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Sorge um die alten Bäume

Der Forstbotanische Garten in Tharandt wollte dieses Jahr Schau- und Frühbeete anlegen. Dazu ist es nicht gekommen.

Der Forstbotanische Garten in Tharandt hat in diesem Jahr schwere Pflanzenverluste hinnehmen müssen.
Der Forstbotanische Garten in Tharandt hat in diesem Jahr schwere Pflanzenverluste hinnehmen müssen. © Daniel Schäfer

Drei Kilometer Wasserleitung und irgendwo ein Leck - in diesem Frühjahr hätte das Drama nicht größer sein können. Die Gärtner des Forstbotanischen Gartens in Tharandt kämpften mit der Trockenheit, doch aus der fast 200 Jahre alten Leitung kam nicht genügend Wassernachschub: "Das hat uns dieses Jahr viel Kraft und Zeit gekostet", sagt Forstwissenschaftler Ulrich Pietzarka, der Kustos im Forstbotanischen Garten.  

Ohnehin lassen sich 19 Hektar Wald und Heide nicht künstlich bewässern, auch nicht mit der nun wieder funktionstüchtigen Leitung, die die Warnsdorfer Quelle auch in diesem trockenen Jahr zuverlässig mit Wasser versorgte. Den Mitarbeitern des Gartens blieb deshalb vor allem eines: Schadensbegrenzung. "Gerade mussten wir wieder 25 Fichten und Kiefern fällen", sagt Pietzarka. 

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Die alten Nadelbäuime leiden besonders unter der Trockenheit.
Die alten Nadelbäuime leiden besonders unter der Trockenheit. © Daniel Schäfer

Seltene Exemplare unter den Verlusten

Insgesamt 150 Bäume Verlust verzeichnete der Forstgarten in diesem Jahr: "Vor allem der alte Teil des Gartens macht uns große Sorgen." Denn während das 2001 eröffnete Nordamerika-Quartier östlich des Zeisig-Grundes auf einem sehr lehmhaltigen Boden liegt, der das Wasser gut speichert, hat der alte Teil einen felsigen Untergrund. Darauf stehen allerdings auch die ältesten Bäume - teilweise noch aus der Zeit von 1811, als der berühmte Forstbotaniker Heinrich Cotta den Garten gründete: "Wir mussten auch die Brewers-Fichte fällen", sagt Pietzarka. Dieser nordamerikanische Baum wurde um 1885 erstmals botanisch beschrieben. In den europäischen Botanischen Gärten ist er sehr selten - alte Exemplare erst recht.  

"Durch die Dürre der vergangenen Jahre haben die Bäume keine Abwehrkräfte mehr. Normalerweise werden Käfer, die sich ins Holz fressen, mit Harz eingeschlossen. Davon fließt jetzt nicht mehr genug." Dass Borkenkäfer die Nadelbäume vernichten, ist bekannt: "Aber auch Birken und Buchen haben ihre eigenen Borkenkäferarten." Zu den Verlusten zählen auch einige Laubbäume.  

Um mit ihren Möglichkeiten der Bewässerung überhaupt etwas auszurichten, konzentrierten sich die Gärtner auf die Baumschule und die Jungpflanzen. "Mehrausgaben hatten wir nicht, weil wir viel aus eigener Kraft geschafft haben", sagt Pietzarka und meint die Reparatur der Wasserleitung und viele Baumfällungen. "Doch deshalb haben wir es nicht geschafft, unsere eigentlichen Pläne zu verfolgen", sagt er. Zur normalen Pflanzenpflege kamen die Mitarbeiter kaum. Auch Schaubeete und Frühbeetkästen sollten eigentlich in diesem Jahr angelegt werden. Dazu ist es nicht gekommen.      

Der Forstbotanische Garten Tharandt ist noch bis 31. Oktober täglich von 8 bis 17 Uhr geöffnet.

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