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Es darf wieder getanzt werden

Der Abi-Ball darf stattfinden - wenn es die Schüler noch irgendwie organisiert bekommen.

Ein traditioneller Abi-Ball ist gerade wieder möglich.
Ein traditioneller Abi-Ball ist gerade wieder möglich. © dpa-Zentralbild

Die Abiturienten des Evangelischen Gymnasiums Tharandt wussten vor vier Wochen noch nicht, ob sie ihre Schulzeit mit einer gemeinsamen Feier abschließen können oder ob sie wie viele Schüler des Jahrgangs zuvor auf Abi-Ball oder Abschlussfest verzichten müssen. Seit mehr als einem Jahr hatten Schüler etwas Besonderes vorbereitet. Das wäre beinahe alles für die Katz gewesen, wenn sich nicht doch noch ein Ersatz für den eigentlichen Veranstaltungsort gefunden hätte.

Im März dieses Jahres sagte der erste gebuchte Veranstalter den Schülern wieder ab. Und das nicht nur, weil die Corona-Lage zu dem Zeitpunkt besonders unberechenbar war. "Der Wirt sagte uns, dass er nicht wüsste, ob er bis zum Sommer überhaupt noch wirtschaftlich durchhalten könne", sagt Schüler Christoph Baitis, einer der Mitorganisatoren.

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Erfolg im dritten Anlauf

Zum Glück wurde man noch kurzfristig fündig, mit dem Kulturhaus Pretzschendorf. Mit 34 Abiturienten im Abschlussjahrgang ist das Evangelische Gymnasium eine kleinere Schule. Für große Veranstaltungshäuser wäre ein Ersatz viel schwerer kurzfristig zu finden gewesen.

Doch auch das war noch nicht das Happy End für die Schüler, die unbedingt ihren Abschluss im Juli gebührend feiern wollten. Vor vier Wochen sagte dann auch noch das Kulturhaus ab. Die Begründung war schwer nachvollziehbar. "Aber das war auch egal. Wir mussten erneut auf die Suche gehen", sagt Baitis.

Jetzt war nicht mehr nur die kleine Organisationsgruppe aktiv, jetzt halfen alle mit. Am kommenden Sonnabend, 17. Juli, wird nun in Klipphausen gefeiert. Im Groitzscher Hof freut man sich auf die Abiturienten. Ob es am Abend eine Corona-Testpflicht geben wird, ist noch nicht ganz geklärt. Auch nur die dürfen rein, die auf einer festen Gästeliste von etwa 170 Personen stehen. Aber auch das nehmen die Schüler in Kauf. Hauptsache sie können mit ihren Familien gemeinsam feiern. "Und natürlich tanzen", sagt Baitis.

Zeugnisübergabe in Standesamt-Atmosphäre

Auch die Abiturienten am Glückauf-Gymnasium haben es hinbekommen und eine Abschlussfeier organisiert. "Das Kuriose ist dieses Jahr, dass schon gefeiert wird, bevor es die Zeugnisse gibt", sagt Schulleiter Volker Hegewald. Weil wegen der Ausfallzeiten alles etwas komprimiert wurde, stehen in der nächsten Woche, der letzten vor den Sommerferien, noch vereinzelt zusätzliche mündliche Prüfungen an.

Die Abiturienten am Standort Altenberg haben schon ihre Abschluss-Party gehabt, die vom Dippoldiswalder Standort feiern am 17. Juli. Aber erst am 23. Juli ist die offizielle Zeugnisübergabe.

Die war aber selbst im vorigen Jahr von der Schule feierlich organisiert, obwohl keine größeren Veranstaltungen erlaubt waren und auch die Abi-Bälle ausfallen mussten. "Das hatte bei uns fast so etwas wie Standesamt-Atmosphäre", erzählt der Schulleiter. Im Fünf-Minuten-Takt wurden die Abiturienten mit ihren Eltern ins Bergwerksmuseum eingeladen. Dort gab es feierliche Musik, ein paar wegweisende Worte und das Zeugnis. "Dann wurde noch ein Foto in einem schönen Ambiente gemacht. Auch das werden viele Schüler sicher nie vergessen", sagt Hegewald.

Schiller-Gymnasiasten im Pech

Die schwerste Entscheidung mussten die Pirnaer Schiller-Gymnasiasten treffen. Sie haben ihren Ball selbst abgesagt. Nicht freiwillig, denn zum Zeitpunkt der Absage war das Tanzen noch nicht erlaubt. Abiball ohne tanzen? Da sagten die Schiller-Abiturienten Nein. Die Alternative den Abschluss in kleineren Gruppen zu feiern, hätte die Karten noch teurer gemacht. Da es ohnehin schon schwer ist, Sponsoren zu finden, habe man den Ball schweren Herzens abgesagt, sagt Schulleiter Uwe Fleck.

Vor dem Problem der Finanzierung ihres Balls stehen die Schüler überall. Für die Heidenauer Pestalozzi-Gymnasiasten waren bisher immer die Veranstaltungen im laufenden Schuljahr eine wichtige Finanzierungsquelle. Bei Konzerten, zur Weihnachtsrevue und anderen Anlässen verkauften sie Speisen und Getränke. Das alles fehlte im vergangenen und diesem Schuljahr zum Großteil. Trotzdem haben sie es geschafft, ihren Ball zu organisieren.

Die Schulzeit und das Abitur einfach so sang- und klanglos zu Ende gehen zu lassen, war auch am Herder-Gymnasium Pirna keine Option, sagt Schulleiterin Marion Passmann. Nach dem abiball-freien Schuljahresende 2020 gibt es nun wieder einen würdigen Abschluss. Die einzuhaltenden Hygiene-Auflagen sollten dabei kaum stören.

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