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Bannewitzer Schulcampus wird erweitert

Nachdem die Dreifeld-Sporthalle in Bannewitz fertiggestellt wurde, beginnt nun der Umbau der alten Turnhalle. Danach werden die Schulen ausgebaut.

Diese Grafik zeigt welche Gebäude auf dem Bannewitzer Schulcampus bisher entstanden und welche nun umgebaut werden.
Diese Grafik zeigt welche Gebäude auf dem Bannewitzer Schulcampus bisher entstanden und welche nun umgebaut werden. © Gemeinde Bannewitz

Um auch künftig allen Bannewitzer Kindern einen Platz in der Grundschule zu sichern, soll im Januar 2021 der Umbau der alten Turnhalle neben der Grund - und Oberschule Am Marienschacht beginnen.

In diesem Schuljahr sei bei der Anzahl der Grundschüler eine "Bugwelle entstanden", sagt der Bannewitzer Fachbereichsleiter Heiko Wersig Sächsische.de: "In die Possendorfer Grundschule wurden jetzt 60 Kinder eingeschult. Um alle unterbringen zu können, benutzen wir derzeit auch das Musikzimmer."

Familien aufgepasst
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Allerdings würde sich den statistischen Erhebungen zufolge diese Zahl der Schüler, die künftig die Possendorfer Grundschule besuchen werden, verringern. "Im kommenden Jahr planen wir aktuell mit 44 neuen Schülern in zwei Klassen, 2022/2023 mit 39 und im Jahr 2023/2024 mit etwa 50 ." Zuzüge von Familien seien bei diesen Berechnungen mit eingeplant worden, erklärt Wersig: "Wir planen perspektivisch wieder mit einer durchgängigen Zweizügigkeit und mit 25 Kindern pro Klasse. Die Klassenstärke laut Gesetz beträgt 28.“ Somit sei die Gemeinde auch dafür gerüstet.   

In die Grundschule Bannewitz wurden in diesem Jahr 73 Kinder eingeschult und damit wie in Possendorf drei Klassen. Die Schule läuft nunmehr durchgängig dreizügig, auch mit einer teilweisen Vierzügigkeit müsse perspektivisch geplant werden.

Bis zu den Winterferien 2022 werde nun die alte Turnhalle umgebaut, die bereits 2019 eine neue  Fassade erhielt und mit zwei Fensterbändern ausgestattet wurde. 

Außenansicht der ehemaligen Sporthalle, die jetzt Klassenzimmer und eine Mensa erhalten soll.
Außenansicht der ehemaligen Sporthalle, die jetzt Klassenzimmer und eine Mensa erhalten soll. © Daniel Schäfer

Wie wird die Turnhalle künftig aussehen?

In der Halle, die in DDR-Zeiten errichtet wurde, soll eine Zwischendecke eingezogen werden. Im oberen Bereich sind vier neue Klassenzimmer mit einer Größe von mindestens 70 Quadratmetern für die Grundschüler, mit Blick zum Schulsportplatz und mit großen Fenstern geplant. 

Auf der gegenüberliegenden Seite der neuen ersten Etage bleiben die Wasser-und Abwasseranschlüsse bestehen, sodass dort neue Sanitärbereich entstehen. Mittig würden zwei Vorbereitungszimmer gebaut werden, sagt der Fachbereichsleiter. In die untere, ebenerdige Etage der alten Turnhalle wird die Mensa mit Küche umziehen. Der Speiseraum soll die gesamte Fläche einnehmen, die bisher als Sportfeld diente, also finden künftig alle Kinder auf den 440 Quadratmetern einen Platz zum Essen. Bisher mussten die Kinder in der bestehenden Mensa im Kellerbereich der Schule in bis zu fünf Durchgängen essen, sagt Wersig: "Die Schüler nehmen ihre Mahlzeiten zwischen 11 und 14 Uhr ein, weil der Speiseraum einfach zu klein ist."

Ab dem ersten Schultag nach den Winterferien, am 28.  Februar 2022,  können die Kinder dann den großen Speiseraum der alten Turnhalle nutzen. Dieser soll eine Glasfassade erhalten und ein Highlight werden, so Wersig: "Wir bauen auch eine Terrasse an, sodass die Kinder bei schönem Wetter draußen essen können." 

Die Fördermittel des Freistaates Sachsen für den Umbau der Einfeldsporthalle in Höhe von reichlich einer Million Euro wurden bereits bewilligt. Die Gesamtkosten liegen bei rund 1,7 Millionen Euro.

Baupläne der unteren Etage in der alten Sporthalle. Hier soll die Mensa mit Küche und dem Speiseraum einziehen.
Baupläne der unteren Etage in der alten Sporthalle. Hier soll die Mensa mit Küche und dem Speiseraum einziehen. © Gemeinde Bannewitz

Was passiert im Schulgebäude?

Der Umbau des Bestandsgebäudes der Grund- und Oberschule Bannewitz ist noch offen, sagt Wersig weiter. Dieser könne frühestens im Jahr 2022 beginnen. Die Fertigstellung sei für 2024 geplant, sagt der Fachbereichsleiter, denn dann müsse auch der sogenannte "Digitalpakt Schule" umgesetzt sein. Derzeit würde ein Fördermittelantrag für den Umbau vorbereitet. Nach ersten Berechnungen liegen die Kosten für den Schulausbau bei rund 2,5 Millionen Euro.

Das wichtigste Ziel der Sanierung des Schulgebäudes Am Marienschacht sei die Trennung von Grund-und Oberschule, sagt Heiko Wersig: "Die Trennung der Gebäudeteile erfolgt vertikal, der rechte Teil für die Grundschule und links für die Oberschule. Außerdem werden wir einige Räume vergrößern."

Im Bereich der Grundschule einschließlich der alten Turnhalle sollen insgesamt 18 Unterrichtsräume entstehen sowie ein Computerkabinett und ein Werkraum. In der Oberschule sind 13 Unterrichtsräume vorhanden und Fachkabinette für Musik, Kunst, Chemie, Physik sowie zwei für Technik und Informatik. Daran solle sich nichts ändern. Derzeit stehen den Kindern in der Grundschule nur 14 Unterrichtszimmer zur Verfügung.

Fraglich ist im Moment unter anderem noch, ob der Schulumbau während des laufenden Betriebes stattfinden soll. Da eine Errichtung von Containern nicht förderfähig sei, werde diese Variante aber nicht umgesetzt, so Wersig. 

Baupläne der oberen Etage der alten Turnhalle. Hier werden vier Klassenzimmer, zwei Vorbereitungszimmer sowie die sanitären Einrichtungen untergebracht.
Baupläne der oberen Etage der alten Turnhalle. Hier werden vier Klassenzimmer, zwei Vorbereitungszimmer sowie die sanitären Einrichtungen untergebracht. © Gemeinde Bannewitz

Wie sieht es mit dem Kita-Bedarf aus?

Die Gemeinde Bannewitz hat bereits im Dezember 2019 den Kindergarten-Bedarfsplan an den Landkreis geschickt, erklärt Heiko Wersig: "Wir planen langfristig mit einem Neubau in der Gemeinde. Zwei Millionen Euro für einen neuen Kindergarten sind in diesem Bedarfsplan bereits aufgeführt." Allerdings lasse sich schlecht einschätzen, wie viele Kinder in den nächsten Jahren neu in Bannewitzer Kitas aufgenommen werden. Grund dafür sind auch die Zuzüge neuer Familien, die vor allem durch die Entstehung weiterer Wohngebiete tatsächlich nach Bannewitz kommen werden.

So entstehen in den kommenden Jahren Einfamilienhaus-Siedlungen am Amselgrund, an der alten Staatsstraße in Goppeln, in Possendorf in der Nähe des Golfplatzes und am Südhang hinter dem Feuerwehrgerätehaus in Possendorf. Zudem gibt es Pläne für ein Wohngebiet mit Mehrfamilienhäusern in Possendorf auf dem ehemaligen BHG-Gelände. Die Kinder, welche jetzt bereits mit ihren Familien in die 38 Wohnungen in die ehemalige Hutfabrik eingezogen sind, besuchen bereits Schulen und Kindergärten und sind deshalb bereits in den Schul-und Kindergarten-Bedarfsplänen mit einbezogen.

Bürgermeister Christoph Fröse (parteilos) will in der Dezembersitzung des Bannewitzer Gemeinderates Näheres zum Thema Kindergärten-und Krippen erklären.

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