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„Mein Vorbild war Oliver Kahn“

Fußball: Steffen Beer spielt seit 14 Jahren in Freital und hat mit dem SC einen bemerkenswerten Start in der Landesliga hingelegt.

Auch dank ihm hat Stahl Freital erst zwei Landesliga-Gegentore zugelassen: Torwart Steffen Beer.
Auch dank ihm hat Stahl Freital erst zwei Landesliga-Gegentore zugelassen: Torwart Steffen Beer. © Egbert Kamprath

Der SC Freital kann mit den ersten Wochen in der Fußball-Landesliga äußerst zufrieden sein. Das Team gewann bisher alle Partien und rangiert nach vier Spieltagen hinter Budissa Bautzen auf Rang zwei. Einer der Leistungsträger beim Aufsteiger ist Keeper Steffen Beer. Der 32 Jährige, beruflich als Kurierfahrer unterwegs und noch ledig, bildet zusammen mit Thomas Metzner (37) das Torhüter-Duo beim Sachsenliga-Neuling.

Herr Beer, lassen Sie uns zunächst kurz zurückblicken: Wann hat bei Ihnen mit dem Fußballspielen alles angefangen?

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Spielen trifft es genau. Ich war sechs Jahre alt, als mich meine Eltern bei Stahl Freital angemeldet haben. Zunächst war ich als Feldspieler, zumeist als Stürmer unterwegs. Von Stahl bin ich mit zwölf Jahren zum FV Dresden Nord gewechselt, habe hier die Sportschule besucht. Ziel war es, den Sprung in den Profifußball zu schaffen. Aufgrund meiner Lehre bin ich 2006 aber nach Freital zurückgekehrt. Das war dann mein erstes Männerjahr in der Bezirksliga.

Wenn der Profifußball das Ziel war: Haben Sie ein Vorbild?

Mein Vorbild war Oliver Kahn. Der FC Bayern ist seit vielen Jahren mein Lieblingsverein, daher habe ich auch die Torhüter beim FCB immer besonders beobachtet und studiert. Von Oliver Kahn konnte ich mir viel abschauen. Heute orientiere ich mich am Torwartspiel von Marc-André ter Stegen, der beim FC Barcelona im Kader steht.

Sie spielen nun seit 14 Jahren im Erwachsenenbereich in Freital. Haben Sie nie an einen Wechsel gedacht?

Gute Frage, denn Angebote gab es in den vergangenen Jahren unter anderem aus Bischofswerda, Pirna-Copitz und von Stahl Riesa. Aber mir hat das Umfeld in Freital immer gefallen, in der Stadt konnte ich mich beruflich entwickeln und die Nähe zur Trainingsstätte war und ist optimal.

Als das Thema der Fusion mit Hainsberger SV und Motor Freital aufkam, was dachten Sie da?

Erst einmal musste eine Mannschaft aus der Landesklasse aufsteigen. Die Hainsberger haben das geschafft, Glückwunsch dazu noch einmal an dieser Stelle. Für die Region ist die Bündelung aller Sportarten ein enorm wichtiger Schritt. Für uns Fußballer gibt es bessere Trainingsbedingungen und ein professionelles Trainerteam für die erste und zweite Mannschaft. Für mich persönlich ist es der nächste Schritt meiner sportlichen Entwicklung.

Mussten Sie lange überlegen, den Konkurrenzkampf mit Thomas Metzner aufzunehmen?

Nein, mein Ziel war und ist es, in Freital die Nummer eins zu sein. Mein Torwart-Trainer Gerold Bellmann war auch von Anfang an überzeugt, dass es richtig ist, den Weg in die Landesliga zu gehen. Zudem hat mich meine Lebensgefährtin Evi in jeder Beziehung unterstützt. Beiden möchte ich auf diesem Weg danke sagen.

Wie ist das Verhältnis zu Thomas Metzner?

Wir sind beide über 30, schon lange im Fußball-Geschäft dabei und kennen solche Situationen. Unser Verhältnis ist auf sportlicher Ebene gut.

Mit Andreas Michael und Gerold Bellmann gibt es zwei Torwart-Trainer. Wie wichtig sind die Beiden?

„Belli“ trainiert mich seit mehr als sieben Jahren, dadurch habe ich mich sportlich, aber auch menschlich weiterentwickelt. Andreas, der mich zurzeit trainiert, versucht, mich für die lange Landesliga-Saison topfit zu machen. Auf den Punkt gebracht: Beide haben einen sehr großen Anteil daran, dass ich jetzt in der Landesliga aktiv bin. Derzeit trainieren wir dreimal pro Woche, das spezielle Torhüter-Training findet dienstags statt.

Haben Sie schon einen Unterschied zu den Spielen in der Landesklasse ausgemacht?

Ja, auch in den Pokalspielen gegen den FC Lößnitz und Oberligist FC Grimma. Meiner Meinung nach wird in der Landesliga ein schnellerer und körperlich wesentlich betonterer Fußball gespielt.

Wie lautet die Zielstellung - nach diesem tollen Saisonstart?

Wir sind Aufsteiger, unser Ziel im ersten Landesligajahr ist es, die Play-offs zu erreichen, also nach den 21 Hinrundenspielen unter den ersten zehn Mannschaften zu sein.

Das Gespräch führte Jürgen Schwarz.

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