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Schnelles Internet für Dorfhain

Bis Ende des Jahres will Dorfhain alle Haushalte mit dem Breitbandanschluss ausstatten. Dafür war ein Bürgergeld eingesammelt worden.

Derzeit läuft in Dorfhain der Breitbandausbau unter anderem auf der Bergstraße.
Derzeit läuft in Dorfhain der Breitbandausbau unter anderem auf der Bergstraße. © Daniel Schäfer

"Wir sind oft verzweifelt und ich bin um 100 Jahre gealtert", sagt Dorfhains Bürgermeister Olaf Schwalbe (CDU) und fügt lachend hinzu: "Aber wir sind stolz, dass wir die einzige Kommune im Landkreis sind, die den Breitbandausbau selbst gestemmt hat."

Vor vier Jahren hatte sich in der Gemeinde am Rande des Tharandter Waldes ein Breitband-Team gegründet, welches sich ehrenamtlich um die Umsetzung des Großprojektes kümmerte. Als Betreiber war zudem schnell der Energieversorger Enso gefunden worden. Für die Baumaßnahmen wurden unter anderem zwei Tiefbaufirmen aus der Umgebung gefunden. 560 Haushalte werden seitdem an das schnelle Internet angeschlossen. 80 Prozent davon sind bereits versorgt.

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Warum sorgt Hochwasser für Probleme?

Derzeit werden die Glasfaserkabel noch in Großdorfhain an der Bergstraße und der Obercunnersdorfer Straße verlegt, sowie in Kleindorfhain. Olaf Schwalbe rechnet allerdings mit einem Bauverzug: "In Edle Krone ist nach dem Hochwasser 2002 die Straße flutsicher ausgebaut worden. Nun ist die Schicht des Straßenbelags so hoch, dass die Verlegung der Kabel tiefere Gräben erfordert und wir sowohl mit höheren Kosten als auch mit längerer Bauzeit rechnen." Dennoch hofft er, dass der Breitbandausbau in der Gemeinde bis zum 31. Dezember abgeschlossen sein wird. "Wenn der Wintereinbruch kommt, können wir das Ziel zwar nicht erreichen, aber wir halten daran fest, dass Ende März 2021 alle Bürger ihr schnelles Internet per Glasfaser zu Hause nutzen können", sagt Schwalbe.

Warum zahlten die Menschen Bürgergeld?

2,7 Millionen Euro wurden für den Breitbandausbau von Bund und Land zur Verfügung gestellt, doch die Dorfhainer sind in Vorkasse gegangen. "Wir erhielten 60 Prozent der Gelder von der Bundesregierung, 30 Prozent von der sächsischen Landesregierung und 10 Prozent sogenannte Kompensationsmittel", sagt der Bürgermeister und erklärt weiter: "Da wir zu Beginn nicht wussten, welche Kosten uns tatsächlich zurückerstattet werden, baten wir die Einwohner um eine Art Bürgergeld." Jeder Dorfhainer zahlte pro Haushalt 280 Euro in einen großen Topf. 

Mit den rund 140.000 Euro, die so zusammenkamen, wurden die ersten Ausgaben wir Fahrtkosten zur Abholung der Förderbescheide nach Berlin, Briefmarken und Umschläge sowie Kosten für den beratenden Rechtsanwalt beglichen. Inzwischen wurden seit Ende September 90 Prozent dieses Bürgergeldes wieder an die Bürger zurückgezahlt.

Warum werden höhere Kosten erwartet?

Wegen der unerwarteten Dicke der Tharandter Straße in Edle Krone werden die Fördergelder in Höhe von 2,7 Millionen Euro für den Breitbandausbau in Dorfhain nicht ausreichen. "Wir schätzen die Gesamtkosten nun auf rund 3 Millionen Euro. Eine Aufstockung der Fördergelder haben wir bereits beantragt", sagt Heike Linné von der Dorfhainer Gemeindeverwaltung, die bei der Umsetzung des Breitbandprojektes tatkräftig half. "Ohne ihre Hilfe hätte ich noch mehr graue Haare bekommen", lacht der Bürgermeister.

Die etwa 1.100 Einwohner sollen nun ab Ende März ihr schnelles Glasfaser-Internet nutzen können, aber nicht nur zum Surfen und Spielen, sondern vermehrt auch für Homeoffice, Homeschooling, Videokonferenzen und für Telemedizin, also Online Arzt-oder Apothekergespräche.

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