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Freital: Neuer Hochwasserschutz für die Weißeritz

Nahe der Brücke Burgker Straße beginnen Arbeiten am Gewässer. Eine Schutzwand soll in den Boden gerammt werden. Das ist technisch aufwendig.

Von Annett Heyse
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Baustelle am Fluss: Christoph Rauch verantwortet als Projektleiter den Hochwasserschutz an der Weißeritz.
Baustelle am Fluss: Christoph Rauch verantwortet als Projektleiter den Hochwasserschutz an der Weißeritz. © Egbert Kamprath

Die trockenen Herbststage haben den Pegel der Weißeritz fallen lassen. Gemütlich strömt das Wasser durch Freital und auf dem Weg in Richtung Dresden auch am Stadion des Friedens vorbei.

Doch mit der Gemütlichkeit dürfte es bald vorbei sein. Am Fluss wird zwischen der August-Bebel-Straße und der Brücke Burgker Straße demnächst gebaut. Eine Rampe für Baufahrzeuge ist bereits angelegt, sie führt vom Parkplatz am Stadion über die Böschung zum Flussufer.

Dort entlang zieht sich Linkerhand der Weißeritz eine frisch aufgeschüttete Baustraße. Ein Bagger steht bereit, Baucontainer sind aufgestellt.

Spundwand soll Wall abdichten

Unten am Flussufer hat sich Christoph Rauch eingefunden. Er ist bei der Landestalsperrenverwaltung angestellt und Projektleiter für das Bauvorhaben in Freital. Es geht um mehr Hochwasserschutz für die Stadt.

Parallel zur Albert-Schweitzer-Straße soll eine Hochwasserschutzwand errichtet werden. Zwischen Straße und Fluss liegt dort ein Park mit Spielpatz und am Rande des Parks ein Schutzwall, bevor die Uferböschung beginnt.

Jedoch ist dieser Wall nur ein Provisorium, wie Christoph Rauch erläutert. "Er wurde nach der Flut 2002 aufgeschüttet, kann aber extremen Hochwassern nicht standhalten." Ziel sei es, dass an dieser Flusspassage bis zu 252 Kubikmeter Wasser pro Sekunde vorbeirauschen können, ohne dass der Damm breche oder Park und Straße überschwemmt werden.

Lärmpause zur Mittagszeit wegen Kita

Deshalb wird der Wall mittels Spundwand verstärkt. Die einzelnen Elemente - zwischen 4,5 und sechs Meter lang - werden mittig der Dammkrone senkrecht eingetrieben, sodass sie bis auf wenige Zentimeter komplett in der Erde verschwinden.

"Wir bauen quasi eine Dichtung in den Wall ein", erklärt Rauch. Auf die Spundwand wird dann überirdisch noch ein Balken betoniert, der das Bauwerk abdeckt. Der Wall selbst bleibt äußerlich weitgehend so erhalten, wie er nach 2002 angelegt wurde - falls beim Bau keine Schäden entstehen.

Denn das Einbringen der Spundwand ist nicht ganz unproblematisch. Die einzelnen Elemente müssen in den Boden getrieben werden und zwar von der Flussseite aus. Dazu müssen mehrere Arbeitsebenen entlang des Ufers errichtet werden, auf der die Rammmaschine sicher und hoch genug stehen kann.

Diese Vorbereitungsarbeiten finden in den nächsten Wochen statt. Der Einbau der Schutzwand startet dann erst im Frühjahr. Damit die Kinder der Kita Storchenbrunnen trotz Bauarbeiten ihren Mittagsschlaf halten können, sollen lärmintensive Arbeiten nahe der Kita zwischen 12 und 14 Uhr ausgesetzt werden.

Ersatz für Baumfällungen geplant

Während der Bauvorbereitung müssen nahe der Brücke Burgker Straße auch noch einige Bäume und Sträucher gefällt werden. Diese Arbeiten werden bis Ende Februar durchgeführt. In Abstimmung mit der Stadt Freital soll dafür nach dem Ende der Bauarbeiten im unmittelbaren Umfeld Ersatz gepflanzt werden.

Projektleiter Rauch rechnet damit, dass die Arbeiten sich bis September 2022 hinziehen. Abhängig sei dies von der Witterung, aber ebenso von Lieferzeiten beim Baumaterial und den Kapazitäten bei den Baufirmen.

Während der Bauarbeiten wird der Parkplatz am Stadion des Friedens gesperrt. Außerdem müssen Autofahrer im Bereich der August-Bebel-Straße und der Albert-Schweitzer-Straße mit Verkehrseinschränkungen rechnen.

Um den Hochwasserschutz der Stadt zu verbessern, wurde an der Vereinigten Weißeritz bereits in Höhe der Papierfabrik und der Feilenfabrik sowie an der Roten Weißeritz im Bereich des Weißeritzparks gebaut. Der Gewässerquerschnitt wurde vergrößert, um bei Hochwasser einen schadfreien Abfluss zu ermöglichen.

Außerdem wurden Uferwände wiederhergestellt beziehungsweise geschädigte Wände abgerissen und die notwendigen Uferwände grundhaft als Blocksteinmauern neu aufgebaut.