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So wird die Weißeritz flutsicher

Seit 2018 wird in Freital-Deuben gebaut, unter anderem an einer höheren Ufermauer. Daran gibt es aber auch Kritik.

Bauen für den Hochwasserschutz in Freital. Die Flut 2002 riss Steine samt Mörtel weg.
Bauen für den Hochwasserschutz in Freital. Die Flut 2002 riss Steine samt Mörtel weg. © Karl-Ludwig Oberthuer

An der Weißeritz wird gebaut. Und gebaut. Und gebaut. Seit mehreren Wochen wundern sich die Anwohner an der Poisentalstraße, warum die Baustelle noch immer nicht abgeschlossen ist. Dem Aushang nach hätte die Hochwasserschutzmaßnahme schon seit vier Monaten fertiggestellt sein müssen. Die SZ erklärt, was gebaut wird und warum es sich verzögert.

Während Jahrhundertflut stark beschädigt

Zwischen der Poisentalstraße und Krönertstraße wird seit 2018 die Flussmauer grundsaniert. Die Arbeiten zum Hochwasserschutz waren dringend notwendig. Während der Jahrhundertflut im Jahr 2002 brachen ganze Steine samt Mörtel heraus. Als damals die Weißeritz durch Freital rauschte, wurden die um 1900 errichteten Mauern unterspült und ausgewaschen. Die Natursteinwand wurde stark beschädigt und seitdem nur sporadisch in Stand gehalten, obwohl die Mauern sichtbar marode waren.

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Um in Zukunft die Gebäude im Mühlenviertel besser zu schützen, wurde Einiges getan. Da die Weißeritz eng eingehaust mitten durch das Wohngebiet von Freital-Deuben fließt, wurden die Ufermauern erhöht - teilweise um 40 bis 100 Zentimeter.

Auch das Flussbett haben die Bauarbeiter angepackt. Der Untergrund ist mit sogenannten Sohlschwellen gesichert worden, damit die Kiesel bei der nächsten Flut nicht weggespült werden. Fische können die Bauteile jedoch passieren.

Fußweg immer noch gesperrt

Durch Corona habe sich die Arbeit an der Natursteinwand verlängert. Auch das Aufstellen des Geländers verzögerte sich, erklärt Pressesprecherin Kartin Schöne von der Landestalsperrenverwaltung Sachsen. So ist noch immer der Fußweg rechts des Flusses gesperrt. Die Baumaßnahmen sollen aber bis Ende November abgeschlossen sein, sagt Kartin Schöne.

2,2 Millionen Euro hat das Vorhaben gekostet. Laut Landestalsperrenverwaltung sind durch die Verzögerung aber keine Mehrkosten entstanden. Derzeit laufen noch die Arbeiten am Geländer.

Die Maßnahme wurde anfänglich von einigen Deubenern kritisiert. Ihnen fehlte an der Weißeritz eine Treppe oder ein Weg zum Wasser. Ein solcher Zugang würde aber bedeuten, eine Lücke in der Flussmauer anzulegen – was im Hochwasserfall fatal wäre. Daher ist keine Treppe gebaut worden.

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