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Der sportliche Spätstarter

Mit 42 Jahren absolviert der Bannewitzer Triathlet Mathias Badura seinen ersten Wettkampf überhaupt. Auf Hawaii ist er vorn dabei.

Sein Rennrad hat der Bannewitzer Mathias Badura bereits für die Wettkämpfe in Moritzburg und Leipzig präpariert. Seine Bestzeit im Triathlon-Sprint schaffte er mit 64 in Moritzburg.
Sein Rennrad hat der Bannewitzer Mathias Badura bereits für die Wettkämpfe in Moritzburg und Leipzig präpariert. Seine Bestzeit im Triathlon-Sprint schaffte er mit 64 in Moritzburg. © Daniel Schäfer

Sport sei früher nicht unbedingt seine Leidenschaft gewesen, sagt Mathias Badura. Der 67 Jahre alte Diplom-Ingenieur für Wasserbau ist seit 2019 im Ruhestand – und aktiver Triathlet. Dabei hat er seinen ersten Wettkampf auf Skiern absolviert. „Das war 1995 beim Wasalauf in Schweden. Ein Freund hatte auf meiner Geburtstagsfeier davon berichtet und ich fand diese Herausforderung äußerst interessant. Und dort habe ich dann Blut geleckt.“ Insgesamt zehnmal nahm er am legendären 90-km-Rennen mit 15.800 Startern von Sälen nach Mora teil.

Am 23. Oktober 1953 in Falkenhain-Waldidylle geboren und in Schmiedeberg aufgewachsen, besuchte Badura vier Jahre lang die Erweiterte Oberschule (EOS) in Altenberg. „Dadurch kam man automatisch zum Wintersport. Aber Ambitionen, in einem Verein zu trainieren, hatte ich nie.“ Das änderte sich auch nicht, als die Lust auf das Laufen, Schwimmen und Radfahren im Laufe der Jahre immer stärker wurde. „Ich war 25 Jahre selbstständig, hatte zusammen mit einem Geschäftspartner in Dresden ein Ingenieurbüro für Bauleitung und Bauüberwachung. Ein Training zu festgelegten Zeiten, wie sie bei einem Verein üblich sind, wäre für mich nicht realisierbar gewesen.“ So aber nutzte er die frühen Öffnungszeiten die Schwimmhalle an der Freiberger Straße oder fuhr von seinem Haus in Bannewitz mit dem Rennrad zum rund 22 Kilometer entfernten Gartengrundstück. „Und Joggen geht immer, auch mal in den Abendstunden.“

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Im Herbst 1994 intensivierte Mathias Badura sein individuelles Trainingsprogramm. „Man hatte mir gesagt, dass man, um die 90 Kilometer bei Wasalauf in unter zwölf Stunden absolvieren zu können, rund 500 Trainingskilometer im Jahr in den Beinen haben sollte.“ Gesagt, getan. Den ersten Wasalauf absolvierte er in einer Zeit von acht Stunden und 22 Minuten, später schraubte er seine Bestzeit auf sechs Stunden und zwölf Minuten. „Es gibt aller zehn Kilometer eine Zeitmessung, liegt man dort über dem Grenzwert, wird man aus dem Rennen genommen. Vor dem ersten Start hatte ich alle geforderten Zwischenzeiten auf meinen Handschuh geschrieben, um pünktlich durchzukommen.“

Die Idee zum „Vasaloppet“ hatte einst Zeitungsredakteur Anders Pers – am 19. März 1922 ging das erste Rennen über die Bühne. Entgegen dem weit verbreiteten Irrtum, der Wasalauf sei komplett flach, sind insgesamt knapp 1.000 Höhenmeter zu erklimmen. Die Rekordzeit von 3:38,41 Stunden wurde 2012 vom Schweden Jörgen Brink aufgestellt. Der aus Mora stammende Nils Karlson gewann das Rennen neunmal. Für Mathias Badura war aber auch die An- und Abreise kein Zuckerschlecken. „Wir sind die rund 1.500 Kilometer mit Bus und Fähre gefahren. Am Donnerstag ging es los, am Sonntag war der Hauptlauf und am Montag-Vormittag ging es zurück. Ich war selbstständig und musste möglichst schnell wieder ins Büro.“

Erster Triathlon mit fast 50 Jahren

Ehefrau Ulrike war nie mit in Schweden, dafür aber auf Hawaii, wo Badura später als Triathlet startete. „Unser Sebastian war Ende der 90er-Jahre an der TU in Dresden im Triathlon-Verein aktiv. 2002 überredete er mich, an einem Wettbewerb teilzunehmen.“ Kurz vor seinem 50. Geburtstag ging Badura beim ersten Moritzburger Schloss-Triathlon über die Sprint-Strecke – 750 m Schwimmen, 20 km Rad, 5 km Lauf – an den Start. Seine Bestzeit in 1:25 Stunden stellte er 2018 auf. „Mit 64, darauf bin ich schon etwas stolz“, sagt er – seine beiden Enkel, die Kinder seiner Tochter Fanny, sind es ebenso. Bis heute war er in Moritzburg immer dabei, bis auf eine Ausnahme. 2007 lockte ein Triathlon auf Hawaii über die olympische Distanz (1,5/50/10). „Das waren die Offenen Meisterschaften des Bundesstaates Hawaii, die auf der Insel Maui ausgetragen wurden. Ein unvergessliches Erlebnis, zumal ich in meiner Altersklasse den sechsten Platz belegte und mit zwei Stunden und 46 Minuten eine meiner besten Zeiten erzielte. Anschließend haben wir, da eine Cousine dort lebt, gleich unseren Urlaub auf Hawaii verbracht.“

Seinen letzten Wettkampf absolvierte Mathias Badura im Juli 2020 in Leipzig am Kulkwitzer See, „unter Hygiene-Auflagen und mit reduzierter Teilnehmerzahl“. Am 25. Juli will der Bannewitzer dort wieder an den Start gehen. Auch für den Schloss-Triathlon in Moritzburg im Juni hat er sich angemeldet. „Ich hoffe, es geht bald wieder richtig los. Gern würde ich schon im April beim Wilischlauf dabei sein.“ Bis dahin ist Geduld und Flexibilität gefordert. Die Schwimmhalle in Dresden ist seit November geschlossen. Um die Armmuskulatur zu stärken, setzt der 67-Jährige auf das Zugseiltraining. „Skifahren geht im Moment sehr gut. Zu Hause wird schließlich auf der Rolle Rad gefahren. Auch eine Art Dreikampf.“ Die Kosten, um seinen Sport zu betreiben, siedelt Badura „im unteren Level“ an. Sein Rennrad, das er seit vier Jahren fährt, hat 3.000 Euro gekostet. „Andere fahren Maschinen, die zwischen 4.000 und 9.000 Euro angesiedelt sind.“ Weitere Kosten entstehen durch Radschuhe, Neoprenanzug, Laufschuhe, Schwimmbrille und die Startgebühren.

Wer glaubt, dass Mathias Badura nur den Triathlon im Kopf hat, irrt. Mit seiner Frau absolviert er regelmäßig Bergwanderungen, reist in ferne Länder und widmet sich, wenn es ihm nicht nach sportlicher Betätigung ist, der Malerei.

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