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Kitas in Dipps und Klingenberg teurer

Eltern sind sauer, weil sie für neue Möbel in der Krippe Ruppendorf mitbezahlen sollen.

Auch der Neubau der Kinderkrippe Ruppendorf hat zu den gestiegenen Elternbeiträgen beigetragen.
Auch der Neubau der Kinderkrippe Ruppendorf hat zu den gestiegenen Elternbeiträgen beigetragen. © Karl-Ludwig Oberthür

Es ist in den meisten Gemeinden ein Automatismus geworden. Im Frühsommer werden die Betriebskosten für die Kitas nachgerechnet und anschließend steigen die Gebühren für Krippe, Hort und Kindergarten. So geschieht es jetzt auch in Dippoldiswalde und Klingenberg.

Steigende Kosten in allen Bereichen

Die Kosten für einen Platz in der Kinderbetreuung teilen sich die Eltern, der Freistaat Sachsen und die jeweilige Kommune. Nehmen wir als Beispiel einen Platz im Kindergarten in Dippoldiswalde. Neun Stunden Betreuung kosten dort insgesamt 545,55 Euro. Der Freistaat Sachsen übernimmt mit seinem Zuschuss 246,50 Euro. Die Eltern müssen davon 30 Prozent tragen, also 163,66 Euro und den Rest, also 135,38 Euro, trägt die Stadt. Ein Kindergartenplatz schlägt dabei noch nicht so ins Kontor. Teuer ist die Krippenbetreuung. Hier kostet ein Platz in Dippoldiswalde 1.309 Euro.

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Unterm Strich haben sich die Kosten in allen Bereich erhöht. Die Verbesserung des Personalschlüssels in den letzten Jahren heißt am Ende, dass mehr Mitarbeiter benötigt werden. Deren Einkommen sind auch gestiegen, ebenso andere Kosten beispielsweise für die Reinigung, Wartungs- und Prüfungsarbeiten sind gestiegen. Dies erläuterte Hauptamtsleiterin Irena Hoffmann auf der jüngsten Sitzung des Dippser Finanz- und Verwaltungsausschusses.

Eltern haben die Abrechnung kritisch beleuchtet

Am Ende steht eine Erhöhung der Elternbeiträge. Die hängt in den meisten Gemeinden direkt von den Betriebskosten ab. In Klingenberg sind mehrere Elternvertreter in die Gemeinderatssitzung, wo Kämmerer Carlo Schütze die Abrechnung vorstellte, gekommen. Dort haben sie die Abrechnung kritisch beleuchtet. Vor allem gefiel ihnen ein Punkt nicht. In Ruppendorf ist vergangenes Jahr die neue Kinderkrippe eröffnet worden. Die Investition selbst muss die Gemeinde bezahlen. Sie darf nicht über die Betriebskosten auf die Eltern umgelegt werden. Aber einen Teil der Möbel hat Schütze als laufende Kosten doch mit einberechnet. Dafür müssen die Eltern mitbezahlen.

Schütze antwortete mit einer Erklärung aus dem Steuerrecht. Die Grenze zwischen Investition und laufender Ausgabe liegt bei 800 Euro je Einzelstück. Ein Stuhl oder ein Tisch, der unter dieser Grenze liegt, wird also als laufende Ausgabe berechnet und anteilmäßig auf die Eltern umgelegt. Ein Schrank beispielsweise, der teurer ist, gilt als Investition. Den muss die Gemeinde bezahlen. Dadurch sind die Krippenkosten gestiegen. Diese werden nächstes Jahr aber wieder sinken, stellte Schütze in Aussicht, weil dann keine derartigen Kosten zu Buche schlagen. Die Steigerung in Klingenberg ist aber immer noch geringer als die in Dippoldiswalde, wo nur die normalen Betriebskosten berechnet werden.

Fast alle Gemeinden sind an der Obergrenze

Der Gemeinderat Klingenberg nahm die Abrechnung mit Mehrheit an. Jetzt ist es Sache der Verwaltung, daraus die neuen Elternbeiträge zu errechnen. Diese sehen in Klingenberg noch Abschläge für die zweiten und dritten Kinder aus einer Familie vor sowie ermäßigte Beiträge für Alleinerziehende.

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Inzwischen haben sich die meisten Gemeinden darauf verständigt, dass sie mit dem Elternbeitrag an die Obergrenze von dem gehen, was ihnen das Gesetz erlaubt. Also müssen die Eltern in der Krippe 23 Prozent der Betriebskosten Sachkosten tragen. Das ist ein ermäßigter Satz, weil die Kosten in der Krippe ohnehin am höchsten sind. In Hort und Kindergarten werden 30 Prozent auf die Eltern umgelegt. In den Nachbarkommunen von Dippoldiswalde macht da nur Glashütte eine Ausnahme. Die Stadt verlangt weniger als den gesetzlich möglichen Höchstsatz, 20 Prozent in der Krippe und 25 Prozent in Hort und Kindergarten.

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