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Und ewig lockt das Eis

Die Temperaturen sind seit Tagen unter Null. Seen und Teiche sind zugefroren. Doch die Verantwortung für eine Freigabe will niemand übernehmen.

Betreten verboten: Die Talsperre Malter ist zugefroren und schneebedeckt. Doch der Schein trügt. Das Wasser ist ständig in Bewegung und das Eis deshalb nicht sicher tragfähig.
Betreten verboten: Die Talsperre Malter ist zugefroren und schneebedeckt. Doch der Schein trügt. Das Wasser ist ständig in Bewegung und das Eis deshalb nicht sicher tragfähig. © Egbert Kamprath

Still ruht der See. So scheint es jedenfalls. Wer auf Nummer sicher gehen will, belässt es beim Gucken vom Rand. Und an manchen Gewässern sollten das tatsächlich alle tun. Denn da kann es richtig gefährlich werden, obwohl es auf den ersten Blick gar nicht danach aussieht.

Damit sind vor allem Flüsse, aber auch die Talsperren gemeint. Denn das sind keine stehenden Gewässer, auch wenn so ein angestauter großer See wie die Malter mit bloßem Auge in seiner Bewegung gar nicht zu erkennen ist. „Durch die schwankenden Wasserspiegel ist das Eis nicht tragfähig. Bei Betreten besteht Lebensgefahr“, warnt die Landestalsperrenverwaltung (LTV). Gerade auf Kinder haben zugefrorene Flüsse und Seen eine große Anziehungskraft, heißt es weiter. „Deshalb sollten Eltern, Lehrer und Erzieher die Kinder unbedingt über die Gefahren beim Betreten von Eisflächen aufklären“, sagt Heinz Gräfe, Geschäftsführer der LTV.

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Luftblasen verhindern geschlossene Eisdecke

Bei Talsperren können sich durch schwankende Wasserstände unterm Eis gefährliche Hohlräume bilden. Außerdem seien viele Staumauern mit sogenannten Eisfreihaltungsanlagen ausgestattet. Aufsteigende Luftblasen verhindern, dass sich eine geschlossene Eisdecke bildet, die die Stauanlage beschädigen könnte. Dem Zufrieren wird also bewusst entgegen gearbeitet.

Auch Flüsse sind natürlich ständig in Bewegung. Deshalb sind sie meistens nicht vollständig zugefroren. Randeis an den Ufern kann leicht abbrechen, da sich durch die ständig wechselnden Wasserstände auch hier Hohlräume bilden.

Der Schnee wirkt isolierend

Wo man sich aufs Eis trauen kann, wissen meist die Einheimischen am besten. Vor allem flache Teiche mit weniger als einem Meter Wassertiefe eignen sich, denn sie frieren schneller und stärker zu und die Gefahr, sollte man doch einbrechen, ist nicht so groß.

„Im Umweltamt ist bekannt, dass in einzelnen Gemeinden nach Eisdickenbohrungen der Feuerwehr örtlich Flächen freigegeben werden“, heißt es aus dem Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Abfragen dazu blieben allerdings erfolglos. Die Feuerwehr in Wilsdruff erklärt, keine Gewähr übernehmen zu können, Selbst wenn gebohrt würde, sei das keine Garantie, wie dick das Eis wirklich ist. Das Eis kann unterschiedlich stark sein. Zudem wirke der viele Schnee auf dem Eis isolierend, sodass die Eisdecken auch nach mehreren Tagen Frost nicht so stark seien, wie man denken könnte.

Martin Walther, stellvertretender Stadtwehrleiter von Glashütte rät: „Den Pächter oder Besitzer eines Teiches ansprechen und fragen, ob er den Zufluss drosseln kann. Dann wird das Eis dicker und kann befahren werden.“ So habe man das früher gemacht.

Auch aus Pirna-Copitz vom Natursee ist bekannt, dass er in früheren Zeiten bei länger anhaltendem Frost nach einer Überprüfung zum Schlittschuhfahren freigegeben wurde. Doch auch hier lässt sich darauf heute niemand mehr ein. Ganz im Gegenteil. 2021 klingt das so: „Gefährliches Eis – Stadtwerke Pirna GmbH warnt vor Betreten der Eisfläche am Natursee. Mit entsprechender Beschilderung weisen die Stadtwerke Pirna auf das Verbot vor Ort am Natursee hin. Eltern haften für Ihre Kinder.“

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