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Freital trauert um früheren Oberbürgermeister Mättig

Freitals Ex-OB Klaus Mättig starb nach kurzer schwerer Krankheit am 23. April. Der CDU-Politiker wurde 73 Jahre alt.

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Klaus Mättig (1949-2023). Der CDU-Politiker prägte die Stadt Freital fast anderthalb Jahrzehnte als Oberbürgermeister.
Klaus Mättig (1949-2023). Der CDU-Politiker prägte die Stadt Freital fast anderthalb Jahrzehnte als Oberbürgermeister. © Archiv/Marco Klinger

Nach dem Tod von Freitals früherem Oberbürgermeister Klaus Mättig wird er von Weggefährten für seine Verdienste um die Große Kreisstadt gewürdigt.

Mättigs Nachfolger im Amt und früherer CDU-Parteifreund Uwe Rumberg sagte: "Noch heute können wir auf den Impulsen und Entscheidungen aufbauen, insbesondere was die Entwicklung der Infrastruktur, das Grundstücksmanagement und die Sanierung von kommunalen Gebäuden, wie Kitas und Schulen betrifft. Nicht zu vergessen sind auch seine herausragenden Leistungen bei der Bewältigung der Hochwasserkatastrophe von 2002."

In Erinnerung bleiben würden nicht nur seine "unkonventionelle Amtsführung", sondern auch seine "unbändige Tatkraft". Die Stadt Freital gedenkt auf ihrer Internetseite des Kommunalpolitikers, der am Sonntag, 23. April, nach kurzer schwerer Krankheit verstarb, wie es aus dem Umfeld der Familie hieß.

Klaus Mättig war gelernter Maschinenschlosser und wechselte 1991 von einer Produktionsgenossenschaft des Handwerks in die Politik, als er zum Bürgermeister von Pesterwitz bei Dresden wurde. Während seiner Amtszeit etablierte sich das Dorf am Stadtrand zu einem beliebten Wohnstandort, die Einwohnerzahl vervielfachte sich. Unter seiner Regie wurde Pesterwitz 1999 nach Freital eingemeindet - eine bewusste Entscheidung gegen Dresden.

Bis 2001 war Mättig Ortsvorsteher von Pesterwitz. Zur Oberbürgermeisterwahl 2001 in Freital konnte er im zweiten Wahlgang die nötige Mehrheit auf sich vereinen und wurde Stadtoberhaupt. 2008 wurde er im ersten Wahlgang wiedergewählt. 2015 konnte Mättig wegen der Altersgrenze nicht wieder zur Wahl antreten und ging in den Ruhestand. In seine Amtszeit fällt die Sanierung von städtischen Gebäuden wie Schulen und Kitas, aber auch der Abriss der Windbergarena.

"Politiker mit Ecken und Kanten"

CDU-Kreischef Peter Darmstadt hat Klaus Mättig als Politiker mit Ecken und Kanten gewürdigt. "Mit ihm verlieren wir allzu früh einen Mann, der die CDU in Stadt und Landkreis wesentlich geprägt hat", sagte er. Mit Mättig habe man sich auf Augenhöhe streiten können, er sei aber auch jemand gewesen, auf den man sich verlassen durfte.

Auch Darmstadt betont Mättigs Rolle nach der Hochwasserkatastrophe vor gut 20 Jahren. "Er war der entscheidende Macher, als Freital 2002 die Folgen des Jahrhunderthochwassers bewältigen musste", so Darmstadt. Er erinnert zudem daran, dass wenig später - 2004 - Klaus Mättig die Stadtratswahl quasi im Alleingang gewann.

Mehr als 50 Prozent der Stimmen entfielen dabei auf die CDU, was der Partei im Stadtrat eine solide Mehrheit sicherte. 2009 rutschten die Christdemokraten zwar auf gut 40 Prozent ab, blieben aber damals immer noch stärkste Kraft.

Der Pirnaer Landrat Michael Geisler (CDU) sagte, er sei von der Todesnachricht sehr betroffen. "Klaus Mättig hat viel bewegt, für Freital und auch als Kreisrat für den Landkreis. Er hatte einen guten Draht zu seinen Freitaler Bürgern und packte die Dinge an. Unsere persönliche Zusammenarbeit stand auf einer vertrauensvollen Basis. Hatte man etwas vereinbart, konnte man sich auf ihn verlassen. Das habe ich sehr an Klaus Mättig geschätzt", so der Landrat, der ebenso wie Mättig nach der Wiedervereinigung in die Politik ging. Er wünsche den Angehörigen viel Kraft in dieser schwierigen Zeit. (SZ)