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Freitaler Stadtfirmen planen Millioneninvestition

Strom, Gas, Telefon, Internet, TV und Abwasser: An der Potschappler Straße entsteht ein neues Servicecenter. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen.

Oberbürgermeister Uwe Rumberg , SWF-Chef Matthias Leuschner, Matthias Koch vom Planungsbüro und Jens Weißhaupt vom Baubetrieb stehen vor dem Rohbau, der derzeit im hinteren Gelände entsteht.
Oberbürgermeister Uwe Rumberg , SWF-Chef Matthias Leuschner, Matthias Koch vom Planungsbüro und Jens Weißhaupt vom Baubetrieb stehen vor dem Rohbau, der derzeit im hinteren Gelände entsteht. © Egbert Kamprath

Ins Gebäude hinein muss man noch steigen, weil der Zugang fehlt. Drinnen riecht es nach Zement, in der oberen Etage dudelt das Radio der Handwerker, die mit Putzarbeiten beschäftigt sind. Von hier aus hat man einen Blick auf die Bahnstrecke, die Brücke an der Wilsdruffer Straße und die Häuser von Freital-Potschappel.

Was hinter dem Firmensitz der Stadtwerke Freital (SWF) derzeit entsteht, ist ein praktischer Nutzbau. Es geht im Umkleiden, Büros und eine Lagerhalle. Es ist aber auch der Auftakt für ein Projekt, welches letztendlich etwa 5,6 Millionen Euro kosten wird und sozusagen eine Neuordnung der städtischen Servicelandschaft darstellt.

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Denn die Stadtwerke Freital gestalten ihr Gelände an der Potschappler Straße völlig um. "Es entsteht ein neuer Anlaufpunkt, bei dem alles unter einem Dach ist: Strom, Gas, Internet, Telefon, Fernsehen und Abwasser", erklärt SWF-Geschäftsführer Matthias Leuschner.

Erster Bauabschnitt läuft schon

Dafür wird zwischen das Verwaltungshaus und die alte Stahlwerkshalle ein Verbindungsbau gesetzt mit Platz für Empfang und Serviceschalter sowie Büros. "Wir wollen den gesamten Service rund um die städtische Infrastruktur zentralisieren", sagt Oberbürgermeister Uwe Rumberg zu dem Vorhaben.

Der erste Bauabschnitt ist noch recht unspektakulär und entsteht in der dritten Reihe nach der Bahnlinie und neben dem Lidl-Markt. Hier wird ein neues Büro- und Sozialgebäude errichtet. Einziehen sollen für allem die Mitarbeiter des Abwasserbetriebs, die derzeit provisorisch in einem Container-Bau nahe dem Pulverturm untergebracht sind.

In Potschappel soll es für sie neue Sanitärräume und Umkleiden geben, dazu Sozial- und Beratungsräume sowie Büros. Der Einzug ist für Jahresende geplant, spätestens aber im ersten Quartal 2022.

Lieferengpässe bremsen Bau der Lagerhalle aus

Unmittelbar daneben reckt sich jetzt ein Stahlgerüst in die Höhe. Es ist Teil einer neuen Lagerhalle, deren Errichtung jedoch ins Stocken geraten ist. "Wir warten auf die Dachbleche", sagt Matthias Leuschner. Sind die hoffentlich im Spätsommer geliefert, könne das Lager auch seine Seitenwände und die technische Ausstattung bekommen.

Es wird dringend gebraucht, denn die Stadtwerke wollen ein altes Lager, welches direkt an die Gaswerkshalle angrenzt, abreißen. Damit beginnt Bauabschnitt zwei. Anstelle des alten Lagers wird eine neue Zufahrt ins Gelände angelegt.

Denn die jetzige Zufahrt wird zugebaut, wenn Mitte 2022 Bauabschnitt Nummer drei in Angriff genommen wird.

Am oberen Bildrand ist der Neubau des Sozialgebäudes und daneben die zukünftige Lagerhalle zu sehen. Zwischen der Verwaltung der Stadtwerke unten rechts und der Gaswerkshalle (Bildmitte) entsteht ein Verbindungsbau für das neue Service-Center.
Am oberen Bildrand ist der Neubau des Sozialgebäudes und daneben die zukünftige Lagerhalle zu sehen. Zwischen der Verwaltung der Stadtwerke unten rechts und der Gaswerkshalle (Bildmitte) entsteht ein Verbindungsbau für das neue Service-Center. © Egbert Kamprath

Service-Center in der Stadtmitte

Es wird der auffälligste und für die Kunden der Stadtwerke - also praktisch alle Freitaler Haushalte - der wichtigste Bau. In Abschnitt drei entsteht das Servicegebäude zwischen dem Hauptsitz der Stadtwerke und der alten Gaswerkshalle.

Es wird als moderner Flachbau mit zwei Etagen gestaltet. Auch die Gaswerkshalle bleibt nicht so, wie sie jetzt ist. Hier werden weitere Büros für die Mitarbeiter der Stadtwerke eingebaut. "Bei uns ist der Platz erschöpft. Vor einigen Jahren hatten wir noch 50 Mitarbeiter, jetzt sind wir schon bei 80 Beschäftigten", sagt Matthias Leuschner.

Das hat auch etwas damit zu tun, dass die Stadtwerke ihr Geschäft erheblich ausgebaut haben.

Internet als Wachstumsmarkt

War es noch vor Jahren Aufgabe der damaligen Freitaler Strom und Gas (FSG) die Haushalte, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen mit Strom und Gas zu versorgen, hat sich das Angebot inzwischen stark verändert. Erst die FSG und nun die Stadtwerke haben auch in den Glasfaserausbau investiert und bieten nun Telefon, Internet und Fernsehen mit an.

Es ist ein Wachstumsmarkt, den viele Kunden schätzen bei den Stadtwerken zwei Stärken: Das Netz gilt als leistungsfähig und stabil. Und der Service sitzt vor Ort. Inzwischen hat man rund 4.700 Kunden im Bestand, Tendenz: weiter steigend. "Im Monat gewinnen wir zwischen 50 und 70 neue Kunden", freut sich Matthias Leuschner.

Ein großes Potenzial habe man gerade erst in Zauckerode erschlossen, aber auch bei den Genossenschaften in Birkigt und am Raschelberg. Leuschner: "Über den Pionierstatus sind wir hinaus."

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