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Freital: Absagen wegen neuer Corona-Verordnung

Seit 8. November gilt für viele Veranstaltungen die 2G-Regel. Termine werden abgesagt, Einrichtungen geschlossen. Ein Überblick.

Von Gunnar Klehm & Siiri Klose & Lea Heilmann
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Die Briefmarke «Polizeiruf 110» ist eine der neuesten, die auf den Markt gekommen sind. Bei der geplanten Börse in Freital war auch ein Großtausch geplant gewesen.
Die Briefmarke «Polizeiruf 110» ist eine der neuesten, die auf den Markt gekommen sind. Bei der geplanten Börse in Freital war auch ein Großtausch geplant gewesen. © Bundesfinanzministerium

Innenbereich von Oskarshausen geschlossen

Der Innenbereich des Freizeitparks Oskarshausen in Freital bleibt vorerst bis 30. November geschlossen. Darüber informiert die Einrichtung auf ihrer Homepage. Als Grund wurden die unsichere Pandemielage und die politischen Beschlüsse dazu genannt. "Wir haben uns dafür entschieden, den Oskarshausen-Betrieb für die kommenden 14 Tage einzustellen, bis wir hier endlich wieder verlässliche Aussagen gegenüber unseren Besuchern, Partnern und auch fast 100-köpfigem Team treffen können", heißt es.

Geöffnet ist jedoch weiterhin die Winter- und Weihnachtsausstellung Lichterhausen im Außenbereich. Mehr als 70 handgefertigte Lichtskulpturen sowie Projektionen sind dort zu sehen.

Die Veranstaltung ist auf Grundlage der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung möglich, wie sie etwa für Weihnachtsmärkte mit weniger als 1.000 Personen ausdrücklich erlaubt sind. Demnach ist im Außenbereich keine 2G-Pflicht. Anders jedoch im angeschlossenen Innenbereich mit Shop und Kinder-Eisbahn. Der darf nur mit 2G-Nachweis betreten werden. Die Nachweispflicht gilt nicht für Kinder und Schüler bis 16 Jahre. Ein separater Ausgang ist eingerichtet.

Briefmarkenbörse abgesagt

Die Durchführung der Veranstaltung ist für uns leider nicht mehr vertretbar, teilt Rainer Jahn, Vorstand des Freitaler Philatelistenvereins mit. Geplant war, die nunmehr 186. Freitaler Briefmarkenbörse mit Großtausch am Sonntag, dem 21. November im Kulturhaus Lutherstraße zu veranstalten. Doch die fällt nun aus.

Wie der Verein mitteilt, können Termine für die kostenlose Bewertung von Sammlungsauflösungen und Nachlässen, auch Münzen und Ansichtskarten trotzdem wie immer unter der Telefonnummer 0351/ 6500318 angefragt werden.

Programm im Stadtkulturhaus

Die gute Nachricht: Im Stadtkulturhaus Freital wird es trotz neuer Corona-Verordnung nicht still. Der Großteil der geplanten Veranstaltungen findet weiterhin statt, unter Beachtung der vorgeschriebenen 2G-Regel, also nur Geimpfte und Genesene dürfen teilnehmen. Vereinzelt mussten allerdings Termine abgesagt werden.

Wie das Konzert der A-capella-Popband medlz, das eigentlich am Samstag stattfinden sollte. Allerdings hätten die Platzkapazität erheblich reduziert werden müssen. Stattdessen soll der Auftritt der Sängerinnen im Februar nachgeholt werden. Die Aufführung "Der Kleine Muck" von den Landesbühnen bleibt dagegen im Spielplan.

Einen direkten Rückgang des Kartenverkaufs merkt das Kulturhaus nicht, wie Jan Albrecht, Leiter des Hauses, mitteilt. Generell seien die Menschen beim Ticketkauf aber zurückhaltender, auch schon vor der 2G-Regelung. Personen, die nicht an Veranstaltungen teilnehmen können, können ihre Tickets vor der Veranstaltung zurückgeben. Karten, die vor Ort gekauft wurden, können an der Theaterkasse zurückgegeben werden. Online erworbene werden über den Anbieter Reservix rückerstattet.

Stadt wünscht Vereinen Durchhaltevermögen

Abgesagt wurden am 11.11. auch Faschingsveranstaltungen wie die traditionelle Schlüssel-Übergabe in Freital. Die Entscheidung hat die Stadtverwaltung gemeinsam mit den Karnevalsvereinen aus Wurgwitz, Hainsberg, Somsdorf und Pesterwitz getroffen. Weil die Vereine sowieso im Ungewissen sind, was mit der Karnevalssaison nun wird, könne man sich eben nicht fröhlich darauf freuen.

Das sah man in Nachbargemeinden nicht ganz so. In Wilsdruff, Pretzschendorf oder Bannewitz gab es beispielsweise traditionelle Auftaktveranstaltungen am 11.11. unter freiem Himmel und meist mit gebührendem Abstand.

Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg wünscht den Karnevalsvereinen weiter Durchhaltevermögen. „Die Arbeit all unserer Vereine in den Bereichen Kunst und Kultur kann man nicht hoch genug schätzen. Wir müssen aufpassen, dass Corona und der Umgang damit das nicht dauerhaft kaputt machen. Wir brauchen endlich praktikable und verlässliche Lösungen, die einen dauerhaften und tragfähigen Kulturbetrieb wieder möglich machen“, so Rumberg.

Ausstellung über Industriegeschichte verschoben

Anlässlich des 100. Stadtgeburtstags von Freital sollte nächste Woche eigentlich eine Ausstellung über Freitals Industrie starten – inklusive Vorträge. Die Veranstaltung wurde mit Verweis auf die neue Corona-Verordnung kurzfristig abgesagt. Organisator Klaus Dimter erklärt, dass Ausstellung und Vorträge nur verschoben sind, nicht für immer abgesagt. Geplant ist, beides im Frühjahr 2022 nachzuholen.

Versammlung der Jäger abgesagt

Die Stadt Wilsdruff wollte am Sonntag eigentlich über das geplante Freilichtmuseum informieren und mit Interessierten diskutieren. Daraus wird nichts. Diese Veranstaltung wurde genauso abgesagt wie die Versammlung der Jagdgenossenschaft Reinholdshain, die am 15. November stattfinden sollte. Das teilte Jörg Weinhold vom Vorstand mit.

Absagen bei Mettenschichten erwartet

Das Bergbaumuseum Altenberg hat nach eigenen Angaben wenig Umstellungsprobleme auf 2G: „Wir hatten ja vorher 3G, da sind wir schon in Übung“, sagt Museumsleiter Christoph Schröder. In der kurzen Zeit seit Montag hat er noch keine Änderungen bei den Besucherzahlen bemerkt.

Anders ist es bei dem alten bergmännischen Brauch der Mettenschichten in der Vorweihnachtszeit. „Da wird sich 2G am ehesten mit Abmeldungen auswirken“, mutmaßt Schröder. An der Museumskasse gäbe es bisher aber wenig Diskussionen: „Schüler gelten mit ihren Schultests als getestet und kommen sowieso rein, und die allermeisten Besucher sind geimpft“. Viele kämen mit einer Reisegruppe, bei der schon der Reiseveranstalter nur Geimpfte zulasse, und in Hotels und Pensionen gelte ja auch 2G.

Liftbetrieb sollte möglich sein

Die Lage an den Liften im Osterzgebirge bewertet Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten hingegen entspannt: „Wir haben in unserer Region keine Gondeln, und auf den Schleppliften lässt sich perfekt Abstand halten.“ Im Geisinger Gründelstadion, wo bereits die Eislaufsaison begonnen hat, gilt 2G. „Wir schauen uns jetzt bis zum 25. November an, wie wirtschaftlich damit der Eishallenbetrieb läuft und entscheiden dann, wie es weitergeht“, sagt Kirsten.

Weihnachtsmarkt Heidenau abgesagt

Als einen der ersten Städte zieht Heidenau die Reißleine beim Weihnachtsmarkt. Der sollte am ersten Adventswochenende stattfinden, wurde aber nun gestrichen. Anlass dafür sind laut Verwaltung die stark gestiegenen Inzidenzwerte im Landkreis und auch in der Stadt Heidenau selbst. Am Freitag, 12. November, meldete das Landratsamt 285 aktuell positiv getestete Heidenauer.

Es wird erwartet, dass die neuen Rekordzahlen bei Infektionen in Sachsen weitere Konsequenzen auf die neue ab 25. November geltende Corona-Schutz-Verordnung des Freistaates haben wird. Da der Markt in Heidenau am Tag darauf beginnen sollte, sind die neuen Maßgaben so schnell nicht umsetzbar, wenn Weihnachtsmärkte dann überhaupt noch durchgeführt werden können.

Um mehr Planungssicherheit zu bekommen, hat sich die Stadt Freital nun mit einer Forderung an die Landesregierung gewandt. Zusammen mit den Bürgermeistern von Pirna, Annaberg, Freiberg, Grimma, Marienberg, Meißen, Olbernhau, Riesa, Schneeberg, Schwarzenberg und Torgau will Freitals OB Uwe Rumberg dafür sorgen, dass die Corona-Regeln bezüglich der Weihnachtsmärkte bis Ende Dezember gelten. Ziel der Aktion sei es, gemeinsam sichere und der aktuellen Situation angepasste Weihnachtsmärkte ausrichten zu können.