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Maxener ist stärkster Teenager der Welt

Lukas Schober führt eine Bestenliste im Kugelstoßen an und trägt den Namen der Stadt Freital in die Welt. Die bedankt sich auf besondere Weise.

Lukas Schober ist auf dem Weg einer der erfolgreichsten Sportler zu werden, die Freital je hatte. Auf dem Weg in die Weltspitze des Sports will die Stadt das große Talent des Teenagers unterstützen.
Lukas Schober ist auf dem Weg einer der erfolgreichsten Sportler zu werden, die Freital je hatte. Auf dem Weg in die Weltspitze des Sports will die Stadt das große Talent des Teenagers unterstützen. © Karl-Ludwig Oberthür

Er ist wieder da! Das Hallo war groß, als Lukas Schober am Montag mal wieder in den Wurfring des Sportplatzes der SG Freital-Weißig trat. "Hier waren schon viele Kaderathleten aus Deutschland und fanden den Ring Weltklasse", erzählt der Leichtathlet.

Zur Weltelite der Junioren gehört der 16-Jährige selbst auch schon. Er führt die aktuelle Weltrangliste der unter 18-Jährigen im Kugelstoßen in der Halle an. In der Freiluft-Wertung ist er der Zweitbeste der Welt. In der Wurfdisziplin Diskus ist er immerhin der Fünfte. "Das hatten wir noch nie!", sagt Detlef Pötzsch, Abteilungsleiter Leichtathletik der SG Weißig, begeistert.

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Zwischen den Südafrikanern Cian de Villers aus Potchefstroom und Aiden Smith aus Pretoria reiht sich Freital-Weißig mit Lukas Schober bei den Kugelstoßern ein. Damit wird Freital international als sehr gute Sportadresse bekannt.

Botschafter für Freital

Solche Botschafter der Stadt unterstützt Freital gern. Vier kommunale Unternehmen stellen zur Unterstützung von herausragenden Sportlern Freitaler Vereine jährlich insgesamt 10.000 Euro zur Verfügung. Schober ist der erste, der davon profitiert. "Er bekommt aber nicht alles Geld aus dem Topf", erklärt Jörg Schneider, Geschäftsführer der Technischen Werke Freital. Zur Förder-Allianz gehören zudem die Freitaler Stadtwerke, die Wohnungsgesellschaft WGF und die Freitaler Projektentwicklung.

Am Montag unterschrieben Lukas Schober und Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg (parteilos) einen entsprechenden Vertrag. Für den Leistungssportler nicht ungewöhnlich: Die Auszahlung ist leistungsbezogen. Je besser er bei seinen Wettkämpfen abschneidet, umso größer die Unterstützung. "Es wäre natürlich toll, wenn sich noch mehr Sponsoren finden würden", sagt Rumberg, der als Jugendlicher selbst Leichtathlet bei Motor Freital war.

Drei Zentimeter zu wenig

Für Schober sollte 2021 das Jahr werden, in dem sein großer Durchbruch auf internationaler Bühne gelingt. Seine größten Erfolge bisher waren die Deutschen Meistertitel der unter 16-Jährigen im Kugelstoßen und Diskuswerfen. Dass dieses Jahr die Titel in der Altersklasse U18 folgen würden, daran hat kein Trainer Zweifel. Der Höhepunkt sollte die Europameisterschaft in Italien werden. Doch die Stadt Rieti gab die Austragungsrechte zurück. Eine andere Stadt fand sich nicht, die in unsicheren Corona-Zeiten einspringen wollte.

Und Weißig? "Das wäre drei Nummern zu groß für uns", sagt Pötzsch und winkt ab. Der Wurfring in Freital-Weißig wird zwar gelobt, doch das Stadion hat nicht mal eine komplette Laufrunde und nur vier Bahnen für die Sprintstrecken.

So blieb Schober nur eine Chance auf eine internationale Meisterschaft. Dazu hätte er aber in der höheren Altersklasse U20 bei den Ausscheidungswettkämpfen Dritter werden müssen. Das wäre im zuzutrauen gewesen. Am Ende fehlten läppische drei Zentimeter für Platz 3. Nun fahren andere zur EM nach Tallin. "Falls noch jemand ausfällt, stehe ich auf Abruf", sagt der 16-Jährige. Die Norm hatte er erfüllt und wäre für jedes andere Land Europas auch bei der U20 startberechtigt gewesen. In Deutschland sind die Junioren aber aktuell so stark wie nie zuvor. Die Zahl der Starter jedes Landes sind aber auf drei begrenzt.

Vater Ronny Schober trainiert so oft es geht mit Sohn Lukas. Auf der Anlage in Freital-Weißig sind sie immer gern.
Vater Ronny Schober trainiert so oft es geht mit Sohn Lukas. Auf der Anlage in Freital-Weißig sind sie immer gern. © Karl-Ludwig Oberthür
Lukas Schober hat jetzt einige Freitaler, die nicht nur hinter ihm stehen, sondern ihn auch finanziell unterstützen. Dazu gehören unter anderem Jörg Schneider (v.l.n.r), Alexander Karrei, Dietmar Wagner, Matthias Leuschner, Uwe Rumberg und Henryk Eismann.
Lukas Schober hat jetzt einige Freitaler, die nicht nur hinter ihm stehen, sondern ihn auch finanziell unterstützen. Dazu gehören unter anderem Jörg Schneider (v.l.n.r), Alexander Karrei, Dietmar Wagner, Matthias Leuschner, Uwe Rumberg und Henryk Eismann. © Karl-Ludwig Oberthuer
Lucas Schober ist sowohl mit dem Diskus als auch mit der Kugel erfolgreich. Freitals Stadtchef Uwe Rumberg hat jetzt mit ihm einen Sponsorenvertrag unterschrieben.
Lucas Schober ist sowohl mit dem Diskus als auch mit der Kugel erfolgreich. Freitals Stadtchef Uwe Rumberg hat jetzt mit ihm einen Sponsorenvertrag unterschrieben. © Karl-Ludwig Oberthuer

Als Fernziel lockt Los Angeles

Wer ihn vor sich sieht, kann kaum auf sein Alter schließen. Mit 1,94 Metern Körpergröße und einem Gewicht von 120 Kilogramm stellt er seine Alterskameraden buchstäblich in den Schatten. Man könnte sogar sagen, er gehört zu den stärksten Teenagern der Welt.

Der Maxener kam einst über den Heidenauer SV zur SG Weißig. "Die Bedingungen haben uns sofort überzeugt", sagt Vater Ronny Schober. Er begleitet seinen Sohn sehr oft und ist inzwischen sogar Übungsleiter für die Leichtathletik geworden.

Den "Berufswunsch Olympiasieger", den viele Kinder träumen, hat der fast 17-Jährige noch nicht aus den Augen verloren. "Die Spiele 2024 in Paris kommen aber noch zu früh", sagt der Vater. Die Weltspitze stößt die Kugel ausschließlich in der Drehstoßtechnik, im Diskus sowieso. Diese Technik erfordert viel Erfahrung. Im Alter ab Mitte 20 bis weit über die 30 Jahre hinaus holen die Weltklasse-Sportler in diesen Wurfdisziplinen die größten Erfolge. "Deshalb ist alles auf Olympia 2028 in Los Angeles ausgerichtet", sagt Ronny Schober.

In der Leichtathletik hat der Junior viele Disziplinen ausprobiert. Das Werfen hat am meisten Spaß gemacht. "Wenn ich ihm als kleinen Jungen einen Fußball zugespielt hatte, hat er ihn nie mit dem Fuß zurückgeschossen, sondern immer geworfen", erzählt der Vater. Auf das Talent von Lukas sind dann später auch die Bundestrainer im Nachwuchsbereich aufmerksam geworden. Inzwischen ist er am Bundesstützpunkt in Chemnitz und geht dort auch auf die Sportoberschule.

Weil er zur Elite gehört, darf er die Schulzeit ausdehnen. Ein Jahr hat er mit Absicht wiederholt. Jetzt dauert es zwar zwölf Jahre, bis er den Realschulabschluss hat. "Aber dafür mit guten Noten", sagt Lukas Schober. Was er beruflich machen möchte, steht noch nicht unmittelbar zur Entscheidung an. Die sportlichen Ziele sind naheliegender.

Rostock statt Nairobi

In diesem Jahr sind das noch die Deutschen Meisterschaften Ende Juli in Rostock. Theoretisch hätte Schober dort noch einmal die Chance, sich bei den unter 20-Jährigen für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Dazu müsste er aber sogar Zweiter werden. Die WM ist in Nairobi in Kenia. Das wäre mehr als reizvoll.

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Ein Doppelstart ist zur Deutschen Meisterschaft aber nicht möglich. Er müsste für die sprichwörtliche Taube auf dem Dach den Spatz in der Hand aufgeben. Das wäre die Deutsche Meisterschaft in der U18. Darauf will Schober nicht verzichten. Ein solcher Titel in der Leichtathletik hat auch Freital-Weißig im Nachwuchs noch nicht vorzuweisen. "Die Trainer in Chemnitz haben mir gesagt, dass ich noch viele tolle Wettkämpfe erleben werde", sagt der junge Spitzensportler.

Statt Nairobi ist nun definitiv Rostock der Saisonhöhepunkt. Im nächsten Jahr soll dann aber auf jeden Fall international angegriffen werden. Die U20-WM findet dann in Kolumbien statt. Auch ein reizvolles Ziel ...

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