sind aber noch nicht geklärt.

Die Stadt Wilsdruff unterstützt Grundstückseigentümer, die sich ans zentrale Trinkwassernetz anschließen wollen.
Die Stadt Wilsdruff unterstützt Grundstückseigentümer, die sich ans zentrale Trinkwassernetz anschließen wollen. © ZB

In Wilsdruff sollen weitere Grundstücke an das zentrale Trinkwassernetz angeschlossen werden. Nach einer Erhebung des Rathauses gibt es immer noch 80 Grundstücke, die nicht am Netz sind. Diese befinden sich in Birkenhain, Grumbach, Helbigsdorf, Herzogswalde und Kleinopitz. Dass dorthin bisher keine Leitungen gelegt worden sind, lag in vielen Fällen am hohen Erschließungsaufwand, erklärte Bürgermeister Ralf Rother (CDU) in der jüngsten Stadtratssitzung. 

Der sei zwar immer noch, aber die Randbedingungen haben sich inzwischen geändert, so der Rathauschef. Infolge der klimatischen Veränderungen der letzten Jahre seien viele Hausbrunnen ausgetrocknet. So auch in Sachsen. Der Freistaat hat deshalb nach vielen Jahren wieder ein Förderprogramm aufgelegt, mit dem der Anschluss von Grundstücken finanziell unterstützt wird. Insgesamt stehen zehn Millionen Euro zur Verfügung. Davon sollen nun auch Grundstückseigentümer im Wilsdruffer Stadtgebiet profitieren, zunächst die in Herzogswalde. Dort hat der zuständige Wasserversorger, die Wasserversorgung Weißeritzgruppe, in Erwägung gezogen, die Grundstücke ohne Trinkwasseranschluss ans Netz zu holen und Fördermittel beantragt.

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Laut Rathaus handelt es sich um 22 Grundstücke an den Straßen Landbergblick und Hauptstraße. "Bislang haben sich lediglich neun betroffene Grundstückseigentümer für den Anschluss entschieden", so Rother. Das seien noch zu wenig. "Aktuell ist das Investitionsvorhaben auf der Kippe." Der Grund für die Zurückhaltung: Trotz Fördermittel und zusätzlichem Geld, das der Wasserversorger bereitstellt, müssen sich die Grundstückseigentümer mit einem Baukostenzuschuss am Bau der Leitungen beteiligen. Würden alle Herzogswalder mitmachen, fielen pro Grundstück mit einer Wohneinheit je 6.500 Euro an. Wenn sich auf dem Grundstück weitere Wohnungen befinden, müssten diese einen Baukostenzuschuss von 25 Prozent pro Wohnung aufbringen. Dazu kommen aber jeweils noch die Kosten für den Hausanschluss.

Vorbild Glashütte?

Die vergleichsweise hohen Kosten schrecken offenbar einige Grundstückseigentümer ab. Manch einer überlegt, ob er sich nicht lieber einen tieferen Brunnen graben lassen soll. Das Rathaus plädiert aber dafür, die Chance zu nutzen, um sich ans Netz anzuschließen zu lassen. Weil Wilsdruff das favorisiert, schlägt die Verwaltung vor, jedem Grundstückseigentümer einmalig 1.500 Euro zu zahlen. Ähnlich ist die Stadt Glashütte vorgegangen. Letztlich erreichte sie, dass sich viele Grundstückseigentümer in den sogenannten Brunnendörfern Dittersdorf und Johnsbach freiwillig für den Anschluss entschieden haben. In Wilsdruff hofft man nun auf einen ähnlichen Effekt.

Der Stadtrat votierte einstimmig für den Vorschlag der Verwaltung. Den Zuschuss möchte Wilsdruff auch anderen Grundstückseigentümern gewähren. Auch jenen, die zum Zuständigkeitsbereich des kommunalen Eigenbetriebes Braunsdorfer Höhe gehören. Würden alle Betroffenen das Angebot annehmen, müsste Wilsdruff insgesamt 120.000 Euro bereitstellen, rechnete Rother den Räten vor. 

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Wie das Geld letztlich ausgezahlt wird, hat der Stadtrat noch nicht entschieden. Das soll erst geregelt werden, wenn das erste Projekt umgesetzt wird. Letztlich drängt aber die Zeit, so Rother. Die vom Freistaat ausgereichten Fördermittel müssen bis Ende 2021 abgerechnet werden. Der Trinkwasserversorger und die Stadt wollen die betroffenen Bürger über die Modalitäten informieren.

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