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Tharandt: Wie Klimaschutz funktionieren kann

Der Landkreis und auch Tharandt binden jetzt Experten ein. Die verursachen nicht nur Kosten, sondern sollen auch beim Sparen helfen.

Auch Mitglieder des Ortschafts- und Stadtrates diskutierten in Tharandt beim Thema Klimaschutz mit.
Auch Mitglieder des Ortschafts- und Stadtrates diskutierten in Tharandt beim Thema Klimaschutz mit. © Foto: privat

Diese Resonanz hatten sich die Veranstalter von "Tharandt for Future" erhofft. Etwa 45 Interessierte kamen kürzlich in die Tharandter Kuppelhalle, um über konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz vor Ort zu diskutieren. Dabei lieferte Dr. Markus Egermann vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung den fachlichen Einstieg und verwies darauf, wie wichtig es für Klimaschutz ist, an jedem Ort der Welt Handlungsalternativen aufzuzeigen.

Hier können gerade Tharandter schon einiges vorweisen. Auf einem sogenannten Posterwalk wurden Projekte vorgestellt wie die Gründung einer Entwicklungsgenossenschaft, eine sichere Radabstellanlage am Bahnhof, ein Elektro- beziehungsweise Lastenradverleih sowie die Initiative, eine Sachkundige Person in den Ausschüssen des Stadtrates mitwirken zu lassen.

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Horizont der Ratsmitglieder erweitern

Das hatte die Fraktion der Freien Wählergemeinschaft (FWG) in Tharandt beantragt. "Es ist zuletzt aus den verschiedensten Gründen nicht immer umfassend gelungen, der im Leitbild der Stadt Tharandt verankerten Verpflichtung zur Nachhaltigkeit, zum nachhaltigen Umgang mit Natur und Umwelt sowie zur Generationengerechtigkeit umfassend nachzukommen", erklärt Fraktionschef Peter Voss zur Begründung.

Im Amtsblatt soll es einen Aufruf geben, als „Sachkundiger Einwohner“ zur fachkundigen Beratung zum Thema Klimaschutz in den beschließenden Ausschüssen tätig zu werden. Diese Berater könnten durch ihren Sachverstand und ihre Lebenserfahrungen den Horizont der Ratsmitglieder erweitern, heißt es von der FWG. Die unmittelbare Nähe zu Wissenschaftlern der TU Dresden in Tharandt sollte dabei genutzt werden.

Landkreis schafft zusätzliche Stelle

Der Landkreis geht sogar noch einen Schritt weiter und richtet ein Energie- und Klimaschutzmanagement ein. Das hatte der Kreistag auf Antrag von CDU und Freien Wählern, der auf eine Initiative der Fraktion der Grünen zurückging, bereits im Mai beschlossen. "Es geht darum, mittel- und langfristig, besonders durch kleinere Maßnahmen, in den Liegenschaften der Landkreisverwaltung Energiekosten zu reduzieren", erklärt Grünen-Kreisrat Uwe Ahrendt.

Ab 2022 soll zudem ein Klimabüro entstehen, das Beratung und Vernetzung für Bürgerinnen und Bürger, Kommunen, Verbände und Unternehmen zum Thema Klimaschutz und Klimafolgen-Anpassung anbietet. Die Personalstelle soll sich über die eingesparten Kosten finanzieren. Lediglich die AfD-Fraktion stimmte dagegen.

Motivierende Veranstaltung

Die Akteure von Tharandt for Future nehmen wohlwollend zur Kenntnis, dass es offenbar ein wachsendes Bewusstsein für den Klimaschutz gibt. Corona-bedingt mussten sie selbst etwa ein Jahr auf Veranstaltungen verzichten. "Daher war es umso schöner, dass die Bürgerinnen und Bürger der Stadt wieder aktiv miteinander direkt ins Gespräch kamen", erklärt Sarah Mönke von Tharandt for Future.

Auf ihrer jüngsten Veranstaltung wurden auch Fördermöglichkeiten für die Kommune, wie etwa die sogenannte Fokusberatung, vorgestellt. Spontan hatte sich außerdem eine neue Projektgruppe zu einem weiteren Thema zum Klimaschutz gegründet. "Das war für alle sehr motivierend", erklärt Mönke.

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