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Freitals Feuerwehr 2020 täglich im Einsatz

Freitals Brandbekämpfer mussten im vergangenen Jahr 364-mal ausrücken. Neben Hausbränden und Verkehrsunfällen gab es auch einen kuriosen Einsatz.

Der größte Einsatz 2020: Am Abend des 7. November brannte der Dachstuhl eines Freitaler Wohnhauses.
Der größte Einsatz 2020: Am Abend des 7. November brannte der Dachstuhl eines Freitaler Wohnhauses. © Roland Halkasch

Pandemie und Lockdown zum Trotz - für Freitals Feuerwehr war das vergangene Jahr alles andere als ruhig. Beinahe täglich gab es einen Alarm. Insgesamt musste die Wehr an den 366 Tagen 364-mal ausrücken. Damit liegt die Zahl der Einsätze nur knapp unter dem Niveau von 2019. Damals gab es 381 Alarmierungen.

Großbrand in Potschappel

Den größten Einsatz überhaupt hatten Freitals Kameraden kurz vor Jahresende. In den Abendstunden des 7. November brannte der Dachstuhl des ehemaligen Potschappler NKD-Kaufhauses. Das inzwischen zum Wohnhaus umgebaute Gebäude mit mehr als 30 Mieteinheiten musste komplett geräumt werden, verletzt wurde niemand. Die Feuerwehrleute konnten jedoch verhindern, dass sich der Brand über das gesamte Hausdach ausbreitete.

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Noch vor Weihnachten konnten die ersten Mieter wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Inzwischen ist klar, wie es zu dem Brand kommen konnte. Ein von zwei Kindern - zehn und elf Jahre alt - abgeschossener Feuerwerkskörper löste das Feuer aus.

Es war nicht der einzige derartige Einsatz. Nur einen Tag zuvor hatte es in Somsdorf einen Küchenbrand gegeben. Obwohl mehr als 30 Kameraden schnell vor Ort waren und sogar Feuerwehrmänner aus Rabenau anrückten, konnten sie nicht mehr verhindern, dass dabei ein Bewohner ums Leben kam. Wie die Feuerwehr später auf ihrer Facebook-Seite mitteilte, war der Verstorbene kein Unbekannter: Der Mann hatte viele Jahre bei der Feuerwehr gedient und war Mitglied der Alters- und Ehrenabteilung.

Stadt dankt Einsatzkräften

Einen weiteren Hausbrand gab es am 12. Oktober. In der Bahnhofstraße, in einer Wohnung über dem Penny-Markt, war ein Feuer ausgebrochen. Die Mieterin, eine ältere Dame, konnte gerettet und mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden.

Insgesamt musste die Freitaler Feuerwehr im vergangenen Jahr zu 86 Bränden ausrücken. "Die Bekämpfung des Wohnungsbrandes im Mehrfamilienhaus an der Bahnhofstraße und der Brand des ehemaligen NKD-Gebäudes waren außergewöhnlich und verlangten den Einsatzkräften der Feuerwehr einiges ab", heißt es dazu aus dem Rathaus.

Eine Nacht jedoch blieb ganz ruhig. In der sonst so arbeitsintensiven Silvesternacht gab es keinen einzigen Alarm.

Viel ehrenamtliche Arbeit

Die meisten Einsätze kamen jedoch im Bereich der sogenannten technischen Hilfeleistungen zusammen. Insgesamt 228-mal wurde die Feuerwehr deshalb alarmiert. Technische Hilfeleistungen sind beispielsweise bei Verkehrsunfällen oder Unwettern notwendig. Mitunter sind es recht einfache Einsätze, wie Ölspuren beseitigen oder ausgelaufenes Benzin binden. Doch es kostet der Wehr Kraft.

Denn zu den vielen Freitaler Alarmen kommen auch noch sogenannte überörtliche Einsätze. Dabei werden die Wehren angrenzender Kommunen bei besonders aufwendigen Einsätzen unterstützt. Voriges Jahr war das 18-mal der Fall.

Freital hat sieben Stadtteilwehren. Die zentrale Wache befindet sich in Döhlen. Dort arbeiten auch einige hauptamtliche Feuerwehrkameraden. Sie decken die Einsatzbereitschaft tagsüber an den Werktagen von Montag bis Freitag ab. Der weitaus größere Teil der 148 Männer und Frauen ist ehrenamtlich tätig. Einsätze, Schulungen, regelmäßige Übungen findet bei ihnen in der Freizeit statt.

Dann ist es natürlich umso ärgerlicher, wenn sie umsonst ausrücken müssen. Immer wieder gibt es solche Fehlalarme, vor allem, wenn Brandschutzanlagen auslösen. 16 Fehlalarmierungen gab es 2020 - mehr als eine pro Monat.

148 Männer und Frauen gehören zur Freitaler Feuerwehr. Die meisten sind ehrenamtlich tätig. Schulungen, Übungen, Training und Einsätze verrichten sie in ihrer Freizeit.
148 Männer und Frauen gehören zur Freitaler Feuerwehr. Die meisten sind ehrenamtlich tätig. Schulungen, Übungen, Training und Einsätze verrichten sie in ihrer Freizeit. © Roland Halkasch

Entenküken vom Dach gerettet

Doch es gibt auch die schönen Momente bei der Wehr. Zweifellos zählt ein Einsatz Ende April 2020 dazu. Damals hatte sich eine Stockente auf dem Krankenhausdach ein Nest gebaut und Eier gelegt. Doch als die Küken geschlüpft waren, gab es ein Problem. Der Entennachwuchs musste irgendwie vom Dach runter, um zur Weißeritz zu gelangen. Da konnte nur die Feuerwehr helfen. Vom Krankenhauspersonal alarmiert, packten einige Kameraden beherzt zu, setzten die Küken in eine Kiste und trugen sie zur Weißeritz.

Insgesamt rückten die Freitaler Feuerwehrmänner und -frauen im vergangenen Jahr zehnmal aus, um Tiere in Not zu retten.

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Ein weiterer Einsatz, der dabei für Gesprächsstoff sorgte, war das Schicksal von Cassy, einer kleinen Katze, die von ihrer Familie Mitte August vermisst wurde. Nach zwei Tagen intensiver Suche bemerkte die Familie, dass die Katze im Regenwasserfallrohr saß. Die Feuerwehr konnte den Mäusefänger aus seiner misslichen Lage befreien, allerdings erst nach aufwendigen, mehrstündigen Grabungsarbeiten.

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