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Diese Rumpelpiste soll saniert werden

Die Ortsverbindung von Freital-Somsdorf nach Lübau zerbröselt immer mehr. Nun gibt es einen Rettungsplan, doch wird der funktionieren?

Solche ausgebrochenen Ränder sind typisch für die Ortsverbindung von Somsdorf nach Lübau.
Solche ausgebrochenen Ränder sind typisch für die Ortsverbindung von Somsdorf nach Lübau. © Egbert Kamprath

Löcher, Flicken, ausgebrochene Ränder und dann auch noch auf die Fahrbahn gespülte Erde und Kies - die Verbindung von Freital-Somsdorf nach Lübau bietet alles, was man unter einer maroden Straße aufzählen würde. Schlimmer noch: Man wird das Gefühl nicht los, dass die Strecke immer mehr zerbröselt und sich praktisch auflöst.

Seit Jahren betreiben die zuständigen Städte Freital und Rabenau hier Schadensbegrenzung. Man flickt die Löcher, bessert die Ränder aus. Doch notwendig wäre viel mehr eine gründliche Sanierung.

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Der Garten verwöhnt im Spätsommer mit frischem Obst und Gemüse. Und langsam heißt es auch, sich auf den Herbst und die anstehenden Arbeiten vorzubereiten.

Das ist auch den Verantwortlichen im Freitaler und im Rabenauer Rathaus klar. "Die Straße der Ortsverbindung Somsdorf - Lübau ist in keinem guten Zustand, das ist uns bekannt. Die Kollegen der Straßenmeisterei unternehmen alle Anstrengungen, um diese Ortsverbindung in einem verkehrssicheren Zustand zu halten", sagt Katrin Reis, Leiterin des Freitaler Oberbürgermeisterbüros.

Die knapp drei Kilometer lange Ortsverbindung ist ein Flickenteppich.
Die knapp drei Kilometer lange Ortsverbindung ist ein Flickenteppich. © Egbert Kamprath

Schwarzdecke vor etlichen Jahren zuletzt erneuert

Ähnlich reagiert Rabenaus Bürgermeister Thomas Paul (CDU), wenn man ihn nach der Strecke fragt. "Ja, die Straße ist völlig kaputt. Vor Jahren wurde dort die Schwarzdecke erneuert, aber das hält auch nicht ewig."

Schon seit Ende 2019 hat Rabenau die Strecke in einer internen Bau-Liste deshalb auf "höchste Priorität" gesetzt.

Die Straße ist knapp drei Kilometer lang und verläuft parallel zum Rabenauer Grund über die Felder. Der mit 1,5 Kilometer längere Teil liegt auf Freitaler Flur. Rabenau muss etwa 1,1 Kilometer in Schuss halten. Die Gemeindegrenze befindet sich nahe der Zufahrt zum Windrad.

Für den überörtlichen Verkehr hat die Straße keinerlei Bedeutung. Sie wird überwiegend von Anwohnern der beiden Orte und dem Landwirtschaftsverkehr genutzt. Kein Wunder also, dass die Straße sehr lange Zeit nicht auf der Prioritätenliste der beiden Kommunen stand.

Freistaat streicht Fördermittel zusammen

Die Stadt Freital hat ohnehin schon genug andere Straßenbau-Sorgen. So plant man seit drei Jahren, die Rabenauer Straße auszubauen. Die Direktverbindung in die Stuhlbauerstadt ist deutlich wichtiger als die in den Ortsteil Lübau.

Freital hat für das 2,4 Millionen Euro teure Projekt Rabenauer Straße schon 2017 Fördermittel beantragt, aber bisher nicht bewilligt bekommen. Ähnlich sieht es an der Höckendorfer Straße in Somsdorf aus. Dort müssen dringend zwei Stützwände saniert werden, doch bisher wurden dafür keine Fördermittel bewilligt.

Nun hat der Freistaat auch noch angekündigt, die Fördersätze zusammenzustreichen, also weniger Zuschüsse für solche Bauprojekte zu zahlen.

Auch auf Rabenauer Gebiet gibt es Straßen, die einer dringenden Sanierung bedürfen und wichtiger sind als die kleine Ortsverbindung zwischen Lübau und Somsdorf.

Da wäre zum Beispiel die Ortsdurchfahrt Obernaundorf zu nennen, eine Holperpiste, die teilweise noch gepflastert ist und auch von Bussen befahren wird. Die Straße obliegt dem Landkreis, der gerne sanieren würde, aber auch kein Geld hat.

Gemeinsame Planung ist angelaufen

Dennoch wollen beide Kommunen sich nun der Somsdorf-Lübauer Ortsverbindung zuwenden. "Derzeit laufen in enger Abstimmung mit der Großen Kreisstadt Freital die Arbeiten an einem Vorentwurf zum grundhaften Ausbau dieser Straße. Ein gemeinsamer Planer ist an beiden Abschnitten gebunden", erläutert Bürgermeister Paul.

Für notwendige Vorarbeiten und Planungen hat Rabenau 35.000 Euro noch in diesem Jahr eingeplant, weitere 715.000 Euro dann in den Folgejahren für die Baukosten.

Geplant ist, die alte Decke abzufräsen, die Straße auszukoffern sowie auf 4,75 Meter Breite eine Frostschutzschicht, eine Tragschicht und eine Deckschicht zu bauen. Die Ränder sollen mit Banketten befestigt werden. Außerdem sollen mehrere Ausweichstellen angelegt werden.

Leitungen verlaufen keine in der Straße, eine Regenentwässerung ist nicht notwendig. Paul: "Das Niederschlagswasser soll seitlich abfließen."

Straße soll bis 2023 saniert werden

Klingt einfach, wird es aber nicht. Denn Freital und Rabenau beantragten für den Bau Zuschüsse über das sogenannte Leader-Programm. Das sind Fördermittel für den ländlichen Raum. Doch beide Kommunen erhielten zunächst eine Absage. Die Begründung: Im Leader-Programm werden derzeit keine Straßenausbaumaßnahmen gefördert.

Das zumindest war der Stand vor einigen Monaten. Nun hat Rabenaus Bürgermeister aber Signale aus der Leader-Verwaltung in Freiberg vernommen, wonach doch wieder Straßenbauvorhaben unterstützt werden.

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Kennen Sie Straßen in der Region Freital-Dippoldiswalde, die unbedingt saniert werden müssen? Schicken Sie uns Beispiele für die schlechtesten Fahrbahnen, gerne mit Bild an [email protected]ächsische.de

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