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Rechtsextreme provozieren mit Denkmal in Zinnwald

Die Freien Sachsen verunglimpfen damit das angebliche "Kretschmer-Regime" in der Corona-Pandemie. Die Wahl des Ortes fiel auf ein bestimmtes Privatgelände.

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Am Georgenfelder Weg in Zinnwald
steht auf Privatgelände dieser Stein.
Am Georgenfelder Weg in Zinnwald steht auf Privatgelände dieser Stein. © Egbert Kamprath

Wanderer im Osterzgebirge wundern sich seit vergangenem Freitag über einen neuen "Gedenkstein". Diesen haben die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften Freien Sachsen an einem Weg in Zinnwald-Georgenfeld aufgestellt. Auf einem Messengerdienst läuft ein Video, das die Einweihung zeigt. Dabei war von "einer gewissenlosen Pharmalobby und eines durch alliierte Fremdherrschaft gedemütigten Volkes" die Rede.

Der Stein mit Inschrift steht auf einem Privatgelände. Auf einem gelben Schild davor steht "Betreten des Grundstücks verboten". Die Versammlung am Freitag war offiziell angemeldet, teilt die Polizei auf Nachfrage mit. Ob der Grundstückseigentümer Einwohner von Zinnwald ist, ist noch unklar. Als Redner zur Eröffnung war jedenfalls Karl Kohlmann dabei. Der 76-Jährige ist der Vater des "Freie Sachsen"-Gründers Martin Kohlmann aus Chemnitz.

Statistiken geben Auskunft

Die Stadt Altenberg ließ bis Dienstagabend Anfragen dazu unbeantwortet. Der Stein soll an "Opfer des Corona-Impfexperiments und der Zwangsmaßnahmen des Kretschmer-Regimes" erinnern.

Warum ausgerechnet Zinnwald-Georgenfeld ausgewählt wurde, ist unklar. Zumal im hiesigen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge die Impfquote gegen Covid-19 im Vergleich zu anderen relativ gering war. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) lag sie in Sachsen etwa bei einmal Geimpften mit 66,3 Prozent am niedrigsten aller Bundesländer. Das RKI weist auf seinem Corona-Dashboard außerdem 1.573 Corona-Tote im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Auf die Einwohnerzahl von rund 244.000 bezogen liegt der Vergleichswert je 100.000 Einwohner weit über dem Durchschnitt Sachsens und Deutschlands.

Dass Impfungen nicht ohne Risiko sind, darüber wurde von den impfenden Ärzten jeder Einzelne zuvor in einem Gespräch aufgeklärt. Laut Statistischem Bundesamt wurde für das Jahr 2021 bei 218 Verstorbenen in Deutschland die Todesursache mit "unerwünschte Nebenwirkungen bei der Anwendung von Covid-19-Impfstoffen" angegeben. Bisher wurde 65 Millionen Menschen in Deutschland mindestens eine Impfdosis gegen Covid-19 verabreicht. (SZ/gk)