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Schloss Nöthnitz ohne Gerüst

Der Schlossturm am alten Anwesen aus dem 17. Jahrhundert ist außen fertig saniert. Nun soll es im Treppenaufgang weitergehen.

Das Schloss Nöthnitz in Bannewitz . Der Turm ist außen fertig saniert.
Das Schloss Nöthnitz in Bannewitz . Der Turm ist außen fertig saniert. © Egbert Kamprath

Bis Ende letzter Woche war der Schlossturm Nöthnitz in Bannewitz noch von einem Baugerüst eingerahmt. Nun zeigt sich der weiß verputzte Wendeltreppenturm in voller Schönheit. Die Sanierung ist zumindest außen abgeschlossen, sagt Besitzer Jan Horsky: "Jetzt planen wir erst einmal, die Fassade im Innenhof des Hauses noch zu weißen. Sie sehen nicht mehr schön aus." Auch im Treppenaufgang soll noch gemalert werden, wann steht aber noch nicht fest, sagt Horsky. Er zeigt im Treppenaufgang auf die runden grau-weiß getünchten Mauern über dem historischen Holzgeländer.

Seit Februar dieses Jahres wurde an dem alten Turm gebaut. Zuletzt war Anfang August das Dach des Turmes fertiggestellt worden. Eine goldene Kugel mit etwa 60 Zentimetern Durchmesser und eine neue Wetterfahne an einer 2,5 Meter langen Stange schmücken es seit dem. Die Wetterfahne trägt die Initialen J.H. und der Jahreszahl 2020. 

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Gedenkveranstaltung und offene Türen

Die Gegenstände waren von der Ostmann und Hempel Restaurierung und Handwerk GmbH angefertigt worden. Den Handwerkern standen nur ein paar Fotos zur Verfügung und erst nach Recherchen beim Landesamt für Denkmalpflege konnten die Wetterfahne, die Ziergitter und die goldene Kugel originalgetreu mit alten Techniken angefertigt werden.

Die Wetterfahne, die zu DDR-Zeiten demontiert wurde, trug früher die Initiale RvF und die Jahreszahl 1872. Rudolf Carl Freiherr von Finck, ein Rittergutsbesitzer, Politiker und Kammerherr, kaufte 1871 das um 1630 errichtete Schloss Nöthnitz und baute es um. 

Anlässlich des 100. Geburtstages seines Enkels Viktor Freiherr von Finck wird es am 10. Oktober 2020 einen Tag der offenen Tür und eine Gedenkveranstaltung geben, kündigt Jan Horsky an. Sein Vater hatte das  Renaissanceschloss kurz vor dem Tod von Viktor Freiherr von Finck gekauft und an seinen Sohn, Jan Horsky vererbt. 

Seit dem kümmert sich der erst 24-jährige um den Erhalt und die Sanierung des Schlosses. Ohne Hilfe könne das große Projekt allerdings nicht gestemmt werden. Neben Eigenkapital war deshalb auch eine Förderung des Freistaates Sachsen und der Bundesregierung geflossen, um jetzt den Turm für rund 430.000 Euro denkmalgerecht zu sanieren. 

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