merken
PLUS Freital

Probleme an der Lederfabrik

Ein kleiner Teil des Erdreiches ist stärker belastet als bisher angenommen. An anderer Stelle geht es aber voran.

Nach dem Abriss der ehemaligen Lederfabrik wird der mit Altlasten verunreinigte Boden ausgetauscht.
Nach dem Abriss der ehemaligen Lederfabrik wird der mit Altlasten verunreinigte Boden ausgetauscht. © Egbert Kamprath

Die Lederfabrik ist längst weg, der Mühlgraben wieder offen, doch die Fläche gleicht immer noch eher einer Mondlandschaft als einem grünen Stadtpark. Der Weg dahin ist noch weit.

Denn die Kontamination des Bodens ist doch schlimmer als befürchtet. Während ein Großteil der etwa 8.000 Quadratmeter Fläche bereits saniert ist, gibt es auf der östlichen Freifläche zwischen Mühlgraben und Netto-Markt noch Probleme.

Arbeit und Bildung
Alles zum Berufsstart
Alles zum Berufsstart

Deine Ausbildung finden, die Lehre finanzieren, den Beruf fortführen - Hier bekommst Du Stellenangebote und Tipps in der Themenwelt Arbeit und Bildung.

„Aufgrund der umfangreichen Kontamination sind vor Weiterführung der Arbeiten in diesem Bereich detaillierte Abstimmungen mit dem Landratsamt erforderlich“, heißt es dazu auf Nachfrage aus der Stadtverwaltung. Grund dafür ist die erhöhte Konzentration von Chrom und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen kurz PAK.

Das Bundesumweltamt schreibt dazu auf seiner Internetseite: „Für Mensch und Umweltorganismen sind PAK eine besorgniserregende Stoffgruppe. Viele PAK haben krebserregende, erbgutverändernde und fortpflanzungsgefährdende Eigenschaften. Einige PAK sind gleichzeitig persistent, bioakkumulierend und giftig (toxisch). Persistent heißt, dass die Stoffe sehr lange in der Umwelt verbleiben und dort kaum abgebaut werden.“

Für die Stadt Freital als Bauherrin ergibt sich daraus, dass das Erdreich nicht nur ausgetauscht, sondern die kontaminierte Erde auch entsprechend entsorgt werden muss. Dazu bedarf es nun noch der entsprechenden Abstimmung, wie das geschehen kann, erst dann rollen die Bagger auch in diesem Areal wieder. Welche Mehrkosten sich aus den veränderten Anforderungen ergeben, ist noch nicht klar.

In anderen Bereichen wird aber gearbeitet. So ist zurzeit der Bodenaustausch auf einem Streifen parallel zur Hinterstraße in vollem Gange. „In der zweiten Septemberhälfte folgt noch der offene Bereich in der Geländemitte“, teilt das Rathaus mit.

Noch in diesem Jahr könnte der weitere Ausbau des Mühlgrabens beginnen und damit auch die Gestaltung des Mühlenparks. Das hängt jedoch noch an der denkmalschutzrechtlichen Genehmigung, die die Stadt erreichen möchte. Erst wenn diese da ist, kann es dort weitergehen.

Der Deubener Mühlgraben war mit dem Gebäude der Lederfabrik überbaut. Jetzt ist er wieder freigelegt und wird noch saniert.
Der Deubener Mühlgraben war mit dem Gebäude der Lederfabrik überbaut. Jetzt ist er wieder freigelegt und wird noch saniert. © Egbert Kamprath

Schon etwas klarer ist hingegen die Planung für den Ausbau der Hinterstraße. Laut Stadtverwaltung soll es dort noch im September losgehen. Die Hinterstraße soll im Bereich der Poisentalstraße bis Fröbelweg in Richtung des Geländes der ehemaligen Lederfabrik verbreitert werden. Auf dieser Seite werden 32 sogenannte Querparker entstehen, heißt es. Der Fußweg verschiebt sich entsprechend. Eine Begrünung an der Straße sei nicht vorgesehen. Ende November sollen diese Arbeiten erledigt sein. An der Poisentalstraße selbst soll die Bushaltestelle umgebaut werden. Zudem entstehen an der Seite der ehemaligen Lederfabrik „zwei vom Gehweg vorgezogene Grünbereiche, welche einen Längsparkstreifen einfassen“, schreibt die Stadtverwaltung.

Die Lederfabrik ist längst weg, der Mühlgraben wieder offen.
Die Lederfabrik ist längst weg, der Mühlgraben wieder offen. © Karl-Ludwig Oberthür

Die gesamte Baumaßnahme inklusive Bodensanierung, Mühlenpark und Straßenausbau ist bisher mit 5,9 Millionen Euro Kosten angesetzt. Weil das Projekt mit Geld aus dem Programm für eine nachhaltige Stadtentwicklung mit 80 Prozent gefördert werden kann, muss Freital lediglich 1,2 Millionen Euro selbst aufbringen.

Weiterführende Artikel

Nach der Lederfabrik ist vorm Mühlenpark

Nach der Lederfabrik ist vorm Mühlenpark

An prominenter Stelle gehen in Freital nach dem Abriss die Erdarbeiten in eine entscheidende Phase. Für das Gelände gibt es nicht nur einen Plan.

Bodenaustausch an der Lederfabrik

Bodenaustausch an der Lederfabrik

Die alte Freitaler Fabrik ist vollkommen beseitigt. Nun beginnt die Sanierung des Geländes. Auch im alten Mühlgraben tut sich etwas.

Das Gelände neben dem neu entstehenden Park soll mit einem Bürokomplex bebaut werden, in den Behörden wie das Landratsamt einziehen wollen. Die Baukosten für diese Gebäude werden sich auf etwa 30 Millionen Euro belaufen. Das lässt sich für Freital so natürlich nicht finanzieren. Deshalb werden auch dafür Fördermittel gebraucht.

Mehr Nachrichten aus Freital und Umgebung lesen Sie hier.

Den täglichen kostenlosen Newsletter können Sie hier bestellen. 

Mehr zum Thema Freital