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Neues Gleis für Windbergbahn

Ein weiteres Stück der Strecke zwischen dem Bahnhof Gittersee und Birkigt wird repariert. Dafür musste erst einmal alles abgeräumt werden.

Jetzt gibt's Schotter: Das Gleis wurde bei Kilometer 3,4 komplett neu aufgebaut.
Jetzt gibt's Schotter: Das Gleis wurde bei Kilometer 3,4 komplett neu aufgebaut. © Egbert Kamprath

Schneller als zunächst geplant, haben die Mitglieder vom Windbergbahnverein einen weiteren Abschnitt der alten Eisenbahnstrecke repariert. Nahe der Bannewitzer Straße, wo der Gleiskörper in einem besonders schlechten Zustand war, wurden innerhalb weniger Wochen die Schienen demontiert, der alte Schotter abgebaggert und das Planum neu hergestellt. Anschließend verlegten die Männer gebrauchte, aber gut erhaltene Holzschwellen und montierten darauf wieder die Schienen. Nun wurde das Gleis eingeschottert. 

Gleisbaulehrlinge im Einsatz

"Wir machen das alles in unserer Freizeit, gelernter Gleisbauer ist keiner von uns", berichtet Mike Scholz, der den Arbeitstrupp leitet. Allerdings erhalten die Männer professionelle Unterstützung. Die Tiefbaufirma Volker Hartlepp aus Freital hilft mit Technik und Material. Zudem schickte die Freitaler Niederlassung der Strabag Rail bereits mehrmals ihre Gleisbaulehrlinge bei den Windbergbahnern vorbei. Dieses Mal war es Aufgabe der jungen Leute, die Schienen einzumessen und zu richten.

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Seit zwei Jahren saniert der Verein die insgesamt 5,6 Kilometer lange Bahntrasse. Knapp ein Drittel ist nun geschafft. In diesem Jahr wurden bereits mehrmals ein Museumsverkehr angeboten, also Pendelfahrten ab Gittersee auf der bereits intakten Gleisanlage. Der Besucherandrang sei unerwartet groß gewesen, heißt es seitens des Vereins erfreut. Am bisher letzten Fahrtag am 25. Oktober musste sogar noch eine ungeplante Zusatzfahrt eingeschoben werden, um die Nachfrage bewältigen zu können.

Saisoneröffnung Anfang Mai

Spätestens im nächsten Frühjahr sollen wieder Züge rollen. Die Saisoneröffnung findet traditionell Anfang Mai statt - man hofft beim Verein, dann auch wieder mit einem Bahnhofsfest. Das musste in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen.

Der Bautrupp wird unabhängig davon weiter arbeiten. Ziel ist es, mit den Reparaturarbeiten als nächstes bis zur Leißnitz zu kommen. Das soll im Frühjahr soweit sein, damit dann bis dorthin auch Züge mit Fahrgästen rollen können.

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Die Windbergbahn wurde 1856 erbaut. Gebraucht wurde sie als Industriebahn, um die Steinkohle aus den Bergwerken rund um den Windberg und aus dem Raum Bannewitz/Hänichen/Possendorf nach Dresden zu transportieren. Der Zweck stand bei der Namensgebung Pate: Hänichener Kohlezweigbahn. Um 1900 herum wuchs ihre Bedeutung auch als Ausflugsbahn. Extra dafür wurden mehrere Personenwaggons gekauft, wovon einer immer noch existiert. Ab Anfang der 50er-Jahre wurde die Strecke wegen Unwirtschaftlichkeit schrittweise stillgelegt und demontiert. Erhalten blieb nur der Abschnitt vom Plauenschen Grund nach Gittersee.

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