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Bayerische Polizei klärt Einbruch auf

Ein rumänisches Diebes-Duo entwendete in der Freitaler Kfz-Zulassungsstelle Dokumente und Bargeld. Der Coup hatte Folgen - nun auch für die Täter.

Weil bei dem Einbruch in die Hüttenstraße ein großer Schaden entstand, blieb das Amt ein halbes Jahr zu.
Weil bei dem Einbruch in die Hüttenstraße ein großer Schaden entstand, blieb das Amt ein halbes Jahr zu. © Andreas Weihs

Ein aufgehebeltes Fenster, geknackte Tresore  und zerstörte Bürotüren: Der Schaden, den Einbrecher Anfang Januar in der Zulassungsstelle des Landratsamtes hinterließen, war groß. So groß, dass die Behörde auf der Hüttenstraße in Freital monatelang geschlossen blieb. Ein Dreivierteljahr später ist nun klar, wer hinter der Tat steckte. Die Bayerische Polizei hat ein rumänisches Diebes-Duo überführt. 

Die beiden 46 Jahre und 42 Jahre alten Tatverdächtigen mit Wohnsitz im Landkreis Sonneberg in Thüringen sitzen in Untersuchungshaft. Die Südosteuropäer werden sich nicht nur für den Einbruch in Freital, bei dem ein Sachschaden von 32.000 Euro entstand, verantworten müssen. Wie die Polizei Oberfranken weiter mitteilte, gehen wohl mehr als 30 ähnliche Taten auf das Konto der beiden Männer.

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Leiter angestellt, Fenster aufgehebelt

Der Vorfall in Freital ereignete sich in der Nacht vom 6. zum 7. Januar. Die Einbrecher lehnten eine Leiter, die sie zuvor auf einer angrenzenden Baustelle entwendet hatten, an ein Fenster in der ersten Etage und hebelten es auf. In den Räumen bewegten sie sich nicht gerade rücksichtsvoll. Türen wurden aufgebrochen, Büros durchwühlt und zwei Tresore geknackt. 

Was die Täter genau entwendeten, teilte die sächsische Polizei lange nicht mit. Nun ist klar: Die Rumänen hatten es vor allem auf Bargeld abgesehen und räumten den Kassenautomaten aus. Jedoch wurde bei Wohnungsdurchsuchungen auch eine Vielzahl von entwendeten Blanko-Kraftfahrzeug-Zulassungsdokumenten gefunden.

Ähnlich wie in Freital gingen die beiden Kriminellen auch in anderen Städten vor. Aufgefallen war verschiedenen Ermittlern in den einzelnen Bundesländern zunächst, dass sich seit Anfang dieses Jahres Einbrüche in Rathäuser, Zulassungsstellen und Firmen im Raum Nordbayern, Thüringen und Sachsen häuften. Bald war klar: Es muss sich aufgrund der Spuren und der Vorgehensweise um eine Serie ein- und derselben Täter handeln. 

Daraufhin übernahm die Staatsanwaltschaft Hof gemeinsam mit der Kriminalpolizei Oberfranken die Ermittlungen. Betroffen waren unter anderem Einrichtungen im sächsischen Werdau, in Coburg, Hof und Wunsiedel in Oberfranken, aber auch Objekte im Thüringer Wald und in Hessen. Insgesamt ordnen die Ermittler dem Diebes-Duo inzwischen 32 Einbrüche zu. 

Schnell zeigte es sich, was das Ziel der Einbrecher war. In den Zulassungsstellen brachen sie vorwiegend Kassenautomaten und Tresore auf und entwendeten das darin befindliche Bargeld. In anderen Objekten stahlen sie neben Bargeld, Werkzeugen, Maschinen und Zigaretten auch Wertsachen jeglicher Art. "Die Täter gingen bei der Tatausführung teilweise mit brachialer Gewalt vor und verursachten beträchtliche, den Entwendungsschaden oft mehrfach übersteigende Sachschäden", heißt es seitens der Bayerischen Polizei. Der Stehlschaden beläuft sich wohl auf etwa 100.000 Euro, die Sachschäden auf mehr als 300.000 Euro. 

Zulassungsstelle völlig lahmgelegt

In Freital hatte der Einbruch noch ganz andere Folgen. Weil die Männer so rabiat vorgegangen waren, mussten umfangreiche Reparaturen ausgeführt werden. So waren eine Brandschutztür und eine Schließanlage kaputt. Außerdem waren die Tresore derart in Mitleidenschaft gezogen, dass neue bestellt werden mussten. Es handelte sich dabei um spezielle, sozusagen maßgeschneiderte Anfertigungen. Die Lieferung dauerte Monate und erfolgte erst Anfang Juni. Weil jedoch Geld und Dokumente aus Sicherheitsgründen nicht woanders aufbewahrt werden dürfen, blieb die Zulassungsstelle ein halbes Jahr komplett geschlossen.

Das ärgerte viele Freitaler. Um Führerscheine abzuholen, Fahrzeuge abzumelden oder neue Autos zuzulassen, mussten sie weite Wege bis nach Pirna oder Dippoldiswalde hinnehmen. Dort war dann der Andrang besonders groß. Auch Zulassungsdienste und Autohändler waren betroffen. Für sie bedeutete es einen erheblichen Mehraufwand, jedes Mal nach Pirna oder Dippoldiswalde zu fahren.  

Inwieweit die beiden Männer noch Mittäter hatten, wird derzeit ermittelt. "Beide inhaftierte Tatverdächtige legten inzwischen ein Teilgeständnis beziehungsweise in einem Fall ein umfassendes Geständnis ab. Gegen weitere potenzielle Mittäter und Unterstützer des festgenommenen Duos prüfen die Ermittler aktuell noch Maßnahmen", heißt es seitens der bayrischen Polizei.

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