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Freitaler City Center ist wieder ein Blickfang

Der Wohn- und Geschäftskomplex in Freital wurde mit einem Millionenaufwand saniert.

Henryk Eismann ist Geschäftsführer der WGF und freut sich über die Neugestaltung des City Centers.
Henryk Eismann ist Geschäftsführer der WGF und freut sich über die Neugestaltung des City Centers. © Egbert Kamprath

Das Erste, was auffällt, ist die Farbe. Früher war sie weißgrau, mit einigen ockerfarbenen Elementen dazwischen. Die Fenster zur Dresdner Straße wirkten wie Schießscharten und verliehen dem Freitaler City Center den Charme einer Betonfestung. "Das sah alles nach den Neunzigerjahren aus", kommentiert Henryk Eismann. Wenn der Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Freital (WGF) heute auf den Wohn- und Geschäftskomplex an der Ecke Dresdner Straße/Bahnhofstraße schaut, ist er sehr zufrieden. "Wir haben etwas daraus gemacht."

Gekostet hat es allerdings auch drei Jahre intensive Arbeit und rund 6,5 Millionen Euro. Dass die WGF in diesem Umfang investierte, lag einerseits an der Substanz, andererseits an der Lage innerhalb Freitals. Das City Center steht mitten im Zentrum. In der Nachbarschaft das Technologie- und Gründerzentrum, schräg gegenüber der Neumarkt - da wollte man nicht aussehen wie eine graue Maus. Zumal ebenfalls gegenüber dem City Center das neue Stadtzentrum entstehen soll. "Wir wollten unseren Teil zur Zentrumsgestaltung beitragen", sagt Henryk Eismann.      

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Moderne Wohnungen werden im City-Center vermietet

Die WGF erwarb das City Center im März 2017. Zuvor hatte es einem Immobilienfonds gehört, der vor allem Wert darauf legte, dass die Mieten und Pachten flossen. Viel investiert wurde dagegen nicht. "Der Zustand der Gebäudesubstanz war gut, aber in den Gewerbeeinheiten und Wohnungen herrschte erheblicher Sanierungsstau", berichtet Eismann. Manche Einheiten seinen schon etwas heruntergewirtschaftet gewesen. 

Die WGF, ein städtisches Wohnungsunternehmen, legte los und ließ zunächst wichtige Reparaturarbeiten durchführen. Dazu gehörte beispielsweise die Kanalisation. In alten Rohren, die noch vom Abriss der Altbebauung übrig geblieben waren, hatten sich Ratten eingenistet. Es dauerte Monate, das Netz zu ordnen, abzudichten und die Nager erfolgreich zu vertreiben.

Letztendlich eine Kleinigkeit im Vergleich zu dem, was ab 2018 folgte. Die WGF ließ innerhalb von drei Jahren den gesamten Komplex generalüberholen. Als Erstes wurde der große Laden im Hauptgebäude umgebaut. Die Treppe ins erste Obergeschoss, wo inzwischen die Bibliothek und die Volkshochschule eingemietet waren, wurde gekappt. An die Front wurde ein Anbau mit neuem Treppenhaus gesetzt. Dessen rote Glasfront prägt nun die Optik des City Centers.

Damit aber nicht genug. Die gesamte Fassade wurde abschnittsweise umgestaltet. Dazu wurden die Fensteröffnungen, hinter denen die Gänge zu den einzelnen Wohnungen liegen, aufgebrochen, vergrößert und mit Glaselementen gestaltet. Nun wirkt die Gebäudeansicht lockerer, heller und leichter. Auch viele Wohnungen wurden nach Auszug der Mieter saniert. Das Neunzigerjahre-Laminat kam raus, neue Fußböden wurden eingesetzt, Bäder neu gefliest, die Elektrik, inklusive WLAN-Zugang, auf den neuesten Stand gebracht. Offenbar trifft die WGF damit den Geschmack der Wohnungssuchenden. "Leerstand haben wir im City Center kaum noch. Sobald die Wohnungen fertig sind, sind sie auch schon vermietet", berichtet der WGF-Chef.

Penny-Markt im City-Center ist jetzt größer

2019 folgte der Umbau der Ladenpassage mit Bäcker, Fleischer und Gemüsehändler. Der Durchgang von der Bahnhofsstraße zum Parkplatz verschwand. Dafür wurde auf dieser Fläche der Penny-Markt um gut 300 Quadratmeter vergrößert. Die sichtbarste Veränderung betraf die Bahnhofstraße. Zuvor war sie mit ihren Müllplätzen zwischen einfachen Rasenflächen kein Hingucker. Die Linden verschatteten zudem alles und nahmen Platz weg. 

Jetzt wurzeln entlang hier kleinere Zierbäume, der Fußweg ist neu gestaltet und verbreitert, in Hochbeeten wachsen Blühpflanzen und Gräser ähnlich wie auf dem Neumarkt. Bänke laden zum Verweilen ein. Auf Höhe der Ladenpassage wurde eine Möglichkeit geschaffen, Tische und Stühle für einen Imbissbereich aufzustellen. "Dieses Stück der Bahnhofstraße hat jetzt Alleecharakter", freut sich Henryk Eismann.

Mehr Licht, breite Wege, neue Bäume: Die Bahnhofstraße hat jetzt zwischen dem City-Center und dem Technologie- und Gründerzentrum Alleecharakter.
Mehr Licht, breite Wege, neue Bäume: Die Bahnhofstraße hat jetzt zwischen dem City-Center und dem Technologie- und Gründerzentrum Alleecharakter. © Egbert Kamprath

Wohnungsbrand im Oktober

In diesem Jahr wurde noch das Parkdeck saniert und der Zwischenbau am Fitnesscenter in Angriff genommen. Hier wurde der bisherige Glasbau abgerissen und durch einen Massivbau mit großen gläsernen Fensterfronten ersetzt. Die markante Fassade mit den roten Glaselementen wird am Zwischenbau bis Mitte November hergestellt. Dies sollte den Schlusspunkt der Gebäudesanierung bilden.

Doch es kam anders: Anfang Oktober gab es einen Wohnungsbrand über dem Penny-Markt. An der Fassade über dem Küchenfenster sieht man noch Ruß. Doch das Gerüst steht bereits, um dieses Teilstück wieder herzustellen. Auch die Beseitigung der Brandschäden innerhalb der Wohnung laufen, so dass - wenn es das Wetter zulässt - in Kürze auch unter diesen unfreiwilligen „letzten Bauabschnitt“ ein Schlussstrich gezogen werden kann.

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