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Freital: Ärger über rostende Pflanzkübel

Gut gemeint, schlecht gemacht? Die stählernen Gefäße rosten, bei einigen staut sich das Wasser. Die Stadt will nun nachbessern.

Rostbraune Optik: Es gibt Kritik an den neuen Pflanzkübeln in der Stadt.
Rostbraune Optik: Es gibt Kritik an den neuen Pflanzkübeln in der Stadt. © Karl-Ludwig Oberthür

Als Malermeister hat Olaf Winkler nicht viel für Rostbraun übrig, zumindest nicht, wenn es sich um echten Rost handelt. Eine Schande sei das Aussehen der neuen Blumenkübel für Freital, schreibt er in einem Leserbrief an die Sächsische Zeitung.

Was Malermeister Winkler kritisiert, sind die großen Pflanzkübel, die seit vergangenem Herbst über die Stadt verteilt wurden. Die Gefäße sind aus Cortenstahl. Für das Material habe man sich ganz bewusst entschieden, wie Stadtsprecher Matthias Weigel erläutert: "Es handelt sich um ein sehr wetterbeständiges Material, dass durch seine charakteristische Patina ein Blickfang darstellt und gleichzeitig an Freitals Stahlwerkertradition erinnern soll."

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Denn Freital wird dieses Jahr 100 Jahre alt, weshalb auch 100 solcher Blumenkübel in der Stadt aufgestellt wurden.

Paten pflegen die Hochbeete

Die Idee kam von Bürgern. Deshalb sind es auch die Freitaler Einwohner, die sich um die kleinen Hochbeete kümmern. Familien, Vereine, Firmen, Organisationen, Kindergärten und Schulen haben die Patenschaften übernommen.

Sie besorgen auf eigene Kosten die Pflanzen und pflegen die Kübel. Manche Paten dekorierten die Behälter mit Rankhilfen und kleinen Infoschildchen, auch ein Insektenhotel wurde gesichtet.

Doch angesichts des nassen Sommers tauchen plötzlich ungeahnte Probleme auf. Nach heftigen Regengüssen standen einige Hochbeete tagelang unter Wasser. Viele Pflanzen hielten das nicht aus und verrotteten regelrecht. Zudem liefen die Behälter aus, eine rostige Brühe ergoss sich mancherorts auf den Gehwegen und färbte Pflastersteine.

Das ist zum Beispiel vor dem Technologiezentrum an der Dresdner Straße zu sehen.

Schnecken mögen keinen Stahl

Aus dem Rathaus heißt es, die Pflanzoasen seien mit einem Wasserreservoir ausgestattet. Dieses läuft, sollte der Behälter aufgrund von Niederschlägen so voll werden, eigentlich über. Allerdings hat das zuletzt nicht bei jedem Hochbeet funktioniert.

Weigel: "Wahrscheinlich hatten sich Überläufe zugesetzt. Für das Ablassen des Wassers aus den einzelnen Pflanzkübeln wurde eine einfache Lösung seitens der Stadt gefunden und wird bei den jeweiligen Pflanzbehältern nachjustiert."

Was den Rost betrifft, so sei dieser gewollt. Auf dem Stahl bildet sich eine Patina, die das Material schützt. "Dieser gewollte Verwitterungsprozess ist in der Regel nach ein bis zwei Jahren abgeschlossen", erläutert der Pressesprecher der Stadt. Das Auswaschen und damit die Flecken auf dem Untergrund seien daher nur von kurzer Dauer.

Zudem hat der Stahlbehälter einen weiteren Vorteil. Schnecken mögen das Material überhaupt nicht - die gefräßigen Schleimer bleiben den Pflanzkübeln fern.

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