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Fußball: Freital verliert Relegationsspiel

Der SC Freital muss nach der Niederlage gegen Bautzen weiter in der Landesliga antreten. Doch der Aufstieg soll nur aufgeschoben sein.

Packende Zweikämpfe, wie hier zwischen Freitals Kurt Herzig (l.) und Bautzens Norman Kloß, gab es häufig zu sehen.
Packende Zweikämpfe, wie hier zwischen Freitals Kurt Herzig (l.) und Bautzens Norman Kloß, gab es häufig zu sehen. © ronaldbonss.com

Der SC Freital hat den Sprung in die Fußball-Oberliga knapp verpasst. Die Mannschaft von Chefcoach Knut Michael unterlag am Sonnabend im Sportpark Dresden-Weißig vor 875 Zuschauern im Relegationsspiel der FSV Budissa Bautzen mit 1:2 (0:2). Jannik Käppler per Kopf nach einem Eckball von Trainersohn Tom Hentschel (7.) sowie Kapitän Tom Hagemann mit einem spektakulären Fallrückzieher (17.) stellten die Weichen für den Aufstieg der Spreestädter. Nach dem Seitenwechsel markierte der eingewechselte Philipp Seddig mit einem Freistoß das 1:2 (54.). Ein hervorragend aufgelegter SCF-Keeper Steffen Beer hielt seine Mannschaft bis zum Abpfiff im Spiel.

Die Vorfreude auf den Aufstiegsgipfel war riesengroß und das „Kaiserwetter“ tat sein Übriges. „Die Verantwortlichen der SG Weißig haben als Ausrichter sehr gute Arbeit geleistet“, sagte Volkmar Beier, Vorsitzender des Spielausschusses im Sächsischen Fußball-Verband (SFV). „Beide Vereine haben uns gut unterstützt und ich bin froh, dass es zu einer sportlichen Entscheidung kam. Besonders glücklich hat mich aber gemacht, dass endlich wieder Zuschauer zugelassen werden konnten.“ Das sah auch der ehemalige DDR-Auswahlspieler Andreas Trautmann, an diesem Tag der Cheforganisator der Weißiger, so: „Es ist einfach nur schön, so viele bekannte Gesichter wieder auf einem Fußballplatz zu sehen und die Begeisterung der Fans zu erleben. Das hat uns allen in den vergangenen Monaten sehr gefehlt.“

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Bautzen vor der Pause überlegen

Beide Mannschaften hatten ihr letztes Pflichtspiel am 31. Oktober 2020 bestritten, fanden nach fast acht Monaten Spielpause aber gut in die Partie. Dabei wirkten die Freitaler in den ersten Minuten zu allem entschlossen, hielten den Ex-Regionalligisten klug in Schach. Die erste Spielunterbrechung nach wenigen Sekunden nutzte der Sportclub bei eigenem Freistoß, um Oberliga-Schiedsrichter Tim Ziegler (Straßberg) auf den fehlenden Druck der Spielbälle hinzuweisen. Trainer Knut Michael persönlich nahm sich der Sache an, pumpte einige Bälle an der Seitenlinie auf – auch eine Art des Kräftemessens auf und neben dem Rasen, der zu so einem Aufstiegsgipfel gehört.

Mit ihrer ersten Chance gingen dann aber die Bautzener in Führung und bekamen in der Folge sofort Oberwasser. Ex-Dynamo Tom Hagemann verdoppelte zehn Minuten später den Vorsprung der Spreestädter. Diese hätten die Partie früh entscheiden können: Julien Hentsch traf den Pfosten (25.), Käppler verzog knapp (33.) und Filip Henzl köpfte drüber (37.).

Auf der Gegenseite brachten zwei Freistoß-Situationen der Freitaler (20., 21.) nichts ein. Mit dem 0:2 war der SC zur Pause gut bedient. „Wir haben die erste Halbzeit zu viel Respekt gezeigt, bekommen zeitig zwei Gegentore nach Standards. Da war Budissa einfach abgezockter und erfahrener“, sagte Trainer Michael. „In der zweiten Hälfte haben wir aber Gesicht gezeigt, waren deutlich besser. Aber letztlich geht der Sieg für Bautzen in Ordnung.“

Tatsächlich wirkte und agierte der Sportclub nach dem Wechsel wesentlich entschlossener, „aber wir hatten immer noch genügend Chancen, ein drittes oder viertes Tor zu erzielten“, sagte Budissas Cheftrainer Thomas Hentschel. „Aber klar, nach dem 1:2 der Freitaler hätte die Partie mit einem Ausgleichstor auch kippen können. So etwas hat man im Fußball schon oft genug erlebt.“ Zumal sich Freitals Keeper Steffen Beer als Meister seines Fachs erwies und mit Glanzparaden gegen Hagemann (52.) und Hentsch (61.) seine Mannschaft bis zum Abpfiff im Spiel hielt. So mussten die Bautzener einmal noch richtig zittern, etwa als der 37 Jahre alte Michael Heera abzog, der Bautzener Torhüter Martin Zoul aber noch mit den Fingerspitzen ans Leder kam (76.).

„Klar, unmittelbar nach dem Spiel ist man enttäuscht, aber die Niederlage ist kein Weltuntergang. Wir müssen und werden uns sammeln und in der kommenden Landesliga-Saison wieder angreifen“, erklärte Knut Michael kämpferisch. Für seinen Kollegen Thomas Hentschel war es bereits der vierte Aufstieg mit einer Budissa-Elf. „Wir spielen gegen Bischofswerda, Neugersdorf, Plauen oder Rot-Weiß Erfurt und darauf freuen wir uns“, sagte er. Nach einer kurzen Aufstiegsfeier im Dresdner Szeneviertel Pieschen düste Hentschel wenige Stunden später mit seiner Frau in den Kroatien-Urlaub. Zuvor bestätigte er noch die Verpflichtung von Kay Weska, der vom Landesligisten VfL Pirna-Copitz kommt.

Beim Freitaler Sportclub wird die Enttäuschung nach wenigen Tagen wohl der Zuversicht weichen. „Klar, wir hatten schon darauf gehofft, dass wir es noch in die Verlängerung schaffen. Unsere Spieler haben sich viele Wochen individuell fit gehalten und nun kam diese große Chance, sogar in die Oberliga hochzugehen. Da ist es normal, dass die Enttäuschung erst einmal sehr groß ist“, sagte Abteilungsleiter Daniel Wirth. „Wir sind aber sehr stolz auf unsere Jungs. Man darf nicht vergessen, dass wir als Aufsteiger in die Landesliga-Serie gestartet sind und als Spitzenreiter dieses Aufstiegsspiel erreicht hatten. Für uns war dieses Duell ein Highlight, leider nicht mit dem erhofften Ausgang. Vor vier Wochen dachte noch keiner daran, dass wir in dieser Saison noch so ein Spiel bekommen. Ich denke, dass wir auch bei dem einen oder anderen neutralen Zuschauer Interesse geweckt haben, in Freital vorbeizuschauen.“

Weitere Kader-Änderungen geplant

In die Landesliga-Saison 2021/22 wird der Sportclub, gewollt oder rungewollt, als Titelanwärter starten. „Wir freuen uns auf das neue Spieljahr, in der Hoffnung, dass es nicht wieder zu einem Abbruch kommt. Wir wollen und werden angreifen“, sagt Wirth. Die personelle Ausrichtung wird sich durch den verpassten Oberliga-Aufstieg nicht ändern. „Spieler wie Robin Fluß und Eric Ranninger wurden verpflichtet, unabhängig, in welcher Liga wir antreten. Wir haben immer zweigleisig geplant“, erklärt der Abteilungsleiter. „Es wird auch noch die eine oder andere Entscheidung fallen. Wir haben jetzt keinen Handlungsdruck, aber ich denke, wir werden im offensiven Bereich noch etwas tun.“ Auch bei den Torhütern werde man wohl noch in dieser Woche Neues vermelden können.

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