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Possendorfer Taufsteinbild bleibt rätselhaft

Die Restaurierung des Kirchengemäldes aus dem Bannewitzer Ortsteil Possendorf zieht sich hin. Spannend bleibt auch die Frage zu neu interpretierten Initialen.

Das historisches Taufsteinbild "Die Taufe Christi im Jordan" aus der Possendorfer Kirche verrät seine Geheimnisse nur stückchenweise.
Das historisches Taufsteinbild "Die Taufe Christi im Jordan" aus der Possendorfer Kirche verrät seine Geheimnisse nur stückchenweise. © Egbert Kamprath

Seit Ende September wird das alte Taufsteinbild aus der Possendorfer Kirche in Dresden-Mickten restauriert. Das Gemälde, welches die "Taufe Jesu im Jordan" abbildet, stammt wohl aus dem 17. Jahrhundert. Wer der Künstler war, sei weiterhin spekulativ, sagt Restaurateurin Anke Stenzel: "Ich habe auf dem Rand des Bildes jetzt andere Buchstaben entschlüsselt, als bisher angenommen wurde."

Die bekannte Restauratorin Anke Stenzel restauriert das Taufsteinbild aus Possendorf in ihrem Atelier in Dresden.
Die bekannte Restauratorin Anke Stenzel restauriert das Taufsteinbild aus Possendorf in ihrem Atelier in Dresden. © Marion Doering

Neue Buchstaben gefunden

Kirchenvorsteher Peter Behrendt, der sich um alle geschichtlichen Hintergründe der Kirche Possendorf kümmert, sagt: "Bisher sind wir davon ausgegangen, dass am Bildrand die beiden Buchstaben A und W stehen. Nun sagte Frau Stenzel aber, dass es sich um J und G handelt und womöglich auch noch ein L dort steht."

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Behrendt war am vergangenen Freitag persönlich bei der bekannten Dresdner Restauratorin und schaute sich mit ihr gemeinsam das Gemälde an. Bisher gingen sie davon aus, dass das Bild vermutlich aus dem Jahr 1656 stammt.

Doch nun sei neben den neu gefundenen Buchstaben auch die Jahreszahl 1773 zu entziffern. "Jetzt schauen wir in den Kirchenbüchern und den Kirchenrechnungen aus dem Jahr 1773 nach, ob wir alte Einträge finden, die vielleicht auch erklären können, was es mit den Buchstaben J und G und eventuell L auf sich hat", erklärt Peter Behrendt die weitere Spurensuche zur Herkunft des Ölgemäldes.

Bild ist in sehr schlechtem Zustand

"Für mich als Laien war das Gespräch mit der Restauratorin sehr spannend", sagt Peter Behrendt. Das runde Gemälde, welches traditionell als Abdeckung auf dem Taufbecken der Kirche liegt und von einem Deckel geschützt wird, sei allerdings in einem sehr schlechten Zustand.

"Weil der Grund kaum Substanz hat, bröckelt alles sofort wieder ab", erklärt Anke Stenzel. Sogar der Leim sei so schnell eingezogen, dass er in viel mehr Schichten aufgetragen werden musste, als dies üblich sei. "Ich vermute, dass bei der Herstellung des Bildes das Tuch gar nicht gespannt wurde, sodass es sich immer mehr zusammengezogen hat." Sie würde nun Stück für Stück den Untergrund für die Vergoldung an der Fassung des Reifs aufbringen. Erst danach könne sie die Risse im eigentlichen Gemälde schließen.

Voraussichtlich Ende Februar soll das Taufsteinbild in die Possendorfer Kirche zurückkehren, wo es an einem sicheren Ort gelagert werde, sagt Peter Behrendt: "Da in unsere Kirche schon mehrfach eingebrochen wurde, holen wir das Bild nur für Taufen heraus."

Anke Stenzel wird voraussichtlich auch die Taufsteinabdeckung noch restaurieren. Dieser Idee muss der Kirchenvorstand vorher aber zustimmen. Die Kosten für die Restaurierung des Bildes waren mit rund 8.000 Euro kalkuliert - liegen aber nun bereits bei reichlich 10.000 Euro.

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