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Radweg durchs Lockwitztal wird geplant

Zunächst sollen Varianten für die Trasse untersucht werden. Einfach wird das nicht - aus Naturschutzgründen.

Die Straße durchs Lockwitztal ist bei Radfahrern beliebt, aber mitunter ganz schön eng.
Die Straße durchs Lockwitztal ist bei Radfahrern beliebt, aber mitunter ganz schön eng. © Daniel Schäfer

Wer mit dem Rad durchs Lockwitztal fährt, braucht mitunter gute Nerven. Insbesondere in den Morgen- und Nachmittagsstunden an Wochentagen ist man hier nie allein unterwegs. Auf der kurvenreichen Strecke kann es dann schon mal eng werden, wenn sich Pkws, Busse oder Lkws an den Radlern vorbeischieben.

Seit Langem wird deshalb ein Radweg gefordert. Als 2018 erste Vermessungsarbeiten stattfanden, schöpften viele Pedaleure Hoffnung. Doch erst jetzt beginnen Planungen für den Radweg, wie das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) auf Nachfrage bestätigte.

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"Die Planungen sind noch in einem sehr frühen Stadium. Aktuell befinden wir uns hier in der Grundlagenermittlung und der Voruntersuchung", erläutert Lasuv-Sprecher Franz Grossmann. Ziel sei es, mögliche Bauvarianten auf ihre Vor- und Nachteile zu prüfen und sich letztendlich auf eine Vorzugsvariante festzulegen.

Fakt ist nur, dass der Radweg zwischen dem Ortsausgang Dresden-Lockwitz und dem Ortseingang Kreischa-Gombsen verlaufen und etwa 3,5 Kilometer lang sein soll.

Immer mehr Räder auf deutschen Straßen

Gebraucht wird der Radweg mehr denn je. Die Strecke ist vor allem bei Ausflüglern und Radsportlern attraktiv, die vom Dresdner Südosten kommend ins Grüne radeln wollen. Nach den letzten Verkehrszählungen 2015 passierten täglich 4.900 Fahrzeuge die Staatsstraße S183 zwischen Dresden und Kreischa in beide Richtungen. Schon 2010 wurden auch die Radfahrer gezählt, es waren bis zu 40 pro Stunde.

Und das war noch vor dem Siegeszug der E-Bikes. Man darf annehmen, dass es heute eher mehr Radfahrer sind, die durchs Lockwitztal rollen. Darauf deuten die jüngsten Zahlen vom Zweirad-Industrie-Verband hin. Demnach stieg in Deutschland der Absatz von Fahrrädern aller Bauarten im vergangenen Jahr um fast 17 Prozent gegenüber dem schon hohen Niveau von 2019. Rund fünf Millionen Fahrräder wurden 2020 verkauft.

"Der gesamte Fahrradbestand, inklusive E-Bikes, in Deutschland ist nach unserer Einschätzung in 2020 auf 79,1 Millionen Stück angewachsen", schreibt der Zweirad-Industrie-Verband. Das heißt: Der größte Teil der Bevölkerung verfügt über ein Fahrrad.

Radweg seit 2014 mit höchster Priorität

Sachsen möchte deshalb den Bau von Radwegen beschleunigen. Viel geholfen hat es das Lockwitztal betreffend bisher allerdings nicht. So hatte es der Radweg Dresden - Kreischa zwar schon 2014 in die Radverkehrskonzeption des Freistaates geschafft. Damals hatte die sächsische Straßenbauverwaltung alle Bundes- und Staatsstraßen, die noch keinen straßenbegleitenden Radweg hatten, unter die Lupe genommen.

Dabei wurden diejenigen Abschnitte identifiziert, an denen ein Radweg einen hohen Sicherheitsgewinn für Radfahrer bringen würde. Die Trasse durch das Lockwitztal wurde dabei sogar unter Klasse A eingestuft. Das heißt, das Vorhaben hat höchste Priorität. Und es muss bis zum Jahr 2025 umgesetzt werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Baurecht besteht und der Freistaat die erforderlichen Haushaltsmittel bereitstellen kann.

Doch ist es unwahrscheinlich, dass nun alles ganz schnell geht. Denn die Situation im Lockwitztal ist kompliziert.

Viele Konfliktpunkte entlang der Trasse

So liegt die Straße im Landschaftsschutzgebiet und im sogenannten FFH-Gebiet „Lockwitzgrund und Wilisch“. FFH-Gebiete sind Lebensräume, die nach europäischen Richtlinien als besonders erhaltenswert gelten. Und in denen Bauvorhaben nur unter strengen Auflagen möglich sind.

Zu der Naturschutzproblematik kommen im Lockwitztal noch geografische Zwangspunkte. Da wären der Lockwitzbach und Felswände zu nennen. Des weiteren muss sich die Planung an Brücken, Bushaltestellen und bebauten Grundstücken orientieren.

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Beim Lasuv geht man davon aus, dass es wohl zu einem Planfeststellungsverfahren kommt, um alle Interessen zu berücksichtigen und Baurecht für den Radweg zu erlangen. Es ist ein besonders zeitaufwendiges Prozedere.

Eine seriöse Aussage zu Planung, Baustart und Fertigstellung könne deshalb heute noch niemand treffen, heißt es aus dem Lasuv.

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