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Comeback nach sieben Jahren?

Kicker Paul Szuppa feierte 2014 bei der SG Dynamo Dresden sein Debüt in der Oberliga. Mit dem SC Freital könnte er bald wieder in der 5. Liga unterwegs sein.

Hat den Aufstieg bereits geschafft – zumindest vereinsintern: Paul Szuppa.
Hat den Aufstieg bereits geschafft – zumindest vereinsintern: Paul Szuppa. © Egbert Kamprath

Der SC Freital und Budissa Bautzen sollen am 26. Juni den Aufstieg in die NOFV-Oberliga ausspielen. Unabhängig davon, in welcher Liga der Sportclub 2021/22 an den Start geht, basteln die Verantwortlichen um Abteilungsleiter Daniel Wirth mit Hochdruck am neuen Kader (siehe auch den Beitrag im Keller dieser Seite).

Vier externe Neuzugänge stehen fest, zudem rückt der gebürtige Freitaler Paul Szuppa aus dem Aufgebot der Landesklassen-Mannschaft nach oben. Der 26-Jährige war 2015 von Dynamo Dresden II zum SV Bannewitz zurückgekehrt, spielte dort fünf Jahre. Im Vorjahr wechselte Szuppa, der vor knapp sieben Jahren sein Debüt in der Oberliga gab, vom SVB zum SC Freital.

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Paul, spielen Sie mit dem SCF kommende Saison in der Landes- oder Oberliga?

Ich könnte antworten: Mal schauen, wie es der Zufall so will. Aber Spaß beiseite, ich hoffe, wir können uns sportlich am 26. Juni in der Relegation gegen Bautzen qualifizieren. Ich würde uns gern in der Oberliga sehen. Allerdings fehlt mir etwas der Glaube, dass wir ab 7. Juni vollumfänglich wieder als Mannschaft trainieren können. Das wäre aber die Voraussetzung, um das Aufstiegsspiel durchzuführen.

Klappt das nicht, steht der Losentscheid an. Was sagen Sie dazu?

Ich würde beiden Vereinen die Oberliga gönnen und verstehe nicht, dass die Verbände nicht beiden Vereinen die Möglichkeit dazu ermöglichen. Von einem Losentscheid halte ich gar nichts.

Was sagt Ihr Bauchgefühl?

Das sich die sportliche Fairness durchsetzt. Das heißt, beide Mannschaften steigen auf oder nur der SC Freital, der beim Saisonabbruch Spitzenreiter in der Landesliga war.

Stimmt es, dass Sie 2020 zum Sportclub gewechselt sind mit der Aussicht, erst ab der kommenden Saison in der „Ersten“ zu spielen?

Ja, das ist korrekt. Ich hatte zwar schon im Sommer 2020 Vorbereitungsspiele im Kader der „Ersten“ bestritten, sollte aber in der zweiten Mannschaft eine Führungsrolle übernehmen, mich dort zeigen. Es war alles klar kommuniziert, für mich ging es auch darum, erst einmal im Verein anzukommen. Dieser Herausforderung wollte ich mich stellen, um dann die Chance, in den Kader der ersten Mannschaft aufzurücken, beim Schopf zu packen. Das hat trotz der wenigen Punktspiele funktioniert.

Wie groß ist der Respekt, von der Landesklasse möglicherweise in die Oberliga zu wechseln?

Es überwiegt die Vorfreude auf die Herausforderung. Etwas Respekt kann nicht schaden, aber die Chance, mich mit anderen guten Fußballern zu messen, darauf habe ich richtig viel Bock.

In welchem Alter haben Sie mit dem Fußballspielen angefangen?

Im Alter von sieben Jahren bei Stahl Freital. 2005 bin ich zum SV Bannewitz gekommen, dort war Holger Moraweck ab der D-Jugend mein Trainer. Später hat mir Jens Hieckmann die Chance gegeben, mit 18 in der ersten Männer-Mannschaft zu kicken.

Wie kam es zum Wechsel zu Dynamo?

Ich hatte schon während der Saison 2013/14 ein halbes Jahr lang bei Dynamo mittrainiert. Dann wurde im Sommer die U23 praktisch neu aufgestellt und ich war nach einem Auswahlverfahren dabei. Für mich war das eine Riesensache, schließlich hatte ich mich bis dahin keiner leistungsorientieren Ausbildung unterzogen – im Gegensatz zu meinen Dynamo-Mitspielern.

Welche Erinnerungen haben Sie an das Oberligajahr mit den Dresdnern?

Ich hatte gerade mein Abi in der Tasche, konnte mich auf den Fußball konzentrieren und habe dieses Oberligajahr in jeder Beziehung genossen. Die Trainer waren Dirk Havel und Lars Jungnickel. Ich habe versucht, alles aufzusaugen. Wir hatten jeden Tag Training, ich habe sehr viel gelernt im technisch-taktischen Bereich. Mit Profis wie Marco Hartmann oder Denis Erdmann zu trainieren, mich auszutauschen, das war definitiv etwas Besonderes für mich. Punktspiele wie gegen die U23 von RB Leipzig oder in Halle sind unvergessen.

Ihr Weggang aus Bannewitz verlief nicht ganz geräuschlos. Was war passiert?

Das war wohl eher eine Sache zwischen den Vereinsverantwortlichen. Sicher war es für den SVB schwierig, nachdem ich nach meiner Rückkehr von Dynamo dort fünf Jahre gespielt habe. Wie gesagt, ich habe Jens Hieckmann sehr viel zu verdanken. Vielleicht hätte ich ihm gegenüber noch deutlicher kommunizieren müssen, welche persönlichen und sportlichen Beweggründe mich zum SCF führten, um diese Herausforderung in Angriff zu nehmen.

Neuzugänge wie Robin Fluß oder Eric Ranninger reizt auch das Projekt, das in Freital entwickelt wird. Was erwarten Sie in den kommenden Jahren?

Ich finde das absolut spannend, es reizt mich ungemein. Ich erwarte in den nächsten Monaten viele gute Momente beim Sportclub. Es gibt in dieser Stadt viele gute Leute, die im Sport etwas bewegen wollen. Ich denke, gerade in dieser schwierigen Zeit können Sportvereine mit dem Angebot zu Gemeinschaft und Selbstverwirklichung einen richtig großen Teil dazu beitragen, das gesellschaftliche Leben wieder in gesunde Bahnen zu bringen.

Wie sehen Ihre beruflichen Pläne aus?

Ich habe einen Bachelor in Sozialpädagogik und Management abgeschlossen und anschließend zwei Jahre im Kinder- und Jugendwohnheim in Freital gearbeitet. Jetzt bin ich selbstständig mit einer Baufirma für Garten- und Landschaftsbau und entwickle Projekte, mit denen ich Handwerk und Sozialpädagogik zusammenbringe.

Das Gespräch führte Jürgen Schwarz.

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