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„Dahinter steckt ein richtig guter Plan“

Robin Fluß spielt die kommende Saison für den SC Freital. Zuletzt führte er den Bischofswerdaer FV im Pokal gegen Dynamo Dresden als Kapitän.

Dynamos Max Kulke (links) im Zweikampf mit dem Bischofswerdaer Kapitän Robin Fluß, der zur neuen Saison beim SC Freital angeheuert hat. Der 25-Jährige beginnt dort auch eine Ausbildung.
Dynamos Max Kulke (links) im Zweikampf mit dem Bischofswerdaer Kapitän Robin Fluß, der zur neuen Saison beim SC Freital angeheuert hat. Der 25-Jährige beginnt dort auch eine Ausbildung. ©  dpa/Robert Michael

Fußball-Landesligist SC Freital spielt in der kommenden Saison eventuell in der NOFV-Oberliga. Aufstiegsspiele gegen Budissa Bautzen oder ein Losentscheid bringen voraussichtlich Ende Juni Gewissheit. Fünf Neuzugänge hat Abteilungsleiter Daniel Wirth bereits unter Dach und Fach. Vom VfL Pirna-Copitz kommt Eric Ranninger, vom FC 1910 Lößnitz der torgefährliche Cedric Graf. Torhüter Christopher Hauswald stand zuletzt beim BSC Freiberg zwischen den Pfosten, Paul Szuppa rückt aus der zweiten Mannschaft nach oben.

Der Königstransfer ist bisher allerdings Robin Fluß, der 2014/15 bei Dynamo Dresden in der 3. Liga debütierte und bis jetzt als Profi unterwegs war. Der 25 Jahre alte gebürtige Freitaler kommt vom Regionalliga-Absteiger Bischofswerdaer FV. Am Mittwoch führte Fluß, der in Dresden wohnt, die Schiebocker zum letzten Mal in einem Pflichtspiel als Kapitän auf den Rasen. Am 1. Juli beginnt dann ein neues Kapitel. Sächsische.de sprach mit ihm.

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Robin, ausgerechnet im Rudolf-Harbig-Stadion bestritten Sie am vergangenen Mittwoch Ihr letztes Pflichtspiel für Bischofswerda. Wie haben Sie das 0:2 im Pokal-Viertelfinale bei Dynamo Dresden gesehen?

Wir haben gegen den Ball ordentlich gespielt, defensiv gut gestanden, aber dennoch zu viele Standards zugelassen. Das 0:1 fiel dann auch nach einem Standard. Ärgerlich auch, dass wir so spät die Gegentore in der 80. und 89. Minute bekommen haben. Eine Verlängerung hätte uns gut zu Gesicht gestanden. Aus dem Spiel heraus haben wir nicht viele Chancen der Dynamos zugelassen, aber nach vorn hat uns dann etwas die Kraft gefehlt.

Sie haben die ersten Jahre als Fußballer beim Hainsberger SV verbracht. Wie kam es dann zum Wechsel nach Dresden?

Mein Bruder besuchte die Sportschule in Dresden und spielte bei Dynamo. Dadurch war ich auch öfter dort. Dann waren wir mit dem Hainsberger SV bei der Bezirksmeisterschaft in Dresden dabei. Ich war immer einer der Jüngsten im Jahrgang und danach wurde meine Mutti gefragt, ob ich es bei Dynamo versuchen will. Und ich wollte das.

Wer waren Ihre Trainer in Dresden?

Im Männerbereich war meiner erster Trainer Stefan Böger, danach folgten Peter Nemeth und schließlich Uwe Neuhaus.

Vor vier Jahren haben Sie die SGD verlassen. Warum?

Ich hatte in der Saison 2014/15 mit 18 Jahren mein Drittliga-Debüt unter Trainer Stefan Böger gegeben. Wir spielten vor 24.000 Zuschauern 0:0 gegen Fortuna Köln. In den Folgejahren war die Konkurrenz auf der Sechser-Position mit Marco Hartmann, Aias Aosman, Niklas Hauptmann oder „Lumpi“ Lambertz sehr groß. Erschwerend kam hinzu, dass wir keine zweite Mannschaft im Punktspielbetrieb hatten, nachdem das Oberliga-Team aufgelöst worden war. Mit 21 wollte ich aber spielen und nicht auf der Ersatzbank sitzen.

Wie würden Sie die vier Regionalliga-Jahre in Nordhausen und Bischofswerda bewerten?

Es hat meiner Entwicklung gutgetan, mal die heimatlichen Gefilde verlassen und jede Woche einen Wettkampf gehabt zu haben. Bis 2019 war ich in Nordhausen, dann hat mich Trainer Erik Schmidt zu Bischofswerda geholt. Ich kannte ihn aus meiner Dresdner Zeit, er war mein Coach in der U 17. In der Winterpause 2019/20 hat er mich zum Kapitän ernannt. Klar, die letzten zwei Serien waren für einen Fußballer schwierig, auch, weil wir mit Bischofswerda zweimal gegen den Abstieg spielen mussten.

Sie wechseln im Sommer zum SC Freital, es wäre aber möglich, dass Sie 2021/22 „nur“ in der Landesliga unterwegs sind. Haben Sie mit dem Profifußball schon abgeschlossen?

So würde ich das nicht sagen. Ich hatte mir zusammen mit meiner Familie einen Plan erstellt, der besagte, dass ich mit 25 Jahren alles auf die Waagschalen lege. Bis jetzt habe ich vom Fußball gelebt, jetzt möchte ich aber auch in eine berufliche Ausbildung investieren. Vor Jahren hatte ich bereits eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann begonnen, diese aber aufgrund von Verletzungen und Krankheit abgebrochen. In Freital ergibt sich nun die Möglichkeit, Fußball und Ausbildung in einem Gesamtpaket zu realisieren. Ich brauche dieses zweite Standbein. Bis 28 würde ich nun auf der Schulbank sitzen und im Fußball versuchen, mit dem Sportclub dieses interessante Projekt voranzutreiben. Für mich als Freitaler ist das eine Riesensache, zumal ein richtig guter Plan dahintersteckt. Da ist es im Moment für mich noch zweitrangig, ob wir in der Landes- oder der Oberliga antreten werden.

Was sagen Sie dazu, dass möglicherweise ausgelost werden soll, wer in die Oberliga geht?

Das ist ein Unding. Entweder geht keiner hoch, da alle Spiele annulliert wurden, oder Freital, da sie einen Punkt vor Bautzen rangierten. Oder man setzt die Quotienten-Regelung an, auch da wäre der Sportclub vorn. Die Aufstiegsspiele sind aus meiner Sicht nicht realisierbar. Der Verband nimmt alle Amateur-Mannschaften aus dem Landespokal, setzt aber zwei Relegationspartien des führenden Landesliga-Duos an? Das ist doch ein Widerspruch.

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