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Bannewitzer Hutfabrik voll vermietet

Wo einst Stroh-und Filzhüte gefertigt wurden lachen jetzt Kinder und Familien genießen den Feierabend im historischen Mauerwerk. Die Fabrik ist nun Wohnort.

Auch bei Regenwetter ist die ehemalige Bannewitzer Hutfabrik in ihrem neuen Wohnhaus-Gewand ein Schmuckstück.
Auch bei Regenwetter ist die ehemalige Bannewitzer Hutfabrik in ihrem neuen Wohnhaus-Gewand ein Schmuckstück. © Norbert Millauer

Das ging schnell. Kaum war die alte Hutfabrik an der August-Bebel-Straße zu einem Wohnhaus umgebaut worden, zogen auch schon die Mieter ein. Sie genießen nun den historischen Fabrikcharme in dem großen Komplex inmitten von Bannewitz.

Um die Vermietung der insgesamt 39 Wohnungen hatte sich die GVS-Schwarz Immobilien GmbH gekümmert. Wie Geschäftsführer David Schwarz sagt, seien alle Mieter sehr schnell eingezogen: "Wir sind inzwischen voll belegt. Die Arbeiten liefen ja in drei Bauabschnitten und der letzte am Kirchplatz wurde im Mai 2020 fertiggestellt."

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Seit Januar 2018 war das Kulturdenkmal, bestehend aus einem Hauptgebäude,  Zwischen- und Nebengebäuden sowie dem angrenzenden Wohnhaus saniert und umgebaut worden. Dabei wurden die Dachgeschosse ausgebaut, Dachgauben sowie Dachflächenfenster eingesetzt, Balkone und Dachterrassen gebaut und Änderungen in den Grundrissen vorgenommen. Es entstanden vier Personenaufzüge und Pkw-Stellplätze auf dem Grundstück. Nach dem Umbau stehen den Familien nun sehr unterschiedliche Wohnarten mit Flächen zwischen 50 bis 135 Quadratmetern in Form von Zwei- bis Fünfraumwohnungen zur Verfügung.

Bauverzug durch bröckelndes Mauerwerk

Das Hauptgebäude mit einer Wohnfläche von 1.550 Quadratmetern, welches an die Straßenseite grenzt, wurde in 18 Wohnungen aufgeteilt. Die ersten Bewohner zogen bereits 2019 dort ein. Parallel dazu arbeiteten die Baufirmen unter der Führung des Dresdner Unternehmens Walther Projektmanagement an den Nebengebäuden weiter. Diese auf Vordermann zu bringen, war die eigentliche Herausforderung gewesen, denn "die Gebäudesubstanz war katastrophal", sagt Geschäftsführer Jochen Walther. Das bröckelige Mauerwerk führte dann auch zu einem leichten Bauverzug. 

Ursprünglich wollte der Bauherr Ende 2019 alles fertig haben. Die Firma Walther Projektmanagement sanierte das gesamte Ensemble im Auftrag des Eigentümers, der Firma Neth Immobilien aus dem baden-württembergischen Neuenbürg. Das Nebengebäude, welches im rechten Winkel zur Straßenseite steht, gehörte wohl früher nicht zur Produktionsstätte von Hüten. Auch die separate Adresse Kirchplatz deutet auf diese Sonderstellung des Gebäudes hin.

Anders als im benachbarten Gebäudekomplex stehen dort lediglich fünf Mietwohnungen zur Verfügung. Diese sind so konstruiert, dass jeder Bewohner einen separaten Hauseingang hat, ähnlich wie bei einem Reihenhaus. Im hinteren Bereich des Grundstückes entstand für die Kinder, die mit ihren Familien in den Denkmalkomplex einzogen, auch ein kleiner Spielplatz. 

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