merken
PLUS Freital

Diese Firma baut den Freitaler Mühlenpark

Das Unternehmen Natur und Stein ist gerade erst umgezogen. Nun haben sie ein Heimspiel mit besonderen Herausforderungen.

Geschäftsführer Gert Merkert, Prokurist Paul Machemehl, Vize-Chef Jörg Merkert und der Leiter Technik Toni Merkert (v.r.) leiten den Landschaftsbau jetzt von Freital aus.
Geschäftsführer Gert Merkert, Prokurist Paul Machemehl, Vize-Chef Jörg Merkert und der Leiter Technik Toni Merkert (v.r.) leiten den Landschaftsbau jetzt von Freital aus. © Egbert Kamprath

Wenn Gert Merkert aus dem Bürofenster schaut, sieht er momentan noch viel Grau. Das liegt nicht nur am bisher verhaltenen Frühling. Gebäude, Zufahrt, Parkplätze und Lagerfläche sind erst kürzlich fertiggestellt worden. In den Rabatten und Grünstreifen sieht es deshalb noch etwas dürftig aus. Doch Firmenchef Merkert versichert: "Bald grünt es hier." Schließlich sind er und seine Mitarbeiter Experten für alles, was gedeiht.

Gert Merkert ist Geschäftsführer von Natur und Stein, einem Landschaftsbaubetrieb. Zudem führt er auch die Firma Galabau - beide bisher in Dresden-Omsewitz ansässig. Doch dort, auf dem Gelände einer ehemaligen LPG-Gärtnerei, war eine Weiterentwicklung nicht mehr möglich. Es fehlte an Platz für Büros, Lager und Fahrzeuge. Bescheiden seien auch die Umkleiden und Sanitäranlagen für seine Mitarbeiter gewesen, gibt Merkert unumwunden zu.

Jubel
Zwei echt starke Jubiläen
Zwei echt starke Jubiläen

Die gedruckte Sächsische Zeitung wird 75 Jahre alt. Digital gibt es uns seit 25 Jahren. Beide Jubiläen wollen wir feiern - und Sie können dabei gewinnen.

Kürzlich zog das Unternehmen an die Lutherstraße in den erweiterten Gewerbepark F2. "Als wir auf der Suche nach einem Grundstück in Freital nachfragten, ging alles ganz schnell und unproblematisch. Die Stadtverwaltung Freital ist da wirklich auf Zack", berichtet Merkert.

Schon einige Freitaler Spielplätze gebaut

Denn Natur und Stein, gegründet 2006, ist in Freital keine Unbekannte. Das Unternehmen legt Parkanlagen, Spielplätze und Grünflächen an. Die Auftraggeber sind hauptsächlich Kommunen, öffentliche Einrichtungen wie Universitäten oder auch Unternehmen mit großen Außenanlagen.

Die Landschaftsbauer planen dabei die Flächen nicht selbst, sondern bauen nach den Entwürfen von Planungsbüros. Ob Wege, Treppen, Wiesen, Blumenrabatten, Klettergerüste, Wasserläufe, Teiche, Bänke, Mauern, Bäume oder Gehölze - die Mitarbeiter bekommen alles hin.

Auch in Freital hat Natur und Stein schon mehrmals Ausschreibungen gewonnen. Das Unternehmen gestaltete unter anderem die Parkanlage Storchenbrunnen, baute am Mehrgenerationenpark Zauckerode mit, errichtete die Spielplätze mehrerer Kindergärten und zuletzt das Umfeld des Bahnhofes Potschappel. Als an der Geschwister-Scholl-Schule in Hainsberg der Standplatz für die Interimscontainer für die Zeit der Schulsanierung angelegt werden musste, rückten die Männer und Frauen von Natur und Stein an.

Um mal zu zeigen, was seine 46 Mitarbeiter und 20 Lehrlinge können, zeigt Gert Merkert auf mehrere großformatige Fotos, die in seinem Büro an der Wand hängen. Man sieht viel Grün, Wege, Teiche, Spielplätze. Für eine Parkanlage am Robert-Werner-Platz in Radebeul gab es 2014 einen Preis, ebenso wie 2020 für den Park am Karl-May-Museum in Radebeul - darauf ist der Firmenchef besonders stolz.

Grünanlagenpflege als zweites Standbein

Doch das Bauen ist das eine, die Pflege etwas ganz anderes. Deshalb leitet Gert Merkert noch einen zweiten Betrieb: Gala-Bau. Das Unternehmen mit weiteren 26 Angestellten ist spezialisiert auf die Pflege von Grünanlagen.

Täglich schwärmen seine Leute aus, bepflanzen Beete und Blumenkübel, mähen Rasen, stutzen Gehölze, säubern Wege, räumen Laub weg. Besonders freut er sich, wenn er bei öffentlichen Ausschreibungen Objekte gewinnt, die Natur und Stein selbst errichtet hat. "Es ist doch schön, wenn man zusehen kann, wie es wächst und sich entwickelt."

Gert Merkert stammt aus Radebeul, seine Eltern führten nahe des Spitzhauses eine Gärtnerei. Da lag es nahe, ebenfalls in der Branche zu starten. Merkert wurde zunächst Gärtner, absolvierte dann ein Studium als Gartenbauingenieur und war anschließend beruflich mehrere Jahre in der Lehrausbildung tätig. Später übernahm er Führungsaufgaben im Verband für Garten- und Landschaftsbau.

Mitte der 2000er-Jahre wechselte er in die Wirtschaft. "Die Zeiten waren günstig." Das Unternehmen, erkennbar an den weißen Fahrzeugen mit den dunklen Lavendelrispen auf orangefarbenem Hintergrund, entwickelte sich schnell. "Wir zählen zu den leistungsfähigsten Unternehmen in der Region", sagt Gert Merkert nicht ohne Stolz. Die Gartenbautradition der Familie führt die nächste Generation fort - Merkerts drei Söhne arbeiten in verschiedenen Positionen im Unternehmen.

Der älteste Sohn, Jörg Merkert, unterstützt seinen Vater in der Geschäftsführung, ebenso wie der Prokurist Paul Machemehl.

1,6 Millionen Euro investiert

In Freital hat die Firma 1,6 Millionen Euro in die Hand genommen und einen neuen Firmensitz gebaut. Es entstand ein Bürogebäude, in dem es nun auch zeitgemäße Sozialräume für die Mitarbeiter gibt. Hinter dem Haus befindet sich ein Lagerplatz für Kiese, Erde, Mineralgemisch und weitere Baumaterialien. Herzstück ist eine große Halle, in dem alle Maschinen und Geräte untergestellt und gewartet werden können.

Von hier aus rückten die Mitarbeiter täglich nach Dresden, Radebeul oder Pirna aus. Auch in Freital selbst betreut Gala-Bau mehrere Grünanlagen. Zudem ist der nächste große Auftrag von Natur und Stein quasi mit einem Heimspiel verbunden.

Natur und Stein möchte in Freital Wurzeln schlagen. Deshalb pflanzten Vize-Chef Jörg Merkert und Michaela Merkert anlässlich ihrer Hochzeit in dieser Woche einen Baum.
Natur und Stein möchte in Freital Wurzeln schlagen. Deshalb pflanzten Vize-Chef Jörg Merkert und Michaela Merkert anlässlich ihrer Hochzeit in dieser Woche einen Baum. © Egbert Kamprath

Das Unternehmen hatte sich um den Bau des Mühlenparks auf dem Gelände der ehemaligen Lederfabrik an der Poisentalstraße beworben und den Zuschlag erhalten. Die Arbeiten beginnen in diesen Tagen.

Unter Einbeziehung des alten Mühlgrabens entstehen hier Wege, Sitzecken, Grünflächen und eine Brücke. Details will Gert Merkert nicht verraten, aber er gibt ein Versprechen: "Das ist ein anspruchsvolles Vorhaben und es wird am Ende sehr, sehr schön aussehen, mit vielen großen Bäumen." Dafür werden seine Leute alles geben.

Mehr Nachrichten aus Freital lesen Sie hier.

Den täglichen kostenlosen Newsletter können Sie hier bestellen.

Mehr zum Thema Freital