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Nach hundert Jahren noch mal nach Venedig

Mit historischen Motorrädern machen sich acht Freitaler auf den Weg nach Italien. Damit folgen sie einem historischen Vorbild.

Marco Krauß vom Freitaler Oldtimerstammtisch mit seinem nostalgischen Motorrad aus dem Jahr 1928. Er wird an der Wanderfahrt nach Venedig teilnehmen.
Marco Krauß vom Freitaler Oldtimerstammtisch mit seinem nostalgischen Motorrad aus dem Jahr 1928. Er wird an der Wanderfahrt nach Venedig teilnehmen. © Karl-Ludwig Oberthür

2.800 Kilometer Freital-Venedig-Freital - das soll in diesem Jahr wiederholt werden. Zum 100-jährigen Bestehen der Stadt Freital wollen sich acht Motorradfans aus Freital auf ihre historischen Maschinen schwingen und wie ihre Vorbilder 1929 nach Venedig fahren.

"Start ist am 26. August, punkt 9 Uhr - wie damals am ehemaligen Deutschen Haus an der Coschützer Straße", sagt Marco Krauß, der bei der Organisation des historischen Ausflugs sozusagen den Hut aufhat. Die Gedenkfahrt soll am 12. September enden - natürlich wieder in Freital mit Empfang gegen 15 Uhr am Schloss Burgk.

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200 Kilometer pro Tag

Die Idee, die gemütliche Wanderfahrt wie vor 92 Jahren zu wiederholen, hatten die Männer des Oldtimerstammtischs Freital, sagt Marco Krauß: "Wir sind eigentlich ein loser Haufen und haben uns vor 20 Jahren gegründet. Wir treffen uns regelmäßig in der Hirschbachschänke, wenn kein Corona ist. Die Idee hatte ich, als ich die alte Plakette von 1929 sah." Seit 2011 machen die Männer auch jedes Jahr am 1. April eine Ausfahrt - diese fällt in diesem Jahr allerdings Coronabedingt aus.

Statt dessen geht's nun auf große Fahrt im Spätsommer nach Italien. Schlaf-Pausen sind nach je 200 Kilometern geplant. Übernachtet werden soll in Pensionen oder kleinen Hotels, sagt Krauß: "Wir sitzen den ganzen Tag auf den Maschinen. Da haben wir dann abends keine Lust und Zeit mehr, Zelte aufzubauen." Wo die Männer 1929 auf ihrer Fahrt nach Venedig übernachteten, ist leider nicht überliefert.

Motorradfans können übrigens auf den einzelnen Etappen mitfahren. Zudem seien kleine Zwischenstationen bei anderen Oldtimerfreunden eingeplant.

Die Strecke führt am 26. August von Freital nach Bayreuth. Dort ist die erste Übernachtung geplant. Weiter geht's nach Dinkelsbühl über Ulm zum Bodensee, dann am 30. August von Nauders nach Trafoi. Im September fahren die Männer weiter auf ihren Maschinen Richtung Venedig.

Der Rückweg nach Freital soll über eine andere Route verlaufen: von der Halbinsel Venedig soll es über Jesolo Cortina, die Dolomiten nach Innsbruck und über den Brenner gehen und weiter über Salzburg und durch Bayern nach Sachsen.

Damals wie heute: vor allem Gemütlichkeit

Natürlich soll die Fahrt Freude bereiten und ganz gemütlich ablaufen - so wie vor 92 Jahren. Damals war der Freitaler Motorradklub gerade erst gegründet worden - acht Männer waren am 14. Juli 1929 nach Venedig aufgebrochen. Bis zum 28. Juli 1929 dauerte die sogenannte Wanderfahrt nach Venedig. In 15 Tagen wurden 2.800 Kilometer geschafft - mit fünf Solo- und drei Beiwagenmotorrädern.

Aus einem alten Zeitungsartikel geht hervor. "Keine Unfälle, keine Pannen. Mehr als 50 Maschinen fahren den Heimkehrenden voller Erwartung bis Freiberg entgegen, um die Klubkameraden zu begrüßen. Gesund und wohlbehalten, tief gebräunt von der Sonne Italiens treffen sie unter Führung ihres ersten Vorsitzenden Albert Reichelt ein." Die Italienfahrer bekamen zur Erinnerung eine Plakette überreicht.

Der Oldtimer-Stammtisch Freital möchte nun an diese historische Ausfahrt mit ihrer geplanten Gedenk-Wanderfahrt erinnern und mit historischen Motorrädern die Strecke erneut bewältigen.

Und auch in diesem Sommer können Oldtimerfans - ob mit Motorrad oder altem Auto - den Heimkehrern am 12. September nach Freiberg entgegenkommen und den letzten Abschnitt nach Freital mitfahren.

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