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Mehr Platz für Rabenaus Feuerwehr

Für das neue Gerätehaus wurde am Montag der Grundstein gelegt. Es ist die größte Investition der Stadt seit drei Jahrzehnten.

Bürgermeister Thomas Paul (rechts) und Gemeindewehrleiter Armin Groß versenken die Zeitkapsel im Fundament.
Bürgermeister Thomas Paul (rechts) und Gemeindewehrleiter Armin Groß versenken die Zeitkapsel im Fundament. © Egbert Kamprath

Wenn in hundert Jahren das Feuerwehrgerätehaus in Rabenau einem Neubau weicht, finden die Bauherren des 22. Jahrhunderts im Fundament eine Zeitkapsel, die dort am 19. April 2021 von Bürgermeister Thomas Paul und Gemeindewehrleiter Armin Groß versenkt wurde. Die wasserdicht zugelötete Kupferröhre enthält unter anderem eine tagesaktuelle Sächsische Zeitung, die Baupläne des Büros Reiter Architekten aus Hellerau, eine Liste der Mitglieder der Freiwillen Feuerwehr, eine Auflistung der aktuellen Technik und Fotos der Jahresabschlussübung 2019 am Bauhof, der zugunsten des Neubaus des Feuerwehrgerätehauses abgerissen wurde.

Die Grundsteinlegung am Montag markiert einen wesentlichen Baufortschritt an Rabenaus größter kommunaler Investition der vergangenen dreißig Jahre. Zuletzt gab die Stadt 2010 für den Neubau der Turnhalle 1,3 Millionen Euro aus, wie sich Bürgermeister Paul erinnert. Diesmal nimmt Rabenau 2,35 Millionen Euro in die Hand, um die Bedingungen für die Freiwillige Feuerwehr entscheidend zu verbessern.

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So soll das neue Feuerwehrgerätehaus in Rabenau einmal aussehen, hier die Ansicht aus Richtung Stadt.
So soll das neue Feuerwehrgerätehaus in Rabenau einmal aussehen, hier die Ansicht aus Richtung Stadt. © Reiter Architekten GmbH

Gelungene Architektur

Das Land Sachsen fördert den Neubau des Feuerwehrgerätehauses mit 810.000 Euro – und spendete eine schöne Medaille für die Urne, die auch besondere Geldscheine enthält, nämlich Feuros. Dabei handelt es sich dem Euro nachempfundene Kreationen mit Bildern von Gebäuden der Stadt, wie Ortswehrleiter Thomas Günther erklärt.

Der neue Hingucker am Ortseingang aus Richtung Obernaundorf, wird später vielleicht auf einem 50-Feuro-Schein verewigt. Schräg gegenüber dem bisherigen Gerätehaus entsteht an der Ecke Obernaundorfer/August-Bebel-Straße ein zweistöckiger Zweckbau, wie es so schön heißt, wobei in diesem Fall der Zweck durch eine durchaus gelungene Architektur gefasst wird, die ein wenig an das Bauhaus erinnert. Das Gebäude folgt direkt an der Grundstücksgrenze dem Straßenverlauf und biegt mit einer Kurve ab. Es gibt markante Rundungen und keine Ecken, eine Idee, die dem Architekten Olaf Reiter nachts um zwei kam, wie er sagt. Sein Büro hat bereits zehn Gerätehäuser gebaut, zuletzt in Wehlen und in Dresden-Löbtau.

Vier Stellplätze

In dem neuen Feuerwehrgerätehaus in Rabenau soll es vier Stellplätze für die Einsatzfahrzeuge geben, einer ist für einen Wechsellader reserviert, der überregional zum Einsatz kommen soll. Wehrleiter Groß freut sich auf das neue Gebäude, in dem es endlich genügend Platz gibt, für Technik und Umkleideräume genauso wie für die Jugendfeuerwehr, die derzeit vierzig Mitglieder hat. Das alte Gerätehaus wird künftig vom Bauhof genutzt.

Bauleiter Dirk Wand zeigte sich bei der Grundsteinlegung sichtlich erleichtert, dass nun endlich der Baugrund vorbereitet ist – mit einer bis zu vierzig Zentimeter dicken Schicht aus Schaumglasschotter. Zuvor mussten die Bauarbeiter allerdings eine Felskuppe aus Rotem Gneis abtragen, die sich unter dem alten Bauhof befand. In den nächsten Tagen wird die Firma Döhnert aus Kurort Hartha mit dem Rohbau beginnen, im Herbst soll Richtfest sein und im Sommer 2022 die Einweihung.

Wie lange das Feuerwehrgerätehaus den Anforderungen genügt, weiß heute keiner. Es wird jedenfalls so solide gebaut, dass die Zeitkapsel auch länger als hundert Jahre im Fundament schlummern könnte.

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