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Vegetarisch in Freital: Festmahl oder Hungerspiele?

Eigentlich sollte SZ-Volontärin Angelina Sortino die Freitaler Imbisse testen. Das Problem: Sie ist Vegetarierin. Ob man in Freital trotzdem satt wird - ein Selbsttest.

SZ-Volontärin Angelina Sortino testet in Restaurant Akropolis in Freital das vegetarische Angebot.
SZ-Volontärin Angelina Sortino testet in Restaurant Akropolis in Freital das vegetarische Angebot. © Egbert Kamprath

"Vegetarisch? In Freital? Das wird ganz schwierig. Hier gibt's nur Fleisch!" So lautet die Antwort meiner Kollegin, als ich mich bei ihr erkundige, welchen Imbiss sie mir in der Nähe empfehlen würde. Das geht ja gut los, mit meinem Selbstversuch.

In der letzten Redaktionssitzung wurde beschlossen, dass ich die Imbisse, Bistros und Restaurants in der Umgebung testen soll. "Damit der Leser weiß, wo es gut schmeckt", argumentiert der leitende Redakteur. Meinem Einwand, dass ich als Teilzeit-Veganerin und Vollzeit-Vegetarierin vermutlich nicht die gleichen Essgewohnheiten wie der Durchschnitts-Leser habe, wird widersprochen. "Meine Tochter isst auch kein Fleisch. Das interessiert die Leute schon", pflichtet mein Kollege dem Chef bei.

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Also bleibt meine Brotdose eine Woche daheim und ich teste die Freitaler Imbisse und Restaurants auf ihre Vegetarier-Tauglichkeit.

Die EssBar: Veggie-Teller auf Nachfrage

Wenn man nett fragt, dann kann man sich in der Freitaler EssBar auch ein vegetarisches Gericht zusammenstellen.
Wenn man nett fragt, dann kann man sich in der Freitaler EssBar auch ein vegetarisches Gericht zusammenstellen. © SZ/Angelina Sortino

Auf der Karte der EssBar an der Dresdner Straße 121 findet sich kein einziges vegetarisches Gericht. Ich frage bei der Köchin nach, warum das so ist. Sie erklärt mir, dass unter ihren Gästen eher selten Vegetarier seien. "In meinen sechs Jahren hier haben vielleicht fünf Personen nach einer fleischlosen Option gefragt." Die Köchin rät mir aber, mir einfach aus den Beilagen einen Teller zusammenzustellen. Auswahl an Gemüse gibt es dafür genug und auch der Kartoffelbrei klingt verlockend. Einziges Manko - vegetarisch ist hier nur die Tomatensoße, alle anderen enthalten Fleisch. Nicht unbedingt meine erste Wahl zu Kartoffelstampf und Sauerkraut. Mein Veggie-Teller schmeckt trotzdem ganz okay. Satt bin ich auf jeden Fall geworden. Bezahlt habe ich 4,80 Euro. Für die nächste Mittagspause suche ich mir aber lieber ein anderes Restaurant.

Auswahl für Vegetarier: Null von fünf Sternen

Geschmack: Zwei von fünf Sternen

Preis: Drei von fünf Sternen

Saray Döner: Achtung Mundgeruch!

An der Soße wird nicht gespart. Das wirkt sich positiv auf den Geschmack aus - auf den frischen Atem eher nicht.
An der Soße wird nicht gespart. Das wirkt sich positiv auf den Geschmack aus - auf den frischen Atem eher nicht. © SZ/Angelina Sortino

Heute muss es wie so oft schnell gehen. Auf dem Weg zu meiner Interviewpartnerin mache ich kurz beim Imbiss Saray auf der Dresdner Straße 87 halt. Hier kann ich aus drei vegetarischen Döner-Varianten wählen. Auf der Karte stehen aber noch andere vegetarische Gerichte, wie Salat. Ich entscheide mich für einen Käse-Döner, der 4,50 Euro kostet. Die Zutaten sehen frisch aus und der Döner schmeckt gleichzeitig saftig und knackig. So soll es sein. Gerade wenn man in Eile ist, eine perfekte Option, sowohl für Fleischliebhaber als auch für Vegetarier. Nur auf die Knoblauchsoße sollte man vor Interview-Terminen besser verzichten.

Auswahl für Vegetarier: Vier von fünf Sternen

Geschmack: Vier von fünf Sternen

Preis: Vier von fünf Sternen

Shahi Palace: Lieferung an den Schreibtisch

Besonders umweltfreundlich ist die Verpackung des gelieferten Essens nicht. Dafür schmeckt das vegetarische Gericht vom Shahi Palace wirklich sehr gut.
Besonders umweltfreundlich ist die Verpackung des gelieferten Essens nicht. Dafür schmeckt das vegetarische Gericht vom Shahi Palace wirklich sehr gut. © SZ/Angelina Sortino

Heute gönne ich mir einen ganz besonderen Luxus. Beim indischen Restaurant Shahi Palace auf der Dresdner Str. 104 kann man sich das Mittagessen sogar ins Büro liefern lassen. Der Mindestbestellwert von 8 Euro ist schnell erreicht, vor allem, wenn man für Kollegen mitbestellt. Die Lieferung selbst ist kostenlos. Meine Auswahl an vegetarischen Gerichten ist groß. Es gibt sogar vegane Optionen. Ich entscheide mich für indischen Rahmkäse mit Spinat und Brot. Gut eine Stunde nach der Bestellung kommt das Essen an. Die Alu-Verpackungen sind nicht unbedingt umweltfreundlich, aber halten das Essen warm. Die Portionen sind sehr groß, die Reste werden mich heute Abend sicher nochmal satt machen. Damit ist der Preis von 9,41 Euro auch gerechtfertigt. Außerdem schmeckt mein Essen wirklich sehr lecker aromatisch, aber nicht zu scharf.

Auswahl für Vegetarier: Fünf von fünf Sternen

Geschmack: Fünf von fünf Sternen

Preis: Drei von fünf Sternen

Restaurant Akropolis: Vegetarier essen hier Salat

Für 8,20 Euro bekommt man im Akropolis einen griechischen Salat mit Feta.
Für 8,20 Euro bekommt man im Akropolis einen griechischen Salat mit Feta. © Egbert Kamprath

Als Vegetarier in einem griechischen Restaurant Mittag zu essen, ist vermutlich nicht die klügste Idee. Probieren wollte ich es aber trotzdem. Der Garten des Restaurants Akropolis auf der Dresdner Str. 83 ist sehr schön. Noch vor meiner Bestellung bringt mir die Bedienung ein Glas Ouzo an den Tisch. Das ist sicher nett gemeint, aber in der Mittagspause trinke man lieber noch keinen Schnaps. Beim Blick in die Karte fällt die Entscheidung leicht. Es gibt nämlich exakt ein vegetarisches Gericht. Ich bestelle also den griechischen Salat, der wenig später mit etwas Baguette serviert wird. Geschmacklich ist der Salat sehr gut. Ich freue mich, dass er hier mit einem Öl-Essig-Dressing serviert wird und nicht mit dicker Joghurt-Soße. Allerdings hat der Preis von 8,20 Euro es in sich. Groß war die Portion nämlich nicht.

Auswahl für Vegetarier: Einer von fünf Sternen

Geschmack: Vier von fünf Sternen

Preis: Zwei von fünf Sternen

Wirtschaft im F1: Einfach und günstig

Heiß und ein bisschen scharf. So schmeckt der Eintopf im F1.
Heiß und ein bisschen scharf. So schmeckt der Eintopf im F1. © SZ/Angelina Sortino

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Die Kantine im Technologie- und Gründerzentrum auf der Dresdner Str. 172 bietet jeden Tag drei verschiedene Gerichte an. Eines der Gerichte ist vegetarisch. Dementsprechend leicht fällt mir die Wahl bei meinem Besuch dort. Es gibt einen Süßkartoffeleintopf mit Brot. Ich finde praktisch, dass der Speiseplan online abrufbar ist. So kann schon vor dem Besuch überprüft werden, ob das vegetarische Gericht einem überhaupt zusagt. Der Eintopf schmeckt ganz gut. Er ist angenehm scharf und schön heiß. Dazu gibt es etwas Baguette. Die Preise in der Kantine des F1 sind fair. Der Eintopf kostet 3,90 Euro. Außerdem sitzt man sehr gemütlich an großen Tischen und kommt schnell dran.

Auswahl für Vegetarier: Zwei von fünf Sternen

Geschmack: Drei von fünf Sternen

Preis: Vier von fünf Sternen

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