merken
PLUS Freital

Freitaler Polizei kontrolliert Maskenpflicht

Maske, Maske, Maske - seit der Verschärfung der Vorschriften schaut die Polizei genauer mit hin, ob sich alle daran halten. Das klappt noch nicht überall.

Kaum Kunden, dafür viel Polizei: Im Freitaler Weißeritzpark kontrollierten die Beamten die Maskenpflicht.
Kaum Kunden, dafür viel Polizei: Im Freitaler Weißeritzpark kontrollierten die Beamten die Maskenpflicht. © Egbert Kamprath

Es ist kurz nach 16 Uhr in der Woche, aber der Weißeritzpark ist so gut wie leergefegt. Nur wenige Kunden schlendern durch die Gänge, in den Geschäften ist so gut wie nichts los. Da fallen Mario Scholz und die vier Bereitschaftspolizisten gleich noch mehr auf, die hier durch die Gänge patrouillieren. Scholz ist eigentlich Bürgerpolizist in Freital, heute aber muss er sich wie viele seiner Kollegen um die Einhaltung der Maskenpflicht kümmern.

Doch es gibt nichts zu kritisieren. Die wenigen Einkäufer haben ihren von den Behörden umständlich Mund-Nasen-Schutz genanntes Stück Stoff vorbildlich auf. "Das ist ja auch nichts Neues mehr", sagt Scholz und geht weiter. Kontrollieren sollen sie trotzdem, denn die Infektions-Zahlen steigen gerade in Freital weiter. Allein für die Große Kreisstadt vermeldete das Landratsamt an diesem Donnerstag 239 positive Corona-Fälle.

Oppacher Mineralquellen
Genieß‘ die Heimat mit Oppacher!
Genieß‘ die Heimat mit Oppacher!

Oppacher füllt Heimat in Flaschen ab und überzeugt seine Kunden mit regionalem Mineralwasser in ausgezeichneter Qualität.

Ganz viele davon betreffen Bewohner von Pflegeheimen. Es ist nicht davon auszugehen, dass genau diese Personen im Weißeritzpark shoppen gehen. Aber, so die Befürchtung der Experten, es gibt auch ganz viele unentdeckte Infizierte, die das Virus munter weitergeben können. Und nun soll auch die Polizei dagegen ankämpfen. 

Wegen Corona kaum Menschen in Freital unterwegs

Die Beamten des gesamten Reviers, also auch die Polizisten im Bereich Dippoldiswalde, sind im Corona-Einsatz. Sie streifen durch Straßen und über Plätze, schauen in Geschäfte, Einkaufsmärkte, Bahnhöfe und fahren stichprobenartig auch mal ein paar Stationen Bus. Personell unterstützt werden sie von Kräften der Bereitschaftspolizei. "Sonst würden wir das gar nicht schaffen", sagt Revierleiter Ricco Sommerschuh.

Es geht nicht nur um die Maske. Verhindert werden soll auch, dass sich irgendwo größere Menschenansammlungen bilden oder das die Leute allgemein zu dicht zusammenstehen, an Haltestellen beispielsweise. Denn es gilt: maximal zehn Personen aus maximal zwei Haushalten. Eine größere Schülergruppe zum Beispiel müsste von den Polizisten auseinandergescheucht werden - selbst wenn sie vormittags gemeinsam noch in einer Schulklasse saßen. "Ich weiß auch, dass die Vorschriften nicht stringent sind. Aber es gibt sie nun mal und es sollen sich alle daran halten", sagt Sommerschuh, wohl wissend, dass er und seine Beamten in solchen Situationen schnell die Buhmänner sind.

Für den Bürgerpolizisten Scholz und seine kleine Truppe läuft es auf einen ruhigen Nachmittag hinaus. Sie haben inzwischen den Standort gewechselt und stehen auf dem Bahnsteig des Hainsberger Bahnhofs. Sogar hier, an der frischen Luft, gilt Maskenpflicht. Kaum ein Mensch ist zu sehen. Es dämmert schon und wird spürbar kälter. Eine S-Bahn fährt ein. Einige Fahrgäste steigen aus, die Maske noch im Gesicht. Schnell eilen die Leute nach Hause, die S-Bahn fährt weiter Richtung Dresden, dann herrscht wieder Ruhe.

Auf dem Bahnsteig in Hainsberg ist kaum jemand zu sehen, trotzdem herrscht auch hier Maskenpflicht.
Auf dem Bahnsteig in Hainsberg ist kaum jemand zu sehen, trotzdem herrscht auch hier Maskenpflicht. © Egbert Kamprath

Am Busbahnhof mehrere Menschen ohne Maske

Scholz geht zurück zum Auto. Er weiß, wo er fündig wird. "Wir fahren zum Busbahnhof", sagt er. Den Polizisten geht es aber nicht darum, die Leute abzufetten und den Frust über die Situation noch zu steigern. "Wir verfolgen einen kommunikativen Ansatz", erklärt Revierleiter Sommerschuh. Es gehe darum, die Menschen zu sensibilisieren. Denn irgendwoher müssen die Infiziertenzahlen ja kommen. Rund 20.000 Neuinfektionen pro Tag vermeldet das Robert-Koch-Institut mittlerweile. 

Am Busbahnhof geht es deutlich lockerer zu, das sieht man schon von Weitem. Scholz steuert auf die Wartehalle zu. Eine ältere Frau sitzt dort - ohne Maske. Ein Lehrling lümmelt in der Ecke - ohne Maske. Zwei Mädchen hocken dicht nebeneinander und schauen auf ihre Handys - ohne Maske. Dabei steht ein entsprechender Warnhinweis ganz groß an der Tür. Mario Scholz tritt ein, macht die Leute darauf aufmerksam. Sofort greifen alle zur Maske.

Auch auf den Bussteigen stehen die Fahrgäste oben ohne. An der frischen Luft ist die Bereitschaft, sich an die Vorschriften zu halten, doch sehr gering. Die Polizisten laufen herum, sprechen die Menschen an.

Am Busbahnhof in Deuben werden die Beamten schnell fündig. An der frischen Luft haben nur wenige Fahrgäste Lust auf die Maske.
Am Busbahnhof in Deuben werden die Beamten schnell fündig. An der frischen Luft haben nur wenige Fahrgäste Lust auf die Maske. © Egbert Kamprath

39 Corona-Verwarnungen an einem Tag

Zwei junge Männer, schätzungsweise Zehntklässler, warten auf den Bus. "Glauben sie wirklich, dass das was bringt?", fängt einer an zu diskutieren. Scholz lässt sich gar nicht erst darauf ein. Was er glaubt oder nicht, spielt hier keine Rolle. "Setzen Sie bitte die Maske auf", beharrt er und wartet geduldig, bis der junge Mann das Stück Stoff im Gesicht sitzen hat. Denn wendet er sich an dessen Kumpel, der beteiligungslos daneben steht, die Hände in den Hosentaschen. "Das gilt auch für Sie." Betont lässig greift der junge Mann in seine Tasche und nimmt eine Maske heraus.

Kaum sind die Polizisten ein paar Meter weiter gegangen, stehen die Jungs schon wieder ohne Maske da und feixen. Einer der Bereitschaftspolizisten geht zurück und klärt die Situation. Scholz könnte jetzt durchziehen und die beiden verwarnen. 60 Euro Bußgeld werden dann fällig. Er belässt es vorerst.

Seine Kollegen sehen das ähnlich. Man setzt auf Belehrung und Deeskalation. "Wir wollen die Leute durchaus nerven, aber nicht ärgern", sagt Revierleiter Sommerschuh. Bilanz nach vier Stunden Streife in Freital, Dippoldiswalde, Schmiedeberg und weiteren Orten: 39 mündliche Verwarnungen, aber keine Anzeigen.

Mehr Nachrichten aus Freital lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Dippoldiswalde lesen Sie hier. 

Den täglichen kostenlosen Newsletter können Sie hier bestellen. 

Mehr zum Thema Freital